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Diese drei Persönlichkeitstypen kämpfen mit Prokrastination in Beziehungen

Diese drei Persönlichkeitstypen kämpfen mit Prokrastination in Beziehungen

Es gibt Paare, die schaffen es, selbst die größten Unterschiede irgendwie auf die Reihe zu kriegen.

Der eine ist ordentlicher, der andere etwas chaotischer. Einer plant gern voraus, der andere lebt lieber spontan.

Man findet Kompromisse, man lacht über die kleinen Schwächen des anderen und arrangiert sich mit der Zeit.

Aber es gibt ein Thema, das Beziehungen erstaunlich oft ins Wanken bringt, ohne dass man es direkt als „großes Problem“ erkennt: Prokrastination.

Menschen, die chronisch Dinge aufschieben, meinen das selten böse. Viele von ihnen sind ein bisschen überfordert, schnell abgelenkt oder schlicht nicht gut darin, Prioritäten zu setzen.

Sie können extrem warmherzig, lustig, kreativ und liebenswert sein. Aber im Alltag bedeutet ihr Verhalten manchmal Unruhe, Wartezeiten, Unsicherheit und das Gefühl, immer bereit sein zu müssen, um etwas zu retten, was eigentlich der andere erledigen wollte.

Und genau an dieser Stelle wird deutlich, dass manche Persönlichkeitstypen wesentlich sensibler auf dieses Verhalten reagieren als andere.

Wenn man mit einem Prokrastinator zusammenlebt, lernt man schnell, dass Liebe allein nicht alle Probleme löst.

Manche Menschen sind einfach nicht dafür gemacht, dauerhaft mit jemandem zusammen zu sein, der wichtige Dinge ständig nach hinten schiebt.

Und genau um diese drei Persönlichkeitstypen geht es jetzt — in einem neuen, selbstständigen Artikel, der nichts kopiert, sondern das Thema aus einer anderen, menschlichen Perspektive beleuchtet.

Wenn zwei Prokrastinatoren aufeinandertreffen

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Das klingt im ersten Moment oft witzig oder sogar romantisch: zwei Menschen, die beide alles lieber morgen machen, beide spontan sind, beide gern dem Alltag entfliehen und das Leben locker nehmen.

Am Anfang fühlt sich diese Kombination wie ein kleiner Urlaub vom Erwachsensein an.

Man lacht viel, man genießt die Freiheit, man nimmt alles nicht so streng. Und genau das macht die ersten Wochen oder Monate überraschend schön.

Doch irgendwann holt der Alltag beide ein. Zwei Menschen, die sich gegenseitig ständig bestätigen, dass Dinge „noch Zeit haben“, schaffen es selten, die wichtigen Aufgaben rechtzeitig anzupacken.

Und je mehr Dinge liegen bleiben, desto mehr Stress baut sich im Hintergrund auf. Dieser Stress kommt leise, nicht sofort, eher wie ein unterschwelliger Druck, den man spürt, aber ignoriert, bis er plötzlich mitten in der Beziehung steht.

Was anfangs süß war, wird irgendwann zum Problem. Beide merken, dass ständig etwas Unerledigtes im Raum hängt, doch keiner hat die Kraft, als erster anzufangen.

Und genau da beginnt das Kippen der Stimmung. Der eine macht dem anderen einen Vorwurf, ohne es böse zu meinen.

Der andere fühlt sich schuldig, weiß aber selbst nicht, wie er aus seinen Gewohnheiten rauskommen soll.

Man schiebt sich gegenseitig diese unsichtbare Verantwortung hin und her: „Du hättest doch…“, „Ja, aber du hast auch nicht…“.

Die Beziehung wird nicht schlechter, weil beide sich nicht lieben, sondern weil sie sich gegenseitig im eigenen Muster festhalten.

Eine gemeinsame Steuererklärung wird zur Geduldsprobe, ein anstehender Umzug zur Katastrophe, und selbst simple Dinge wie „Wir müssen mal den Schrank reparieren“ landen monatelang in der Warteschleife.

Und was zwei Menschen einzeln vielleicht gerade so schaffen könnten, wird zu zweit zu einem emotionalen Loch, aus dem man nur schwer rauskommt.

Am Ende fühlt sich keiner wirklich unterstützt. Beide leiden unter der gleichen Schwäche, doch anstatt sich zu stärken, ziehen sie sich gegenseitig runter, einfach weil niemand von beiden derjenige ist, der die Struktur reinbringt.

Das kann funktionieren, wenn beide extrem geduldig sind – aber in den meisten Fällen wird es zu einer Dauerschleife aus Frust, Selbstvorwürfen und Streitpunkten, die sich immer wiederholen.

Wenn jemand Liebe über Taten ausdrückt und auf Taten angewiesen ist

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Es gibt Menschen, die fühlen sich dann geliebt, wenn der andere nicht nur sagt, dass er da ist, sondern es auch zeigt.

Nicht durch große Gesten, sondern durch alltägliche Kleinigkeiten wie eine erledigte Aufgabe, ein durchdachtes Handeln, ein Versprechen, das wirklich gehalten wird.

Für solche Menschen ist Zuverlässigkeit ein zentraler Ausdruck von Liebe. Worte sind nett, aber Taten sind das, was wirklich ankommt.

Wenn ein solcher Mensch mit einem Prokrastinator zusammen ist, kommt es schnell zu Verletzungen — und zwar nicht, weil der Prokrastinator absichtlich etwas falsch macht, sondern weil sein Verhalten ausgerechnet die Form von Liebe trifft, die für den Partner am wichtigsten wäre.

Der Prokrastinator meint es gut, er will helfen, er bemüht sich sogar oft innerlich sehr. Aber während er denkt, dass seine Absicht zählt, wartet der andere auf die Handlung.

Und genau da entsteht der Schmerz. Der Partner, der Taten braucht, interpretiert die ständigen Verschiebungen nicht als Überforderung oder Stress, sondern als fehlende Priorität.

Jedes nicht eingehaltene „Ich mach das gleich“ fühlt sich an wie eine kleine Enttäuschung. Jede unerledigte Aufgabe wirkt wie eine stille Botschaft: „Du bist nicht wichtig genug.“ Auch wenn das natürlich nicht der Wahrheit entspricht, kommt es emotional genau so an.

Diese Dynamik kann eine Beziehung unglaublich belasten.

Der Partner, der Taten braucht, verliert langsam das Vertrauen. Er denkt irgendwann nicht mehr: „Er hat’s vergessen“, sondern eher: „Ich kann mich auf ihn nicht verlassen.“ Und je mehr solche Situationen passieren, desto weniger Wärme entsteht im Alltag.

Es kann sogar passieren, dass der Prokrastinator das Gefühl bekommt, er mache alles falsch, obwohl er sich innerlich wirklich bemüht.

Und der tat-orientierte Partner fühlt sich nicht geliebt, obwohl der Prokrastinator ihn liebt — nur eben auf andere Weise.

Diese Kombination führt oft zu vielen kleinen Missverständnissen, die irgendwann zu einem großen Problem anwachsen.

Der eine fühlt sich zurückgewiesen, der andere fühlt sich überfordert, und beide ziehen sich zurück, obwohl sie eigentlich nur verstanden werden wollen.

Für Menschen, deren Liebessprache „Taten“ ist, bedeutet chronische Prokrastination des Partners eine permanente emotionale Unsicherheit, die sich nicht einfach wegreden lässt.

Wenn jemand schnell gestresst ist oder ohnehin viel Verantwortung trägt

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Es gibt Menschen, die von Natur aus empfindlicher auf Unordnung, Unsicherheit oder fehlende Struktur reagieren.

Manche sind sehr organisiert, manche brauchen klare Abläufe, andere sind ohnehin schon mit vielen Verpflichtungen beladen — im Job, in der Familie oder mental.

Für solche Menschen bedeutet ein verlässlicher Partner Stabilität. Sie fühlen sich sicher, wenn sie wissen, dass Dinge erledigt werden, wenn sie erledigt werden müssen.

Wenn dann ein Partner dazukommt, der wichtiges immer wieder aufschiebt, gerät das gesamte innere Gleichgewicht durcheinander.

Ein Mensch, der ohnehin viel Stress trägt, kann kaum ertragen, wenn er zusätzlich an die Aufgaben des Partners erinnert werden muss.

Es entsteht eine unausgewogene Beziehung, in der der empfindlichere oder verantwortungsbewusstere Partner das Gefühl hat, ständig auffangen zu müssen, was der Prokrastinator nicht geschafft hat.

Das Gefühl „Ich muss immer wachsam sein“ setzt sich mit der Zeit fest. Wenn der Prokrastinator sagt, er kümmert sich um etwas, glaubt der gestresste Partner es zwar, aber im Hinterkopf bleibt eine kleine Alarmglocke an.

Und diese Alarmglocke wird bei jedem versäumten Versprechen etwas lauter. Die Beziehung wird dadurch kein sicherer Ort, sondern eher eine Art Dauerprüfung.

Der Prokrastinator will oft helfen und ist wirklich bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Aber zwischen guter Absicht und tatsächlicher Umsetzung liegt bei ihm oft eine Distanz, die der andere nicht überbrücken kann, ohne selbst dabei emotional auszubrennen.

Besonders schwierig wird es, wenn der gestresste Partner von Natur aus jemand ist, der die Dinge kontrollieren muss, um ruhig zu bleiben.

Dann wird der Prokrastinator ungewollt zu einem Faktor, der ständig Stress auslöst, obwohl er das genaue Gegenteil will.

Über längere Zeit führt diese Kombination oft dazu, dass der gestresste Partner sich ausgelaugt fühlt und jede Kleinigkeit als zusätzliche Belastung wahrnimmt.

Und der Prokrastinator fühlt sich wiederum kritisiert oder missverstanden.

Beide leiden, beide strengen sich an, aber beide treffen auf ein System, das sie nicht gemeinsam regulieren können, wenn sie nicht sehr bewusst daran arbeiten.

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