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Diese psychischen Störungen klingen unglaublich – sind aber real

Diese psychischen Störungen klingen unglaublich – sind aber real

Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet.

An Depressionen oder Angststörungen hat fast jeder schon einmal gedacht oder zumindest davon gehört.

Daneben gibt es jedoch psychische Störungen, die selbst vielen Menschen völlig unbekannt sind.

Manche betreffen das Denken, andere verändern die Wahrnehmung oder führen zu ungewöhnlichen Verhaltensmustern.

Gerade weil diese Erkrankungen so selten sind, werden sie häufig missverstanden oder mit Vorurteilen verbunden.

Dabei steckt hinter jeder Diagnose ein Mensch, der unter den Symptomen leidet und professionelle Hilfe benötigt.

Sechs dieser außergewöhnlichen psychischen Störungen zeigen, wie vielfältig die menschliche Psyche sein kann.

6. Generalisierte Angststörung

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Sorgen gehören zum Leben.

Vor einer wichtigen Prüfung, einem Vorstellungsgespräch oder einer medizinischen Untersuchung nervös zu sein, ist völlig normal.

Bei einer generalisierten Angststörung hört diese Anspannung jedoch nicht mehr auf.

Betroffene machen sich beinahe ununterbrochen Gedanken über mögliche Probleme.

Es geht nicht nur um ein einzelnes Thema.

Die Sorgen wechseln ständig zwischen Gesundheit, Familie, Arbeit, Finanzen oder alltäglichen Situationen.

Selbst wenn sich ein Problem löst, taucht oft schon das nächste auf.

Viele beschreiben das Gefühl, als würde der Kopf niemals zur Ruhe kommen.

Die ständige Anspannung macht sich häufig auch körperlich bemerkbar.

Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Muskelverspannungen oder innere Unruhe gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen.

Außenstehende hören dann oft Sätze wie: „Du machst dir einfach zu viele Gedanken.“

Für Betroffene ist das jedoch keine Entscheidung.

Die Sorgen lassen sich nicht einfach abschalten.

Psychologen gehen davon aus, dass genetische Faktoren, belastende Lebenserfahrungen und Veränderungen bestimmter Gehirnprozesse gemeinsam zur Entstehung beitragen können.

5. Magersucht (Anorexia nervosa)

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Viele Menschen verbinden Magersucht ausschließlich mit dem Wunsch, möglichst schlank zu sein.

Tatsächlich steckt hinter dieser Erkrankung deutlich mehr.

Anorexia nervosa ist eine schwere psychische Störung, bei der Betroffene ihre Nahrungsaufnahme stark einschränken und gleichzeitig eine intensive Angst entwickeln, an Gewicht zuzunehmen.

Bemerkenswert ist, dass sich das eigene Körperbild dabei häufig deutlich von der Realität unterscheidet.

Selbst Menschen, die bereits stark untergewichtig sind, empfinden sich oft noch als zu dick.

Diese verzerrte Selbstwahrnehmung gehört zu den wichtigsten Merkmalen der Erkrankung.

Mit der Zeit wirkt sich die Mangelernährung auf nahezu den gesamten Körper aus.

Herz, Knochen, Hormone und das Immunsystem können dauerhaft geschädigt werden.

Auch die Konzentration lässt häufig nach, während sich viele Betroffene immer stärker aus ihrem sozialen Umfeld zurückziehen.

Psychologen sehen die Ursachen nicht in einem einzigen Auslöser.

Vielmehr spielen genetische Veranlagung, Persönlichkeitsmerkmale, gesellschaftlicher Druck und belastende Erfahrungen häufig gemeinsam eine Rolle.

Anorexia nervosa gehört zu den psychischen Erkrankungen mit der höchsten Sterblichkeitsrate.

Gerade deshalb gilt eine möglichst frühe Diagnose als besonders wichtig.

Je früher eine Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen, Körper und Psyche langfristig zu stabilisieren.

4. Kleptomanie

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Die meisten Menschen denken bei Diebstahl zunächst an einen finanziellen Vorteil oder eine bewusste Entscheidung.

Bei einer Kleptomanie sieht die Situation jedoch völlig anders aus.

Betroffene verspüren einen kaum kontrollierbaren Drang, Gegenstände mitzunehmen – selbst dann, wenn sie diese weder brauchen noch sich problemlos leisten könnten.

Oft handelt es sich um Dinge von geringem Wert.

Nicht der Gegenstand selbst steht im Mittelpunkt, sondern die innere Anspannung, die vor dem Diebstahl entsteht.

Viele beschreiben diesen Moment wie einen starken inneren Druck, der erst nachlässt, sobald die Tat begangen wurde.

Kurz darauf folgen jedoch häufig Schuldgefühle, Scham oder Angst, entdeckt zu werden.

Gerade diese Gefühle führen dazu, dass viele Betroffene ihre Probleme jahrelang vor ihrem Umfeld verbergen.

Psychologen ordnen die Kleptomanie den Störungen der Impulskontrolle zu.

Warum sie entsteht, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Vermutet wird, dass Veränderungen bestimmter Botenstoffe im Gehirn ebenso eine Rolle spielen können wie andere psychische Erkrankungen, die gleichzeitig auftreten.

Entscheidend ist: Kleptomanie hat nichts mit mangelnder Moral oder krimineller Energie zu tun.

Sie ist eine anerkannte psychische Erkrankung, die behandelt werden kann – häufig mit einer Kombination aus Psychotherapie und, wenn nötig, medikamentöser Unterstützung.

3. Dissoziative Identitätsstörung

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Die dissoziative Identitätsstörung gehört zu den am häufigsten missverstandenen psychischen Erkrankungen.

Viele Menschen kennen sie nur aus Filmen oder Serien, in denen sie oft stark übertrieben dargestellt wird.

Die Realität sieht deutlich anders aus.

Bei dieser Störung entwickeln Betroffene zwei oder mehr unterschiedliche Identitätszustände, die das Denken, Fühlen und Verhalten beeinflussen können.

Nicht jeder Wechsel ist für Außenstehende sofort erkennbar.

Manchmal verändert sich lediglich die Stimme, die Körpersprache oder die Art zu sprechen.

In anderen Fällen berichten Betroffene von Erinnerungslücken und können sich später an bestimmte Gespräche oder Ereignisse nicht mehr erinnern.

Psychologen gehen heute davon aus, dass die Störung häufig mit schweren traumatischen Erfahrungen in der frühen Kindheit zusammenhängt.

Die verschiedenen Identitätszustände gelten dabei nicht als mehrere Persönlichkeiten im klassischen Sinn, sondern als ein Versuch der Psyche, mit extrem belastenden Erlebnissen umzugehen.

Die Diagnose ist selten und erfordert eine sorgfältige Abklärung durch erfahrene Fachleute.

Mit einer geeigneten Psychotherapie können viele Betroffene lernen, ihre Symptome besser zu verstehen und ihren Alltag wieder stabiler zu gestalten.

2. Trichotillomanie

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Für viele Menschen wirkt es wie eine schlechte Angewohnheit.

Tatsächlich handelt es sich bei der Trichotillomanie um eine anerkannte psychische Störung.

Betroffene verspüren einen starken Drang, sich immer wieder Haare auszureißen.

Am häufigsten betrifft das die Kopfhaare, doch auch Augenbrauen, Wimpern oder andere Körperhaare können betroffen sein.

Der Impuls tritt oft in belastenden Situationen auf.

Stress, Anspannung oder innere Unruhe verstärken den Drang bei vielen Betroffenen zusätzlich.

Einige bemerken das Haareausreißen kaum bewusst, etwa beim Lesen, Fernsehen oder Arbeiten.

Andere versuchen verzweifelt, den Impuls zu unterdrücken, erleben dabei jedoch eine wachsende innere Anspannung.

Nach dem Ausreißen stellt sich häufig kurzfristig Erleichterung ein.

Kurz darauf folgen jedoch oft Scham und Schuldgefühle.

Viele beginnen deshalb, kahle Stellen mit Frisuren, Mützen oder Make-up zu verstecken und ziehen sich immer stärker aus dem sozialen Leben zurück.

Psychologen vermuten, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken.

Genetische Veranlagung, Veränderungen im Gehirn und belastende Lebenssituationen können das Risiko erhöhen.

1. Körperdysmorphe Störung (Body Dysmorphic Disorder)

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Jeder Mensch hat Dinge an seinem Aussehen, die ihm nicht besonders gefallen.

Für Menschen mit einer körperdysmorphen Störung nimmt dieser Gedanke jedoch eine völlig andere Dimension an.

Sie beschäftigen sich oft stundenlang mit einem vermeintlichen Makel, den andere Menschen entweder gar nicht oder nur kaum wahrnehmen.

Manche betrachten ihr Spiegelbild immer wieder.

Andere vermeiden Spiegel vollständig, weil jeder Blick das Gefühl verstärkt, unattraktiv oder entstellt zu sein.

Nicht selten drehen sich große Teile des Alltags um diesen einen vermeintlichen Fehler.

Einige Betroffene versuchen, ihn mit Make-up, bestimmter Kleidung oder kosmetischen Eingriffen zu verbergen.

Trotzdem verschwindet die innere Unzufriedenheit meist nicht.

Viele ziehen sich mit der Zeit aus dem sozialen Leben zurück, weil sie überzeugt sind, von anderen wegen ihres Aussehens bewertet oder abgelehnt zu werden.

Psychologen vermuten, dass genetische Faktoren, bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und belastende Erfahrungen gemeinsam zur Entstehung beitragen können.

Die körperdysmorphe Störung wird deshalb nicht als Eitelkeit verstanden.

Sie ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die den Alltag erheblich beeinträchtigen kann.

Mit einer frühzeitigen psychotherapeutischen Behandlung gelingt es vielen Betroffenen, ihre Wahrnehmung Schritt für Schritt realistischer einzuordnen und wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Fazit

Wir alle tragen Kämpfe in uns, die niemand von außen sehen kann.

Deshalb lohnt es sich, anderen mit Mitgefühl statt mit schnellen Urteilen zu begegnen.

Oft wissen wir nicht, was ein Mensch gerade durchmacht.