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Lange Single? Diese Studie kommt zu einem überraschenden Ergebnis

Lange Single? Diese Studie kommt zu einem überraschenden Ergebnis

Warum fällt es manchen Menschen so leicht, allein zu leben, während andere jeden Abend spüren, dass etwas fehlt?

Warum wirken manche jahrelang Singles vollkommen zufrieden, während andere sich nach genau dem sehnen, was die einen so mühelos ablehnen?

Beide Fragen haben keine einfache Antwort. Vielleicht liegt genau darin der Grund, warum das Thema so viele Menschen beschäftigt, ob im Freundeskreis, in der eigenen Familie oder ganz leise, in den eigenen Gedanken.

Ein Teil der Menschen genießt das Alleinsein spürbar. Spontane Reisen, Entscheidungen ohne Rücksprache, keine Rechenschaft gegenüber niemandem. Diese Freiheit fühlt sich für sie nicht nach Verzicht an, sondern nach Leichtigkeit.

Andere hätten liebend gern jemanden an ihrer Seite, doch der passende Mensch will sich einfach nicht zeigen, egal wie viele Dates, wie viele Anläufe.

Wieder andere haben nie das starke Bedürfnis nach einer Partnerschaft verspürt und leben gut damit.

Drei sehr unterschiedliche Realitäten, die sich äußerlich hinter demselben Wort verstecken: Single.

Schon deshalb sagt der Beziehungsstatus für sich genommen wenig darüber aus, wie erfüllt oder unerfüllt sich ein Leben anfühlt.

Eine Frage aber lässt Forschende seit Jahren nicht los, und sie klingt einfacher, als sie tatsächlich ist. Verändert sich etwas, wenn diese Phase des Alleinseins nicht wenige Monate dauert, sondern sich über viele Jahre zieht?

Eine Langzeitstudie der Universität Zürich ist dieser Frage nachgegangen, mit einer Gründlichkeit, die selten ist.

Studie

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Über einen langen Zeitraum hinweg wurden mehr als 17.000 junge Erwachsene aus Deutschland und Großbritannien begleitet, alle zwischen 16 und 29 Jahren alt.

Eine Gemeinsamkeit verband sie zu Beginn: Keiner von ihnen hatte je eine feste Beziehung geführt.

Genau darin lag der Reiz der Untersuchung. Herausfinden wollte man, wie sich ein längeres Leben ohne Partnerschaft auswirkt, und ob sich bei denjenigen, die über Jahre allein bleiben, wiederkehrende Muster erkennen lassen.

Schnell zeigte sich, dass es um mehr geht als um die reine Frage vergeben oder nicht.

Bildung spielte eine Rolle, ebenso die Wohnsituation und das persönliche Wohlbefinden, das schon früh im Leben den Ton vorgibt.

Eine geringere Zufriedenheit in jungen Jahren ging häufiger mit einer längeren Phase des Alleinseins einher, fast so, als würde sich eine frühe Stimmung über viele Jahre fortschreiben.

Im Schnitt blieben Männer länger ohne Partnerschaft als Frauen.

Bei den Eltern zu wohnen oder ganz allein kam in dieser Gruppe ebenfalls häufiger vor.

Feste Regeln lassen sich daraus trotzdem nicht ableiten.

Jeder Lebensweg nimmt seinen eigenen Verlauf, und zwei Menschen mit demselben äußeren Status erleben oft völlig unterschiedliche Jahre.

Einsamkeit

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Am aufschlussreichsten war ausgerechnet der Unterschied, der sich erst mit der Zeit zeigte.

In der frühen Jugend lagen Singles und Menschen in einer Partnerschaft noch nah beieinander, beide Gruppen berichteten von einer ähnlich hohen Zufriedenheit mit ihrem Leben.

Mit den Jahren verschob sich dieses Bild, langsam, fast unbemerkt, so wie sich auch im echten Leben selten an einem einzigen Tag etwas verändert.

Je länger die Phase ohne Partnerschaft anhielt, desto öfter tauchte in den Antworten das Wort „Einsamkeit“ auf. Die allgemeine Zufriedenheit sank in kleinen Schritten mit, Jahr für Jahr, kaum spürbar von außen, aber messbar in den Daten.

Über Nacht passiert so etwas nie. Es ist ein schleichender Prozess, der sich über mehrere Jahre hinweg aufbaut, fast wie ein Teppich, der Faden für Faden dünner wird.

Freundschaften verändern sich in den Zwanzigern fast zwangsläufig. Die einen gründen eine Familie, die anderen ziehen für einen neuen Job oder ein Studium in eine fremde Stadt.

Aus wöchentlichen Treffen werden welche alle paar Monate. Der Freundeskreis lichtet sich, ohne dass irgendjemand dabei aktiv etwas falsch gemacht hätte.

Im Gruppenchat wird plötzlich ein Wochenende zu zweit geplant, und ganz nebenbei merkt man, wie leise sich die eigene Rolle in diesem Kreis verschiebt.

Im Urlaub fällt das manchmal besonders auf, wenn ein schöner Moment da ist und gleichzeitig niemand in der Nähe, mit dem er sich teilen ließe.

Hier setzt eine der wichtigsten Beobachtungen der Forschenden an. Nicht das Alleinsein selbst scheint die eigentliche Last zu sein.

Es fehlt eher eine Person, mit der sich der Alltag ganz selbstverständlich teilen lässt, ohne großes Nachdenken, einfach im Vorbeigehen.

Beziehungen

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Besonders aufschlussreich wurde es bei jenen Teilnehmern, die im Verlauf der Studie ihre erste feste Beziehung eingingen.

Bei einem großen Teil von ihnen stieg die Zufriedenheit binnen kurzer Zeit spürbar an, fast so, als hätte sich ein Druck gelöst, der lange unbemerkt vorhanden war.

Eine Partnerschaft löst deswegen noch lange nicht jedes Problem. Auch wer glücklich vergeben ist, kennt Ängste, Stress oder Phasen, in denen es seelisch schwerer wird.

Genau darauf legen die Forschenden Wert: Eine Beziehung ist keine Garantie für Glück.

Und doch wirkt eine enge emotionale Bindung für viele wie eine Art Schutzschicht gegen die härteren Tage.

Jemand, der abends fragt, wie der Tag war, und es auch wirklich wissen will.

Jemand, dem ein Erfolg erzählt wird, kaum dass er passiert ist.

Jemand, mit dem eine Sorge geteilt wird, oder mit dem einfach nur geschwiegen werden kann, ohne dass es unangenehm wird.

Solche kleinen, unspektakulären Momente scheinen für das seelische Gleichgewicht mehr zu wiegen, als es von außen den Anschein hat.

Nicht jede Partnerschaft bringt das mit sich. Ist sie aber von Vertrauen und echtem Rückhalt getragen, verändert sich etwas Grundlegendes: das Gefühl, mit den eigenen Schwierigkeiten nicht allein dazustehen.

Nähe

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Aus alldem lässt sich keineswegs schließen, dass jeder eine Partnerschaft braucht, um zufrieden zu sein.

Zahlreiche Menschen leben bewusst allein und sind mit genau diesem Leben rundum im Reinen.

Etwas anderes rückt hier stärker in den Vordergrund: das Gefühl, mit anderen verbunden zu sein.

Diese Verbundenheit lässt sich nicht nur über eine romantische Beziehung herstellen. Eine enge Freundschaft trägt genauso viel, eine verlässliche Familie ebenso, oder einfach ein Mensch, auf den in jeder Lage Verlass ist.

Wer echte Gespräche führt, sich verstanden fühlt und im Ernstfall Rückhalt spürt, berichtet im Schnitt von mehr Zufriedenheit, ganz gleich, ob eine Beziehung geführt wird oder nicht.

Manchmal reicht schon ein einziges Telefonat am Abend, bei dem am anderen Ende jemand wirklich zuhört, um einen ganzen Tag in einem anderen Licht erscheinen zu lassen.

Am Ende erinnert die Studie an etwas, das im Alltag zwischen Terminen und Nachrichten schnell untergeht. Der Mensch ist auf Nähe angelegt.

Vertrauen und ehrliche Bindungen zählen zu den Grundpfeilern eines guten Lebens, unabhängig vom Familienstand auf dem Papier.

Fazit

Über Jahre allein zu bleiben, ist kein Versäumnis und schon gar kein Beweis dafür, dass mit einer Person etwas nicht stimmt.

Jeder Lebensweg verläuft anders, und ein Wunsch nach Partnerschaft erfüllt sich selten pünktlich zum gewünschten Zeitpunkt.

Die Zahlen der Studie machen dennoch deutlich, dass ein langes Single-Leben bei manchen mit wachsender Einsamkeit und sinkender Zufriedenheit einhergehen kann.

Am Beziehungsstatus liegt das aber nur an der Oberfläche.

Wichtiger ist die Frage, ob es Menschen gibt, mit denen eine echte Verbindung besteht.

Diese Verbindungen, ob in der Partnerschaft, in einer Freundschaft oder innerhalb der Familie gefunden, machen das Leben am Ende leichter und geben das Gefühl, den eigenen Weg nicht ganz allein gehen zu müssen.