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Was geschieht in einem Körper nach dem Sterben?

Was geschieht in einem Körper nach dem Sterben?

Der Tod gehört zu den wenigen Dingen im Leben, die uns alle betreffen. Während einige Abläufe rund um das Sterben bereits wissenschaftlich gut untersucht sind, gibt es noch zahlreiche Details, die selbst ExpertInnen faszinieren.

Wahrscheinlich hast du schon von bestimmten körperlichen Veränderungen gehört, die nach dem Tod einsetzen. Doch das ist längst nicht alles. 

Abseits dessen, was man aus Filmen oder Serien kennt, verbirgt sich eine Welt voller ungewöhnlicher und kaum bekannter Prozesse. 

Manche Erkenntnisse wirken beinahe unglaublich und zeigen, dass der menschliche Körper auch nach dem Tod noch zeigt, was für ein perfekter Mechanismus er ist.

Kristallbildung 

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Auch nach dem Tod laufen im Körper bestimmte Prozesse ab. Unter bestimmten Bedingungen kann es sogar zur Bildung kleiner Kristalle kommen.

Die im Körper vorhandenen Flüssigkeiten sowie Mineralstoffe und chemische Verbindungen schaffen ein Umfeld, in dem sich solche Strukturen entwickeln können.

Haut wird lederartig

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Nach dem Tod kann sich die Beschaffenheit der Haut deutlich verändern. Unter bestimmten Bedingungen trocknet sie aus und wird fest sowie widerstandsfähig, fast wie Leder.

Dieser natürliche Prozess kann dazu führen, dass das Gewebe über längere Zeit erhalten bleibt. 

Aufbau von Gasen

Während der Zersetzung entstehen im Inneren des Körpers verschiedene Gase. Diese sammeln sich nach und nach an und können zu einem starken Druck führen.

In seltenen Fällen kann dieser Druck so groß werden, dass Gewebe aufreißt.

Postmortale Reaktionen bei Männern

Nach dem Tod kann es in seltenen Fällen zu ungewöhnlichen körperlichen Reaktionen kommen. Bei Männern wurde beobachtet, dass durch bestimmte Druckverhältnisse oder Muskelkontraktionen noch eine Erektion auftreten kann.

Diese Reaktion entsteht durch Veränderungen im Nervensystem und im Blutfluss, die nach dem Tod einsetzen können.

Seife

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Unter bestimmten Bedingungen kann sich das Körperfett nach dem Tod chemisch verändern. Wenn es mit Feuchtigkeit und bestimmten Bakterien in Kontakt kommt, entsteht eine wachsartige Substanz.

Dieser Prozess führt dazu, dass der Körper teilweise konserviert wird und sich eine Seifen ähnliche Masse bildet. In der Fachsprache nennt man dieses Phänomen Adipocire.

Es tritt vor allem in feuchten oder sauerstoffarmen Umgebungen auf und verlangsamt den natürlichen Zerfall deutlich.

Fett als mögliche Energiequelle

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Körperfett kann unter bestimmten Bedingungen weiterverwendet werden, statt einfach entsorgt zu werden. In der Medizin fällt bei Eingriffen wie Fettabsaugung oft eine größere Menge dieses Materials an.

Einige ForscherInnen und ÄrztInnen haben experimentiert, dieses Fett in Energie umzuwandeln und als eine Art Brennstoff zu nutzen. Dabei entstehen Ideen, wie organische Abfälle künftig nachhaltig eingesetzt werden können.

Das Herz kann noch weiterschlagen

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Nach dem Eintritt des Todes hört das Herz nicht immer sofort in der gleichen Sekunde auf zu schlagen. In sehr seltenen Fällen kann es für kurze Zeit noch aktiv sein, da bestimmte Zellen im Herzmuskel eigenständig elektrische Impulse erzeugen können.

Dieser letzte Rest ist jedoch nur vorübergehend und endet, sobald dem Gewebe Sauerstoff und Energie vollständig fehlen.

Das Herz kann aber erneut aktiv werden, und zwar eines, das bereits zum Stillstand gekommen ist. Dies geschieht meist durch besondere äußere Einflüsse oder medizinische Maßnahmen, die den Kreislauf erneut in Gang setzen.

Rückkehr ins Leben

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Auch wenn es selten ist, gibt es dokumentierte Fälle, in denen Menschen nach einer festgestellten Todesphase wieder Lebenszeichen gezeigt haben.

In solchen Situationen wurde der Ton zunächst klinisch festgestellt, bevor es später erneut zu Kreislauf- oder Hirnaktivität kam. Oft spielen dabei medizinische Reanimation oder außergewöhnliche körperliche Reaktionen eine Rolle.

Solche Ereignisse werden intensiv untersucht, da sie wichtige Erkenntnisse über Grenzen und Möglichkeiten der Notfallmedizin liefern.

Bewusstsein

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Es klingt kaum vorstellbar, doch in bestimmten Situationen kann das Gehirn noch für kurze Zeit aktiv bleiben, selbst wenn andere Körperfunktionen bereits stark eingeschränkt sind.

In solchen Momenten berichten Betroffene später häufig davon, dass sie Abläufe und medizinische Maßnahmen während der Wiederbelebung wahrgenommen haben.

Diese Erinnerungen wirken oft sehr intensiv und bleiben lange im Gedächtnis. Für viele Menschen ist diese Erfahrung psychisch belastend, da sie extrem beängstigend empfunden wird.

In einigen Fällen kann dies sogar zu anhaltenden seelischen Folgen führen, die eine Nachbetreuung erforderlich machen und den Alltag der Betroffenen beeinflussen.

Zersetzung des Körpers

Nach dem Tod endet die natürliche Kontrolle des Immunsystems, wodurch Mikroorganismen, die zuvor im Körper lebten, ungehindert aktiv werden können. Besonders Bakterien aus dem Darm beginnen, das Gewebe Schritt für Schritt abzubauen.

Dieser natürliche Prozess führt dazu, dass sich organische Strukturen langsam auflösen und der Körper sich verändert.

Die Zersetzung sorgt dafür, dass organisches Material wieder in den Stoffkreislauf zurückkehrt.

Autolyse – Selbstabbau der Zellen

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Unmittelbar nach dem Tod setzt im Körper ein natürlicher Abbauprozess ein, bei dem Zellen ihre eigenen Strukturen zu zersetzen beginnen.

Besonders empfindlich reagiert dabei das Gehirn, da seine Zellen sehr viel Energie benötigen und schnell auf den fehlenden Sauerstoff reagieren.

Enzyme, die normalerweise für wichtige Stoffwechselprozesse zuständig sind, greifen nun körpereigene Bestandteile an und bauen sie Schritt für Schritt ab.

Dieser Vorgang ist ein Teil der sogenannten Autolyse und markiert den Beginn innerer Veränderungen, die den Körper nach dem Tod allmählich verändern.

Verlust der Muskelkontrolle

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Wenn der Körper stirbt, lässt die Spannung in den Muskeln schnell nach. Dadurch verlieren auch die Muskeln, die normalerweise Blase und Darm kontrollieren, ihre Funktion.

In der Folge kann es zu unwillkürlichen Entleerungen kommen, da keine aktive Steuerung mehr vorhanden ist.

Dieser Vorgang ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf den vollständigen Funktionsverlust des Nervensystems und gehört zu den frühen Veränderungen nach dem Tod.

Austritt von Gasen

Nach dem Tod entspannen sich die Muskeln im gesamten Körper vollständig, einschließlich derjenigen im Verdauungstrakt. Dabei können sich Gase, die sich im Magen oder Darm gebildet haben, ihren Weg nach außen suchen.

In manchen Fällen entweichen sie dabei auch über den Mund, da die normalen Kontrollmechanismen nicht mehr funktionieren.

Totenstarre

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Bei einer Totenstarre versteifen sich die Muskeln zunehmend, da der Körper keine Energie mehr produziert, um sie entspannt zu halten.

Dieser Zustand entwickelt sich meist innerhalb weniger Stunden und betrifft nach und nach den gesamten Organismus. Anfangs sind einzelne Muskelgruppen betroffen, später wird der ganze Körper starr.

Organentnahme

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Im Rahmen einer Organtransplantation wird streng medizinisch kontrolliert festgestellt, ob ein Mensch bereits verstorben ist. Die Organentnahme erfolgt erst, wenn der Tod eindeutig diagnostiziert wurde und keine Hirnfunktionen mehr vorhanden sind.

In diesem Zustand ist kein Bewusstsein und somit kein Schmerzempfinden mehr möglich. Der Körper kann zwar noch auf bestimmte Reize reagieren, diese sind jedoch reflektorisch und nicht mit Wahrnehmung verbunden.

Ziel ist es, Leben zu retten, während der Spender selbst keine Empfindungen mehr hat.

Nägel wirken länger und Haare wächst nicht mehr

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Nach dem Tod wachsen Haare und Nägel nicht mehr weiter, obwohl dieser Eindruck oft entsteht. Tatsächlich verändert sich der Körper, weil er nach und nach Feuchtigkeit verliert.

Die Haut trocknet aus und zieht sich zusammen, wodurch die Nagelränder und Haare stärker sichtbar werden. Dieser optische Effekt kann so wirken, als würden Nägel weiterwachsen, obwohl in Wirklichkeit nur das umliegende Gewebe schrumpft.

Auch bei den Haaren entsteht oft ein falscher Eindruck. Viele glauben, dass sie weiterhin wachsen, doch das stimmt nicht. Der scheinbare Zuwachs entsteht durch Veränderungen der Haut.

Sie verliert Feuchtigkeit, trocknet aus und zieht sich leicht zurück, wodurch Haare länger wirken.

Totenflecke 

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Nach dem Tod kommt es schnell zu sichtbaren Veränderungen der Hautfarbe. Da der Blutkreislauf nicht mehr aktiv ist, verteilt sich das Blut durch die Schwerkraft in den tiefer liegenden Körperbereichen. 

Dadurch entstehen dunkle, meist viollet-bläuliche Verfärbungen, die als Totenflecken bezeichnet werden. 

Geräusche

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Nach dem Tod können im Körper entstehende und sich ausdehnende Gase verschiedene Effekte verursachen. 

Während der Zersetzung sammeln sich Gase in Geweben und Körperhöhlen, die unter Druck geraten. Wenn diese Gase entweichen oder sich verlagern, können dabei Geräusche entstehen, die wie Stöhnen, Knacken oder leises Ächzen wirken.

Abkühlung

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Der Körper verliert seine Wärme. Die Temperatur sinkt kontinuierlich, bis die gleiche Temperatur wie die Umgebung erreicht wird. Die Geschwindigkeit dieser Abkühlung kann je nach äußeren Bedingungen variieren, etwa durch Raumtemperatur oder Kleidung.

Tache noir

Nach dem Tod beginnt die Oberfläche des Auges schnell auszutrocknen, da kein Tränenfilm mehr produziert wird. Besonders bei geöffneten Augen entstehen dadurch sichtbare Veränderungen auf der Hornhaut.

Es bilden sich deshalb dunkle, dreieckige Verfärbungen im Bereich der Bindehaut.

Starker Geruch

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Nach dem Tod beginnt im Körper ein natürlicher Abbauprozess, bei dem Mikroorganismen eine zentrale Rolle spielen. Besonders Bakterien, die zuvor im Verdauungssystem lebten, bauen das Gewebe schrittweise ab.

Dabei entstehen verschiedene Gase und chemische Verbindungen, die einen sehr intensiven und unangenehmen Geruch verursachen können.