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5 pflanzliche Proteinquellen, die viele Menschen unterschätzen

5 pflanzliche Proteinquellen, die viele Menschen unterschätzen

Wer sich pflanzlich ernährt oder ernsthaft darüber nachdenkt, hört fast immer dieselbe Frage.

„Aber wo bekommst du dann dein Protein her?“

Diese Frage taucht so regelmäßig auf, dass viele Menschen irgendwann anfangen, selbst daran zu zweifeln, ob eine Ernährung ohne Fleisch, Fisch oder Eier wirklich ausreichend sein kann.

Dabei stimmt das Bild, das hinter dieser Frage steckt, in den meisten Fällen schlicht nicht.

Protein ist wichtig, keine Frage. Es hilft beim Aufbau von Muskeln, unterstützt die Reparatur von Gewebe und ist an zahlreichen Prozessen im Stoffwechsel beteiligt.

Aber die Vorstellung, dass man dafür zwingend auf tierische Produkte angewiesen ist, wird von der Realität vieler Speisepläne täglich widerlegt.

Was Protein eigentlich ist und warum man es braucht

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Protein besteht aus Aminosäuren, von denen der Körper manche selbst herstellen kann und andere über die Nahrung aufnehmen muss.

Diese sogenannten essentiellen Aminosäuren sind für den Aufbau von Enzymen, Hormonen und Körpergewebe notwendig, weshalb eine regelmäßige Zufuhr tatsächlich wichtig ist.

Viele Menschen verbinden das Wort Protein automatisch mit einem Steak oder einem Hähnchenbrustfilet.

Was dabei oft vergessen wird: Pflanzliche Lebensmittel liefern nicht nur Eiweiß, sondern oft gleichzeitig Ballaststoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die in tierischen Produkten kaum vorkommen.

Mit anderen Worten: Man bekommt oft mehr auf einmal, als man erwartet.

Wie viel Protein man tatsächlich braucht

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Der tatsächliche Proteinbedarf liegt für die meisten Erwachsenen niedriger, als viele denken.

Sportler, Menschen mit sehr hoher körperlicher Belastung oder bestimmte Lebensphasen wie Schwangerschaft können den Bedarf erhöhen, das stimmt.

Aber für den Großteil der Menschen reicht eine abwechslungsreiche Ernährung völlig aus, ohne dass man täglich Gramm zählen oder sich Sorgen machen muss.

Das Problem ist nicht, dass pflanzliche Lebensmittel kein Protein liefern.

Das Problem ist, dass viele Menschen nicht wissen, wie viel in den Dingen steckt, die sie ohnehin essen.

5. Hülsenfrüchte

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Linsen, Bohnen und Kichererbsen sind seit Jahrhunderten Grundnahrungsmittel in weiten Teilen der Welt, und das aus gutem Grund.

Sie liefern pro Portion eine beachtliche Menge Eiweiß, dazu Ballaststoffe, Eisen und komplexe Kohlenhydrate, die lange satt halten.

Eine einfache Linsensuppe mit etwas Gemüse und Gewürzen klingt bescheiden, kann aber einen erheblichen Teil des täglichen Proteinbedarfs abdecken.

Kichererbsen funktionieren geröstet als Snack, püriert als Hummus oder als Basis eines Currys, und sie bringen in jeder Form ihren Proteingehalt mit.

Wer Hülsenfrüchte regelmäßig in seinen Alltag einbaut, hat die schwerste Arbeit beim Thema pflanzliches Protein bereits getan.

4. Nüsse

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Nüsse werden oft unterschätzt, weil sie als Snack gelten und nicht als ernstzunehmende Proteinquelle.

Dabei enthalten Mandeln, Walnüsse, Cashews oder Haselnüsse neben gesunden Fetten auch eine solide Menge an Eiweiß, dazu Magnesium, Zink und eine Reihe weiterer Mineralstoffe.

Gehackte Mandeln über einem Salat, Cashews in einem Gemüsegericht, eine Handvoll Walnüsse zum Frühstück, das sind keine großen Umstellungen, aber sie addieren sich im Laufe eines Tages.

Erdnüsse und Erdnussbutter gehören übrigens ebenfalls in diese Kategorie und sind unter den pflanzlichen Proteinquellen pro 100 Gramm ganz weit vorne.

3.Samen

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Chiasamen, Leinsamen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Hanfsamen.

Wer diese Dinge regelmäßig verwendet, nimmt täglich mehr Protein auf, als er wahrscheinlich vermutet, ohne es bewusst zu planen.

Ein Frühstück mit Haferflocken, das mit einem Esslöffel Chiasamen und einer Handvoll Kürbiskernen ergänzt wird, sieht aus wie ein normales Frühstück, liefert aber bereits einen soliden Proteinanteil für den Morgen.

Hanfsamen sind unter den Samen besonders interessant, weil sie alle essentiellen Aminosäuren in einem guten Verhältnis enthalten und sich geschmacklich kaum bemerkbar machen, wenn man sie einfach über eine Mahlzeit streut.

2. Tofu und Sojaprodukte

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Tofu hat in westlichen Ländern lange einen schwierigen Ruf gehabt, zu geschmacklos, zu unbekannt, zu weit weg vom Gewohnten.

Dabei ist er in asiatischen Küchen seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel, und zwar aus einem einfachen Grund: Er funktioniert.

Sein neutraler Geschmack ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil, weil er Gewürze und Aromen sehr gut aufnimmt und sich dadurch fast beliebig anpassen lässt.

Scharf angebratener Tofu mit Sojasauce und Ingwer, in einer Suppe, als Bestandteil eines Currys oder kalt mariniert über einem Salat, er passt in mehr Gerichte, als man zunächst glaubt.

Edamame, also junge Sojabohnen, sind ebenfalls eine hervorragende Proteinquelle und gleichzeitig einer der unkompliziertesten Snacks überhaupt, kurz gekocht, leicht gesalzen, fertig.

1. Vollkornprodukte

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Haferflocken, Quinoa, Vollkornreis, Vollkornbrot, diese Lebensmittel stehen nicht in erster Linie für ihren Proteingehalt auf dem Einkaufszettel, aber sie liefern ihn trotzdem.

Quinoa ist dabei besonders erwähnenswert, weil es zu den wenigen pflanzlichen Lebensmitteln gehört, die alle essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge enthalten.

Ein Frühstück mit Haferflocken, etwas Nussbutter und Samen legt bereits morgens einen soliden Grundstein für die tägliche Eiweißversorgung, ohne dass man dafür groß nachdenken muss.

Der Vorteil dieser Lebensmittel liegt darin, dass sie ohnehin in vielen Mahlzeiten vorkommen, man muss nur wissen, was man hat.

Schlussgedanke

Die Frage „Wo bekommst du dein Protein her?“ klingt kritisch, aber sie kommt meistens aus echter Unwissenheit, nicht aus Böswilligkeit.

Und die ehrliche Antwort lautet: aus dem Teller.

Linsen, Kichererbsen, Tofu, Nüsse, Samen, Quinoa, Haferflocken, das sind keine exotischen Zutaten, die man erst suchen muss.

Sie sind in den meisten Supermärkten erhältlich, oft günstiger als Fleisch und in der Kombination erstaunlich vollständig.

Wer sich abwechslungsreich pflanzlich ernährt, muss sich um Protein in der Regel keine Sorgen machen.