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Diese 3 Dinge, die Eltern vorleben, machen Kinder innerlich stark fürs Leben

Diese 3 Dinge, die Eltern vorleben, machen Kinder innerlich stark fürs Leben

Angst bei Kindern gehört zu den Themen, die Eltern tief treffen. Nicht, weil man sie nicht versteht, sondern weil man sie zu gut versteht. Es tut weh, das eigene Kind leiden zu sehen, sich Sorgen machen zu sehen oder ständig unter Druck zu stehen.

Viele Eltern spüren dabei eine Mischung aus Hilflosigkeit, Schuld und Erschöpfung, weil sie helfen wollen und gleichzeitig merken, dass ihre Versuche oft ins Leere laufen.

Ein ängstliches Kind wirkt auf den ersten Blick manchmal einfach sensibel oder übervorsichtig. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich die Angst aber auf viele verschiedene Arten.

Manche Kinder klagen über Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen, andere ziehen sich zurück, wieder andere reagieren gereizt, wütend oder extrem perfektionistisch.

Es gibt Kinder, die sich selbst ständig kritisieren, und solche, die sich pausenlos mit anderen vergleichen und dabei immer schlechter abschneiden.

Was viele Eltern dabei gemeinsam haben, ist das Gefühl, ständig etwas reparieren zu müssen. Man erklärt, beruhigt, tröstet, sucht Lösungen und merkt irgendwann frustriert, dass die Angst trotzdem bleibt.

Genau an diesem Punkt beginnen viele, an sich selbst zu zweifeln. Sie fragen sich, ob sie etwas falsch gemacht haben, ob sie zu streng oder zu locker waren, ob sie ihr Kind nicht ausreichend geschützt oder vielleicht zu sehr behütet haben.

Dabei liegt der Schlüssel oft nicht darin, was Eltern sagen, sondern darin, was Kinder jeden Tag beobachten. Kinder lernen nicht durch Erklärungen, sondern durch Erfahrung.

Sie schauen sehr genau hin, wie Erwachsene mit Stress, Unsicherheit, Druck und Angst umgehen. Dieses Verhalten prägt sie langfristig weit stärker als gut gemeinte Ratschläge.

Es gibt drei Dinge, die Kinder besonders stark beeinflussen und die einen großen Unterschied machen können, wenn es darum geht, ob sie später als Erwachsene mit weniger Angst durchs Leben gehen.

1. Eltern, die Gefühle ernst nehmen, ohne sie zu dramatisieren oder kleinzumachen

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Viele Erwachsene sind selbst mit dem Gefühl aufgewachsen, dass Angst etwas ist, das man möglichst schnell loswerden sollte. In vielen Familien galt Angst als Schwäche oder als Übertreibung.

Kinder hörten Sätze, die ihnen signalisierten, dass ihre Gefühle entweder nervig oder unangebracht sind. Auch wenn das selten böse gemeint war, hat es Spuren hinterlassen.

Wenn diese Erwachsenen später selbst Eltern werden, reagieren sie oft automatisch so, wie sie es gelernt haben.

Manche versuchen, die Angst ihres Kindes sofort wegzureden, andere versuchen, sie mit Logik zu bekämpfen, wieder andere reagieren genervt oder überfordert, weil sie nicht wissen, wie sie helfen sollen.

Kinder spüren sehr genau, ob ihre Gefühle wirklich willkommen sind oder ob sie gerade ein Problem darstellen.

Sie merken, ob Angst als etwas Normales behandelt wird oder als etwas, das möglichst schnell verschwinden muss. Genau hier entscheidet sich, wie ein Kind später mit eigenen inneren Zuständen umgeht.

Wenn ein Kind erlebt, dass seine Angst wahrgenommen wird, ohne dass sie bewertet oder verurteilt wird, entsteht etwas Wichtiges.

Das Kind lernt, dass Gefühle kommen und gehen dürfen, ohne dass sie das ganze System sprengen. Angst wird dadurch nicht größer, sondern oft kleiner, weil sie nicht mehr bekämpft werden muss.

Entscheidend ist dabei, dass Eltern die Angst nicht überhöhen. Es geht nicht darum, jedes Gefühl aufzubauschen oder ständig darüber zu reden.

Es geht darum, ruhig anzuerkennen, dass das Gefühl gerade da ist, ohne sofort eine Lösung zu erzwingen. Kinder lernen so, dass sie Gefühle aushalten können, ohne von ihnen überrollt zu werden.

Besonders hilfreich ist es, Kinder dabei zu unterstützen, ihre Angst körperlich wahrzunehmen. Angst sitzt selten im Kopf, sondern fast immer im Körper.

Wenn Kinder lernen, diese Signale zu erkennen, entwickeln sie ein viel besseres Gespür für sich selbst. Sie merken früher, wenn etwas kippt, und können rechtzeitig reagieren.

Kinder, die so aufwachsen, entwickeln später oft eine stabile innere Haltung. Sie geraten weniger schnell in Panik, weil sie wissen, dass Gefühle nicht gefährlich sind.

Sie müssen Angst nicht verdrängen oder bekämpfen, sondern können mit ihr umgehen, ohne dass sie ihr ganzes Leben bestimmt.

2. Eltern, die ruhig bleiben können, auch wenn ihr Kind es gerade nicht ist

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Einer der größten Verstärker von kindlicher Angst ist die Angst der Erwachsenen. Das passiert meist unbewusst. Eltern wollen helfen, wollen schützen, wollen eingreifen, und genau dadurch entsteht oft zusätzliche Spannung.

Wenn ein Kind Angst zeigt und der Erwachsene innerlich ebenfalls unter Stress gerät, entsteht eine Atmosphäre, in der Unsicherheit wächst. Kinder spüren das sofort.

Sie nehmen wahr, wenn ihre Angst auch bei den Erwachsenen Alarm auslöst. Für ein Kind bedeutet das, dass die Situation offenbar wirklich gefährlich sein muss, wenn selbst die Großen nervös werden.

Kinder brauchen in solchen Momenten keinen Aktionismus. Sie brauchen jemanden, der ruhig bleibt, auch wenn es schwierig ist.

Jemanden, der nicht sofort alles lösen will, sondern erst einmal da ist und aushält. Diese ruhige Präsenz wirkt oft stärker als jedes Gespräch.

Das bedeutet nicht, dass Eltern immer gelassen reagieren müssen. Niemand schafft das ständig.

Wichtig ist vielmehr, dass Erwachsene lernen, ihre eigene innere Unruhe wahrzunehmen und zu regulieren, bevor sie auf das Kind reagieren. Schon ein paar bewusste Atemzüge können einen Unterschied machen.

Kinder lernen durch Spiegelung. Wenn sie erleben, dass Erwachsene bei Stress nicht sofort die Kontrolle verlieren, speichern sie diese Erfahrung ab.

Sie lernen, dass starke Gefühle nicht automatisch Chaos bedeuten. Diese Erfahrung wirkt oft ein Leben lang nach.

Besonders wichtig ist es, dass Eltern ihre eigene Angst nicht auf das Kind projizieren. Manchmal geht es weniger um die Angst des Kindes als um die Angst der Eltern vor der Angst.

Wenn Erwachsene lernen, diesen Unterschied zu erkennen, entspannt sich die Situation oft spürbar.

Kinder, die mit ruhigen, emotional verfügbaren Erwachsenen aufwachsen, entwickeln später mehr Vertrauen in sich selbst. Sie wissen, dass sie auch schwierige Gefühle überstehen können, ohne dass alles zusammenbricht.

Dieses Vertrauen ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein angstärmeres Erwachsenenleben.

3. Eltern, die Sicherheit geben, ohne alles kontrollieren zu wollen

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Aus Angst entsteht oft Kontrolle. Viele Eltern versuchen, ihr Kind vor jeder unangenehmen Erfahrung zu schützen.

Sie wollen Fehler vermeiden, Risiken minimieren und dem Kind möglichst viele Schwierigkeiten abnehmen. Was gut gemeint ist, kann jedoch unbeabsichtigt das Gegenteil bewirken.

Kinder brauchen Sicherheit, aber sie brauchen auch Erfahrungen. Wenn Erwachsene alles kontrollieren, lernt das Kind nicht, mit Unsicherheit umzugehen.

Es lernt stattdessen, dass die Welt gefährlich ist und dass man selbst nicht in der Lage ist, mit Herausforderungen fertigzuwerden.

Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass nichts Schlimmes passiert. Sicherheit entsteht dadurch, dass ein Kind erlebt, dass es schwierige Situationen bewältigen kann und dabei begleitet wird.

Eltern, die ihrem Kind zutrauen, Dinge auszuprobieren, vermitteln genau dieses Gefühl.

Das bedeutet nicht, Kinder allein zu lassen oder sie ins kalte Wasser zu werfen. Es bedeutet, präsent zu bleiben, ohne ständig einzugreifen. Es bedeutet, Unterstützung anzubieten, ohne die Kontrolle an sich zu reißen.

Kinder, die erleben, dass sie ernst genommen werden und gleichzeitig Verantwortung übernehmen dürfen, entwickeln ein gesundes Selbstvertrauen.

Sie wissen, dass sie Fehler machen dürfen und dass Fehler nicht das Ende bedeuten. Diese Erfahrung nimmt Angst viel von ihrer Macht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Art der Beruhigung. Kinder brauchen keine langen Erklärungen, wenn sie emotional überfordert sind.

Sie brauchen Nähe, Ruhe und das Gefühl, nicht allein zu sein. Oft reicht es, gemeinsam etwas Ruhiges zu tun, anstatt alles auszudiskutieren.

Eltern, die Sicherheit ausstrahlen, ohne einzuengen, geben ihren Kindern einen inneren Halt, der weit über die Kindheit hinaus wirkt.

Diese Kinder werden später eher bereit sein, sich Herausforderungen zu stellen, statt ihnen aus dem Weg zu gehen.

Fazit

Kinder werden nicht dadurch weniger ängstlich, dass man ihnen Angst ausredet. Sie werden weniger ängstlich, wenn sie erleben, dass Angst kein Tabu ist und kein Drama sein muss.

Sie brauchen Erwachsene, die Gefühle ernst nehmen, ruhig bleiben und Sicherheit geben, ohne einzuengen.

Diese Haltung entsteht nicht über Nacht. Sie entwickelt sich Schritt für Schritt, mit Geduld und Selbstmitgefühl. Jeder kleine Moment, in dem ein Kind sich gesehen und gehalten fühlt, zählt.

Kinder, die so aufwachsen, tragen diese Erfahrung in sich weiter.

Sie werden als Erwachsene nicht angstfrei sein, aber sie werden mit Angst anders umgehen. Sie werden sich selbst mehr vertrauen und sich weniger von inneren Sorgen bestimmen lassen.

Und genau das ist vielleicht eines der größten Geschenke, die Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben können.

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