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Diese 6 harmlosen Sätze lassen selbst gute Mitarbeiter sofort unprofessionell wirken

Diese 6 harmlosen Sätze lassen selbst gute Mitarbeiter sofort unprofessionell wirken

Professionalität am Arbeitsplatz zeigt sich nicht ausschließlich darin, wie kompetent jemand seine Aufgaben erledigt. Ein Mitarbeiter kann fachlich hervorragend sein, zuverlässig arbeiten und viel Erfahrung besitzen und trotzdem einen ungünstigen Eindruck hinterlassen, wenn seine Kommunikation regelmäßig abweisend, gleichgültig oder wenig lösungsorientiert wirkt.

Gerade im Arbeitsalltag sind es häufig nicht die großen Konflikte, sondern kleine Aussagen, die langfristig beeinflussen, wie Kollegen und Vorgesetzte einen Menschen wahrnehmen.

Das Schwierige daran ist, dass viele problematische Formulierungen vollkommen verständliche Gedanken ausdrücken. Natürlich gibt es Aufgaben, die tatsächlich nicht zum eigenen Verantwortungsbereich gehören. Natürlich kann die Arbeitsbelastung so hoch sein, dass zusätzliche Aufgaben nicht übernommen werden können. Ebenso ist es normal, etwas nicht zu wissen oder eine Entscheidung nicht selbst treffen zu dürfen.

Professionalität bedeutet deshalb keineswegs, immer verfügbar zu sein, niemals Grenzen zu setzen oder auf jede Anfrage sofort mit Zustimmung zu reagieren.

Entscheidend ist vielmehr, wie diese Grenzen kommuniziert werden.

Dazu gehören Formulierungen wie „Das ist nicht meine Aufgabe“, „Das haben wir schon immer so gemacht“, unangemessene Kraftausdrücke, ein hilfloses „Ich weiß nicht, was ich tun soll“, „Nicht mein Problem“ und „Das liegt über meiner Gehaltsklasse“.

1. „Das ist nicht meine Aufgabe“ kann eine berechtigte Grenze unnötig unkooperativ wirken lassen

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Es gibt vollkommen legitime Gründe, eine Aufgabe abzulehnen.

Vielleicht gehört sie aus rechtlichen Gründen nicht zum eigenen Verantwortungsbereich. Vielleicht fehlen bestimmte Berechtigungen oder Kenntnisse. Möglicherweise ist die aktuelle Arbeitsbelastung bereits so hoch, dass eine weitere Aufgabe nicht realistisch übernommen werden kann.

Das Problem liegt deshalb nicht automatisch in der Ablehnung.

Problematisch kann vielmehr die Formulierung „Das ist nicht meine Aufgabe“ werden. Der Ausgangsartikel weist darauf hin, dass dieser Satz schnell unkooperativ und unflexibel wirken kann, selbst wenn die dahinterstehende Grenze vollkommen berechtigt ist.

Denn der Satz beendet ein Problem, ohne irgendeine Richtung für dessen Lösung anzubieten.

Ein Kollege kommt möglicherweise nicht deshalb auf jemanden zu, weil er dessen Stellenbeschreibung ignoriert, sondern weil er gerade nicht weiß, wer zuständig ist. Eine kurze, abweisende Antwort lässt ihn mit genau demselben Problem zurück.

Professioneller wirkt es, die eigene Grenze mit einer möglichen Lösung zu verbinden.

Man kann beispielsweise erklären, dass die Aufgabe außerhalb des eigenen Verantwortungsbereichs liegt, gleichzeitig aber darauf hinweisen, welche Abteilung wahrscheinlich zuständig ist. Wenn die eigene Arbeitsbelastung das Problem darstellt, kann offen gesagt werden, dass eine zusätzliche Aufgabe momentan nur übernommen werden könnte, wenn andere Prioritäten verändert werden.

2. „Das haben wir schon immer so gemacht“ lässt Erfahrung schnell wie Widerstand gegen Veränderung aussehen

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Erfahrung ist im Berufsleben wertvoll.

Menschen, die lange in einem Unternehmen oder einer bestimmten Position arbeiten, wissen häufig sehr genau, weshalb Prozesse auf eine bestimmte Weise entstanden sind. Sie kennen frühere Versuche, wissen, welche Fehler bereits gemacht wurden, und können einschätzen, welche Veränderungen tatsächlich praktikabel sind.

Deshalb ist es keineswegs falsch, auf bestehende Erfahrungen hinzuweisen.

Problematisch wird es erst, wenn Vergangenheit zum einzigen Argument gegen Veränderung wird.

Der Satz beantwortet schließlich nicht die entscheidende Frage: Ist die bisherige Vorgehensweise heute noch die beste?

Unternehmen verändern sich. Technologien entwickeln sich weiter, Kundenerwartungen verschieben sich und neue Werkzeuge ermöglichen Prozesse, die einige Jahre zuvor möglicherweise gar nicht realistisch gewesen wären.

Eine Methode kann deshalb jahrelang funktioniert haben und trotzdem irgendwann nicht mehr optimal sein.

Professionelle Erfahrung zeigt sich nicht darin, jede neue Idee begeistert anzunehmen. Im Gegenteil: Erfahrene Mitarbeiter können besonders wertvoll sein, wenn sie auf Risiken oder bereits bekannte Probleme hinweisen.

Der Unterschied liegt in der Begründung.

3. Ein zu lockerer Sprachstil kann professionelle Grenzen schneller verwischen, als viele erwarten

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Die Arbeitswelt ist längst nicht überall formell.

In vielen Unternehmen duzen sich Mitarbeiter, Teams schreiben locker miteinander und selbst Führungskräfte verwenden Humor oder eine entspannte Alltagssprache. Ein professionelles Umfeld muss deshalb keineswegs bedeuten, dass jeder Satz steif und distanziert formuliert wird.

Trotzdem besitzt jede Arbeitskultur Grenzen.

Der Ausgangsartikel nennt insbesondere häufiges Fluchen oder starke Kraftausdrücke als Beispiel dafür, wie unterschiedlich Sprache innerhalb verschiedener Unternehmen wahrgenommen werden kann. Selbst innerhalb desselben Unternehmens kann ein Ausdruck in einem Team vollkommen normal sein und in einem anderen deutlich unangemessener wirken.

Genau deshalb gehört zur beruflichen Kommunikationsfähigkeit auch die Fähigkeit, das Umfeld einzuschätzen.

Wie sprechen Kollegen miteinander? Wie formell ist die Kommunikation mit Kunden? Welche Sprache verwenden Führungskräfte? Und gibt es einen Unterschied zwischen einem privaten Gespräch in der Pause und einem offiziellen Meeting?

4. Auch sehr private Witze, abwertende Bemerkungen über andere Abteilungen oder ein übermäßig sarkastischer

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Kommunikationsstil können langfristig beeinflussen, wie professionell jemand wahrgenommen wird.

Eine einfache Orientierung kann deshalb hilfreich sein: Je weniger vertraut die Beziehung und je offizieller die Situation, desto bewusster sollte die eigene Sprache gewählt werden.

Lockerheit und Professionalität schließen sich nicht aus.

Doch professionelle Lockerheit besitzt Grenzen.

„Ich weiß nicht, was ich tun soll“ ist kein Problem – solange der Satz nicht das Ende der eigenen Bemühungen bedeutet

Niemand weiß im Berufsleben immer sofort die richtige Antwort.

Selbst erfahrene Mitarbeiter stoßen auf neue Situationen. Prozesse verändern sich, ungewöhnliche Kundenanfragen entstehen und manchmal fehlt schlicht eine bestimmte Information.

Deshalb ist es grundsätzlich vollkommen professionell, Nichtwissen zuzugeben.

Problematisch wird es erst, wenn aus „Ich weiß es nicht“ gleichzeitig „Deshalb kümmere ich mich nicht darum“ wird.

Dabei gibt es einen großen Unterschied zwischen fehlendem Wissen und fehlender Initiative.

Ein Mitarbeiter kann etwas nicht wissen und trotzdem ausgesprochen professionell reagieren.

Er kann nachfragen, Informationen suchen, einen erfahrenen Kollegen einbeziehen oder transparent erklären, dass er zunächst klären muss, wie weiter vorzugehen ist.

Damit verändert sich die Botschaft vollständig.

Aus „Ich weiß es nicht“ wird „Ich weiß es momentan noch nicht, aber ich finde es heraus.“

Genau diese Haltung wird im Berufsleben häufig wesentlich stärker wahrgenommen als vollständiges Wissen.

5. „Nicht mein Problem“ macht aus einer notwendigen Abgrenzung schnell eine persönliche Zurückweisung

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Kaum eine Formulierung beendet ein berufliches Gespräch so deutlich wie „Nicht mein Problem“.

Manchmal ist die sachliche Aussage dahinter sogar korrekt. Ein bestimmtes Thema gehört möglicherweise tatsächlich in eine andere Abteilung oder fällt nicht in den eigenen Verantwortungsbereich.

Doch zwischen „nicht meine Zuständigkeit“ und „nicht mein Problem“ liegt kommunikativ ein großer Unterschied.

Der YourTango-Beitrag weist darauf hin, dass Aussagen wie „Not my problem“ oder „Not in my job description“ schnell arrogant, unflexibel oder wenig teamorientiert wirken können. Gleichzeitig wird ausdrücklich eingeräumt, dass dauerhaft fachfremde Aufgaben ein legitimer Anlass für ein Gespräch mit der Führungskraft sein können.

Das ist eine wichtige Unterscheidung.

Teamfähigkeit darf nicht bedeuten, dass Mitarbeiter unbegrenzt zusätzliche Aufgaben übernehmen müssen.

Wenn jemand regelmäßig Tätigkeiten erledigen soll, die weit außerhalb seiner Position liegen, dadurch seine eigentlichen Aufgaben nicht mehr schafft oder dauerhaft Verantwortung ohne entsprechende Befugnisse übernimmt, sollte das angesprochen werden.

Doch genau dafür gibt es professionelle Kommunikation.

Statt jede einzelne Anfrage gereizt abzuweisen, kann ein grundsätzliches Gespräch über Zuständigkeiten und Prioritäten geführt werden.

Damit wird aus persönlicher Frustration ein organisatorisches Thema.

Der Satz „Nicht mein Problem“ besitzt dagegen eine andere Wirkung. Er vermittelt nicht nur, dass jemand nicht zuständig ist, sondern häufig auch, dass ihm das Ergebnis gleichgültig ist.

6. „Das liegt über meiner Gehaltsklasse“ kann humorvoll gemeint sein und trotzdem Desinteresse signalisieren

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„Das liegt über meiner Gehaltsklasse“ wird häufig scherzhaft verwendet.

Der Satz kann ausdrücken, dass jemand eine Entscheidung nicht treffen darf, bestimmte Informationen nicht besitzt oder eine Angelegenheit tatsächlich auf einer höheren Hierarchieebene geklärt werden muss.

Sachlich kann das vollkommen stimmen.

Statt die eigenen Grenzen humorvoll hervorzuheben, könne es professioneller sein, anzukündigen, die zuständige Person zu fragen und anschließend mit einer Antwort zurückzukommen.

Auch hier zeigt sich wieder das grundlegende Muster aller sechs Aussagen.

Professionalität verlangt nicht, dass ein Mensch Verantwortung übernimmt, die er nicht besitzt.

Sie zeigt sich darin, wie er mit dieser Begrenzung umgeht.

Wenn eine Entscheidung tatsächlich nur ein Manager treffen kann, ist es vollkommen angemessen, das klarzustellen. Doch man kann gleichzeitig erklären, dass man die Frage weitergibt oder den richtigen Ansprechpartner nennt.

Damit bleibt man handlungsfähig.

Besonders im Kontakt mit Kunden oder externen Partnern kann das einen großen Unterschied machen.

Für einen Kunden ist es häufig zweitrangig, welche interne Hierarchie für ein Problem zuständig ist. Er möchte zunächst wissen, wie es weitergeht.

Ein Satz wie „Das kann ich nicht entscheiden“ liefert nur die erste Hälfte der notwendigen Information.

Die zweite lautet: „Ich kläre, wer es entscheiden kann.“

Genau diese zweite Hälfte vermittelt Verantwortung.

Menschen müssen nicht für jedes Problem persönlich zuständig sein, um professionell damit umzugehen.

Manchmal besteht Professionalität lediglich darin, ein Problem nicht fallen zu lassen, nur weil die eigene Zuständigkeit endet.

Fazit: Professionell zu kommunizieren bedeutet nicht, zu allem Ja zu sagen

Eine Aufgabe gehört tatsächlich nicht zur eigenen Position.

Eine bisherige Methode hat möglicherweise gute Gründe.

Ein Mensch weiß etwas tatsächlich nicht.

Die Arbeitsbelastung kann wirklich zu hoch sein.

Eine bestimmte Entscheidung darf ausschließlich die Führungskraft treffen.

Und natürlich darf jeder Mitarbeiter persönliche und berufliche Grenzen besitzen.

Das Problem liegt deshalb selten allein im Inhalt.

Es liegt in der Wirkung.

„Das ist nicht meine Aufgabe“, „Das haben wir schon immer so gemacht“, unangemessene Kraftausdrücke, „Ich weiß nicht, was ich tun soll“, „Nicht mein Problem“ und „Das liegt über meiner Gehaltsklasse“ können schnell vermitteln, dass jemand nicht nach einer Lösung suchen möchte.

Professionelle Kommunikation versucht dagegen, zwei Dinge gleichzeitig zu erreichen.

Sie setzt Grenzen und bleibt trotzdem konstruktiv.

Ein Mitarbeiter darf sagen, dass er keine Kapazität besitzt. Professioneller wirkt es jedoch, gleichzeitig nach der Priorität zu fragen.

Er darf erklären, dass etwas außerhalb seiner Zuständigkeit liegt. Hilfreich ist jedoch, wenn er den richtigen Ansprechpartner kennt.

Er darf etwas nicht wissen. Entscheidend ist, ob daraus Neugier und Initiative oder vollständige Passivität entstehen.

Genau deshalb sollte Professionalität nicht mit ständiger Zustimmung verwechselt werden.

Menschen, die zu allem Ja sagen, obwohl sie bereits überlastet sind, handeln langfristig nicht automatisch professioneller. Sie riskieren Fehler, Frustration und möglicherweise sogar Burnout.

Gute berufliche Kommunikation braucht deshalb sowohl Kooperationsbereitschaft als auch klare Grenzen.

Der Unterschied liegt häufig in wenigen Worten.