Es gibt so einen Moment im Leben, an dem man plötzlich merkt: „Hey, ich hab schon eine Menge erlebt… und trotzdem fühlt es sich an, als hätte ich noch richtig viel vor mir.“ Genau dieses Gefühl haben viele Menschen, sobald sie die 70 erreichen.
Und auch wenn manche das Alter immer noch so darstellen, als würde man ab 60 nur noch langsam Richtung Sofakissen gleiten, stimmt das einfach nicht. Die 70er können richtig schön sein — entspannt, frei, klarer im Kopf, und irgendwie ehrlich.
Aber eines gehört eben auch dazu: Manchmal schleppen wir Gewohnheiten mit uns herum, die uns schon seit Jahren die Laune verderben, ohne dass wir es überhaupt noch merken.
Nichts Dramatisches, eher diese kleinen, heimlichen Dinger, die sich im Alltag festkrallen. Und gerade in diesem Jahrzehnt lohnt es sich, ein paar davon bewusst loszulassen, damit Platz für die richtig guten Dinge entsteht.
Hier kommt also ein ehrlicher, sanfter Blick darauf, welche fünf Gewohnheiten du ziehen lassen solltest, wenn du möchtest, dass dein Alltag leichter, fröhlicher und hoffnungsvoller bleibt.
Und keine Sorge — das wird kein spiritueller Vortrag, kein Schönmaler-Text, kein „Atme tief ein und fühle den Mond“. Einfach echte Gedanken, die dir guttun könnten.
1. Die Gewohnheit, ständig überall gleichzeitig zu sein — nur nicht bei dir

Es passiert leise. Man wacht morgens auf, geht ins Bad, macht Kaffee, checkt vielleicht das Handy, überlegt, was heute alles ansteht… und plötzlich merkt man: Eigentlich war man im Kopf schon überall, bevor man überhaupt richtig wach war.
Dieses ständige „irgendwo sein“, dieses Getriebensein, das wir uns über Jahrzehnte angewöhnt haben, bleibt leider oft auch im Alter hängen.
Viele Menschen in ihren 70ern erzählen, dass sie ständig abgelenkt sind, selbst wenn sie eigentlich weniger Stress haben sollten als früher. Und genau da lohnt es sich, sich selbst mal wieder ein bisschen „einzufangen“.
Es geht hier nicht um Meditation, nicht um teure Kurse, nicht um stundenlange Ruhezeiten. Es geht um dieses kleine Zurückholen.
Zum Beispiel, wenn du spazieren gehst. Versuch einfach mal, nicht nebenbei schon das Abendessen zu planen oder darüber nachzudenken, wen du morgen anrufen musst.
Bleib bei dem Schritt, den du gerade machst. Spür, wie deine Füße den Boden berühren. Hör, was draußen passiert.
Das Seltsame ist: Je älter wir werden, desto besser funktioniert dieses „im Moment bleiben“ eigentlich. Aber nur, wenn wir uns selbst nicht ständig weglaufen.
Und weißt du, was die meisten sagen, wenn sie das mal bewusst ausprobieren?
„Endlich fühlt sich mein Kopf wieder ruhig an.“
2. Die Gewohnheit, die eigenen Bedürfnisse zu überhören — besonders das Atmen

Man glaubt gar nicht, wie oft man im Alltag vergisst, richtig zu atmen.
Nicht dieses automatische „Ich bleib sonst nicht am Leben“-Atmen, sondern wirkliches, tiefes, bewusstes Ein- und Ausatmen, bei dem man merkt: „Ah, da kommt Luft rein. Okay, ich werde ruhiger.“
Viele, die in ihren 70ern sind, rennen immer noch den ganzen Tag herum. Mal zum Supermarkt, mal zur Apotheke, mal zu den Enkeln, mal zu Terminen, mal zum Nachbarn.
Und irgendwann wundert man sich, warum man verspannt oder müde oder innerlich unruhig ist.
Atmen klingt zu simpel, um etwas zu verändern — aber es tut es.
Du musst dich dafür nicht hinsetzen und die Welt ausblenden. Stell dir einfach vor, du drückst innerlich mal kurz auf „Pause“.
Zwei Minuten, vielleicht drei. Einfach da sitzen und ganz bewusst einatmen und ausatmen. Nicht perfekt, nicht lehrbuchhaft. Einfach so, wie es sich gut anfühlt.
Viele haben mir erzählt, dass sie das ein paar Tage lang gemacht haben und plötzlich gemerkt haben, wie viel klarer ihr Kopf wurde.
Wie sie geduldiger wurden. Wie das Herz ruhiger schlug. Es ist fast schon schockierend, wie sehr man das Leben wieder spürt, wenn man sich erlaubt, ein paar Atemzüge nicht im Vorbeigehen zu machen.
3. Die Gewohnheit, die Signale von Körper und Geist wegzudrücken

Irgendwann im Leben gewöhnt man sich an diesen inneren Autopiloten. Du fühlst dich müde, aber du machst weiter.
Du bist traurig, aber du sagst dir „Ach, wird schon wieder“. Dein Körper tut weh, aber du denkst „Ach, das gehört zum Alter“. Und dein Kopf ist manchmal laut, aber du schiebst es weg.
Und genau das ist die Gewohnheit, die dich unglücklich macht, ohne dass du es direkt merkst.
Menschen ab 70 haben eine unglaubliche Intuition dafür, was sie eigentlich brauchen — sie hören nur oft nicht mehr hin. Und das ist schade. Denn je älter man wird, desto wichtiger ist es, auf die kleinen Signale zu achten:
Wenn dein Körper ruft: „Kannst du bitte mal langsam machen?“
Wenn dein Herz sagt: „Irgendwas bedrückt mich.“
Wenn dein Kopf denkt: „Boah, heute ist mir alles zu viel.“
Statt sich selbst zu übergehen, hilft es manchmal, einfach kurz stehenzubleiben. Zwei Minuten. Manche fangen an, wieder Musik bewusst zu hören.
Andere setzen sich ans Fenster und schauen einfach nur raus. Wieder andere hören am Nachmittag eine kleine Pause heraus — und machen sie wirklich.
Das ist keine Schwäche. Ganz im Gegenteil: Es ist Selbstfürsorge, und sie ist mit 70 wertvoller als je zuvor.
4. Die Gewohnheit, die eigene Gesundheit „nebenbei“ laufen zu lassen

Viele, die älter werden, rutschen in diese Haltung hinein, dass man ja „eh nicht mehr so fit ist wie früher“.
Und genau deswegen wird vieles beiläufig gemacht: Essen, Trinken, Schlafen, Bewegung. Man lebt ein bisschen wie nebenher.
Dabei ist es genau jetzt wichtig, die eigenen täglichen Kleinigkeiten bewusst zu gestalten. Du musst keine riesigen Veränderungen machen — aber du kannst jeden kleinsten Moment nutzen, um deinem Körper etwas Gutes zu tun.
Zum Beispiel beim Trinken. Viele berichten, dass sie am Tag zwar viel zu sich nehmen, aber nicht wirklich merken, was sie da trinken. Kaffee, Tee, Wasser, vielleicht ein Wein am Abend. Alles läuft automatisiert.
Probiere mal Folgendes: Wenn du etwas trinkst, nimm einen Moment, um zu spüren, wie es schmeckt.
Ob es warm oder kalt ist. Wie es sich anfühlt. Es dauert vielleicht zwei Sekunden — aber es macht einen Unterschied.
Und das Gleiche gilt für Essen, für Bewegung, für Pausen, für Schlaf. Nicht perfekt sein. Nicht kompliziert. Einfach ein kleines bisschen bewusster.
Viele Studien sagen, dass gerade Menschen ab 70 enorm profitieren, wenn sie Dinge im Alltag ein kleines bisschen bewusster machen. Weniger Stress. Weniger Unruhe. Mehr Wohlgefühl. Mehr Zufriedenheit.
Und du merkst es sofort: Dein Körper reagiert. Und dein Kopf auch.
5. Die Gewohnheit, sich zurückzuziehen, obwohl man eigentlich Nähe braucht

Eine der traurigsten Gewohnheiten, die sich im Alter einschleichen können, ist das Sich-zurückziehen.
Viele tun es nicht, weil sie keine Menschen mögen oder einsam sein wollen. Oft passiert es aus Müdigkeit, aus Gewohnheit, aus „Ich will niemandem zur Last fallen“.
Aber Menschen brauchen Menschen — egal ob sie 17, 47 oder 77 sind.
Es sind die kleinen Momente, die uns verbinden: wenn du deinem Enkelkind den Arm umlegst, wenn du deinem Partner sanft über die Hand streichst, wenn du deiner Freundin eine Stimme schenkst, die sie beruhigt.
Oder wenn dein Haustier sich an dich kuschelt und du ganz kurz vergisst, dass du davor noch über irgendwas gegrübelt hast.
Viele ältere Menschen sagen, dass sie erst wieder so richtig Freude empfinden, wenn sie aufhören, sich von anderen abzukapseln. Wenn sie wieder präsenter werden — nicht körperlich, sondern emotional.
Es geht nicht darum, ständig unter Menschen zu sein. Es geht darum, die Menschen, die du hast, wirklich zu sehen.
Ohne Ablenkung. Ohne „gleich muss ich noch…“. Einfach im Kontakt sein. Es macht weicher. Es macht das Herz wärmer. Und es macht das Leben schöner.
Fazit
Das Schöne an den 70ern ist: Du musst niemandem mehr etwas beweisen. Du musst nicht perfekt sein.
Du musst nicht alles „schaffen“. Du darfst dir erlauben, klare Grenzen zu ziehen, und du darfst dir erlauben, weich mit dir selbst zu sein.
Wenn du diese fünf alten Gewohnheiten langsam loslässt, entsteht Raum für etwas, das viele ihr ganzes Leben lang gesucht haben: Ruhe im Kopf, Wärme im Herzen und das Gefühl, dass die nächsten Jahre nicht nur gut werden — sondern vielleicht sogar die besten.
Und genau das hast du verdient.
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