Es gibt keinen Betrug, keinen dramatischen Abschied und keinen Moment, an dem plötzlich alles vorbei ist.
Stattdessen verändert sich etwas langsam.
Ihr seid noch zusammen, verbringt Zeit miteinander und plant vielleicht sogar eure Zukunft.
Trotzdem werden die Gespräche schwieriger, einer von euch zieht sich häufiger zurück und aus der Nähe, die früher selbstverständlich war, wird irgendwann Abstand.
Das Schwierige daran:
Manchmal trägt man selbst dazu bei, ohne es überhaupt zu merken.
Vielleicht hast du Angst, ihn zu verlieren. Vielleicht möchtest du unbedingt, dass eure Beziehung funktioniert.
Aus dieser Angst entstehen Verhaltensweisen, die irgendwann das Gegenteil bewirken können.
Du fragst immer wieder, ob alles zwischen euch in Ordnung ist und interpretierst einen stillen Abend sofort als schlechtes Zeichen oder bringst bei einem Streit Dinge zur Sprache, die eigentlich längst vorbei sein sollten.
Einmal ist das kein Drama.
Wenn daraus jedoch Gewohnheiten werden, kann selbst eine gute Beziehung irgendwann darunter leiden.
Diese 6 Fehler können dafür sorgen, dass zwischen euch langsam eine Distanz entsteht, obwohl du eigentlich nur möchtest, dass ihr zusammenbleibt:
6. Du brauchst ständig die Bestätigung, dass noch alles gut ist

„Liebst du mich noch?“
Natürlich darfst du deinen Partner das fragen.
Vielleicht brauchst du nach einem Streit seine Nähe oder möchtest einfach hören, dass zwischen euch alles in Ordnung ist.
Schwierig wird es, wenn keine Antwort lange genug reicht.
Heute sagt er dir, dass er dich liebt.
Morgen ist er beim Abendessen ungewöhnlich still und sofort fragst du dich wieder, ob etwas nicht stimmt.
Er schreibt kürzer als sonst.
Hat er keine Lust mehr auf mich?
Er möchte einen Abend alleine verbringen.
Entfernt er sich gerade von mir?
Also fragst du nach. Dein Partner beruhigt dich und für einen Moment geht es dir besser.
Bis zur nächsten Situation.
Irgendwann kann das für beide anstrengend werden.
Du bekommst nie lange die Sicherheit, nach der du suchst. Und dein Partner hat zunehmend das Gefühl, dir immer wieder beweisen zu müssen, dass er noch da ist.
Dabei kann er dir hundertmal sagen, dass er dich liebt.
Wenn du ihm beim 101. Mal noch immer nicht glauben kannst, liegt die Antwort irgendwann nicht mehr bei ihm.
5. Du suchst in jedem kleinen Problem ein Zeichen für das Ende

Dein Partner ist schlecht gelaunt.
Normalerweise würdest du denken: Er hatte wahrscheinlich einen anstrengenden Tag.
Doch wenn du Angst um eure Beziehung hast, kann daraus schnell etwas ganz anderes werden.
„Ist irgendwas zwischen uns?“
Er sagt, dass alles okay ist.
Trotzdem beobachtest du ihn weiter.
Warum ist er so ruhig? Warum hat er vorhin so komisch geantwortet? Warum hat er mich heute noch nicht richtig in den Arm genommen?
Plötzlich wird aus einem ganz normalen schlechten Tag eine mögliche Beziehungskrise.
Das kann auch bei einem Streit passieren.
Ihr seid euch wegen einer Kleinigkeit uneinig und während dein Partner noch über das eigentliche Problem spricht, bist du gedanklich schon viel weiter:
Was, wenn wir einfach nicht zusammenpassen?
Was, wenn das jetzt immer so sein wird? …
Dabei bedeutet ein schlechter Tag noch lange nicht, dass mit eurer Beziehung etwas nicht stimmt.
4. Du schleppst alte Enttäuschungen in eure Beziehung mit

Dein Ex hat dich betrogen.
Oder du warst einmal mit jemandem zusammen, der dir ständig etwas versprochen und sich am Ende doch nicht daran gehalten hat.
Natürlich verschwinden solche Erfahrungen nicht einfach, nur weil jetzt ein anderer Mensch neben dir sitzt.
Problematisch wird es, wenn dein neuer Partner irgendwann für Dinge bezahlen muss, die jemand vor ihm getan hat.
Er kommt später nach Hause als geplant und sofort wirst du misstrauisch.
Er schreibt mit einer Kollegin und in deinem Kopf beginnt eine Geschichte, für die es eigentlich noch gar keinen Grund gibt.
Oder ihr streitet und du denkst sofort:
„Genau so hat es damals auch angefangen.“
Deine Vergangenheit kann dir zeigen, worauf du heute besser achten möchtest.
Sie sollte aber nicht automatisch entscheiden, was dein Partner vorhat.
Denn für ihn kann es irgendwann ziemlich verletzend sein, immer wieder beweisen zu müssen, dass er nicht der Mensch ist, der dich damals verletzt hat.
3. Du machst deinen Partner für deine Stimmung verantwortlich

Du hattest einen schlechten Tag.
Eigentlich möchtest du nur, dass dein Partner merkt, dass etwas mit dir nicht stimmt.
Also wirst du still.
Er fragt nicht sofort nach.
Und plötzlich bist du nicht mehr nur wegen deines Tages enttäuscht, sondern auch von ihm.
„Du merkst überhaupt nicht, wenn es mir schlecht geht.“
Vielleicht kennst du auch die andere Variante.
Du bist unsicher und erwartest, dass dein Partner genau die richtigen Worte findet. Du fühlst dich ungeliebt und möchtest, dass er dieses Gefühl möglichst schnell wieder verschwinden lässt.
Natürlich sollte dein Partner für dich da sein.
Du darfst Trost brauchen, Nähe suchen und sagen, dass du gerade einen schlechten Tag hast.
Aber er kann dir nicht jedes unangenehme Gefühl abnehmen.
Vor allem kann er nicht immer erraten, was du gerade brauchst.
2. Du machst aus jedem Streit eine Grundsatzdiskussion

Eigentlich streitet ihr darüber, wer vergessen hat, einzukaufen.
Zehn Minuten später geht es plötzlich darum, dass du dich grundsätzlich nicht wertgeschätzt fühlst, dein Partner sowieso nie zuhört und sich seit Monaten viel zu wenig Mühe gibt.
Aus einem kleinen Problem wird die ganze Beziehung.
Das passiert besonders schnell, wenn sich über längere Zeit Dinge angesammelt haben.
Dann streitet ihr nicht mehr nur über das, was gerade passiert ist. Alte Situationen werden wieder hervorgeholt und aus „Du hast das heute vergessen“ wird irgendwann:
„Du denkst einfach nie an mich.“
Wörter wie „immer“ und „nie“ machen solche Gespräche selten leichter.
Denn dein Partner verteidigt sich plötzlich nicht mehr gegen einen konkreten Vorwurf, sondern gegen das Gefühl, als Partner grundsätzlich alles falsch zu machen.
Natürlich gibt es Probleme, über die ihr ausführlicher sprechen müsst.
Aber nicht jeder vergessene Einkauf muss zum Beweis dafür werden, dass mit eurer Beziehung etwas nicht stimmt.
1. Du vergisst irgendwann, auch dein eigenes Leben zu leben

Am Anfang einer Beziehung möchte man am liebsten jede freie Minute miteinander verbringen.
Irgendwann sollte trotzdem wieder Platz für die Dinge sein, die vorher zu deinem Leben gehört haben.
Deine Freunde. Deine Hobbys. Ein Abend, an dem du etwas ohne deinen Partner machst.
Manchmal geht genau das langsam verloren.
Du sagst Treffen mit Freunden ab, weil dein Partner Zeit hat. Du möchtest am Wochenende nichts ohne ihn planen und bist enttäuscht, wenn er etwas mit seinen Freunden unternehmen möchte.
Nicht unbedingt, weil du kontrollierend sein willst.
Vielleicht fühlt sich gemeinsame Zeit für dich einfach wie ein Beweis dafür an, dass zwischen euch alles gut ist.
Doch wenn sich dein ganzes Leben irgendwann nur noch um die Beziehung dreht, entsteht ein enormer Druck.
Dein Partner wird dann nicht mehr nur der Mensch, den du liebst.
Er soll gleichzeitig dein bester Freund, deine Freizeitbeschäftigung und der Mittelpunkt deines Alltags sein.
Eine gute Beziehung bedeutet aber nicht, dass aus zwei Leben plötzlich nur noch eines werden muss.
Man darf sich lieben und trotzdem manchmal getrennte Pläne haben.
Fazit
Es lohnt sich, bei Beziehungsproblemen zuerst bei sich selbst anzufangen.
Pflege dein eigenes Leben, mach Dinge, die dir guttun, und vergiss bei all der Liebe zu deinem Partner nicht die Liebe zu dir selbst.
Denn wie sollen wir uns mit einem anderen Menschen wirklich wohlfühlen, wenn wir uns mit uns selbst ständig unwohl fühlen?
Kümmere dich um dich, erfülle dir eigene Wünsche und behalte die Dinge, die dich glücklich machen.
Davon profitierst nicht nur du. Auch dein Partner wird glücklicher mit einem Menschen sein, der ihn liebt, aber nicht von ihm erwartet, sein ganzes Glück zu sein.

