Je älter du wirst, desto kürzer scheint manchmal die Liste der Menschen zu werden, die du wirklich gerne um dich hast.
Früher konntest du einen ganzen Abend mit Leuten verbringen, die du kaum kanntest, und hattest trotzdem deinen Spaß.
Heute sagt jemand beim Kaffee drei Sätze und du denkst dir schon: „Nein, danke.“
Zu anstrengend, zu oberflächlich, zu viel Drama oder einfach überhaupt nicht dein Mensch.
Das bedeutet nicht unbedingt, dass du plötzlich alle Menschen hasst oder dich für etwas Besseres hältst.
Mit der Zeit weißt du einfach ziemlich gut, mit wem du deine freien Stunden verbringen möchtest und bei wem dir ein Abend allein auf dem Sofa deutlich verlockender erscheint.
Neue Freundschaften entstehen außerdem nicht mehr so nebenbei wie früher.
Man hat Arbeit, Verpflichtungen, vielleicht eine Beziehung oder Familie und sowieso viel weniger Lust, seine wenige freie Zeit mit Menschen zu verbringen, nach deren Treffen man erst einmal zwei Stunden Ruhe braucht.
Irgendwann bleiben nur noch wenige übrig, bei denen du dich wirklich wohlfühlst.
Das merkt man manchmal auch an den Dingen, die du ganz beiläufig sagst.
Wenn dir die folgenden sieben Sätze verdächtig bekannt vorkommen, ist dein persönlicher Kreis der Menschen, die du wirklich magst, möglicherweise schon ziemlich klein geworden.
7. „Ich bin einfach lieber zu Hause.“

Freitagabend, jemand fragt, ob du noch mitkommst, und eigentlich weißt du deine Antwort schon, bevor die Nachricht überhaupt zu Ende gelesen ist.
Nein.
Deine Jogginghose ist an, auf dem Sofa wartet eine Serie und du hast wirklich keine Lust, dich für drei Stunden Smalltalk noch einmal fertig zu machen.
Das heißt nicht, dass du nie gerne ausgehst.
Für die richtigen Menschen würdest du wahrscheinlich sogar freiwillig das Haus verlassen.
Nur sind diese Menschen inzwischen ziemlich selten geworden.
Denn ein Abend mit Leuten, die ständig lästern, sich gegenseitig übertrumpfen oder aus jeder Kleinigkeit ein Drama machen, fühlt sich irgendwann nicht mehr nach Freizeit an.
Er fühlt sich nach Arbeit an.
Und wenn die Wahl zwischen einem solchen Abend und Ruhe zu Hause besteht, gewinnt das Sofa plötzlich erstaunlich oft.
Manche nennen das langweilig.
Du nennst es einen ziemlich entspannten Freitagabend.
6. „Menschen sind einfach anstrengend.“

Diesen Satz sagst du meistens nicht nach einem einzigen schlechten Gespräch.
Er kommt eher nach Jahren, in denen du festgestellt hast, dass manche Begegnungen mehr Energie kosten, als sie dir geben.
Du gehst irgendwohin, hast eigentlich gute Laune und kommst drei Stunden später nach Hause mit dem Gefühl, erst einmal mit niemandem mehr reden zu wollen.
Zu viel Gerede, zu viele Erwartungen, irgendein unnötiges Drama und zwischendurch die Frage, warum du überhaupt zugesagt hast.
Das Komische daran ist, dass du Menschen wahrscheinlich gar nicht grundsätzlich anstrengend findest.
Bei den wenigen, die du wirklich magst, kannst du stundenlang sitzen und merkst gar nicht, wie spät es geworden ist.
Bei anderen schaust du nach einer halben Stunde zum dritten Mal unauffällig auf die Uhr.
Mit der Zeit wird der Unterschied ziemlich deutlich.
5. „Ich habe keine Energie für neue Freundschaften.“

Neue Freundschaften klingen schön, bis du darüber nachdenkst, dass man sich dafür erst einmal kennenlernen muss.
Wieder erzählen, was du beruflich machst, woher du kommst, was du gerne machst und warum du seit drei Jahren nicht mehr mit dieser einen Person sprichst.
Dann kommen die ersten Treffen, Nachrichten und dieses vorsichtige Abtasten, bei dem noch keiner so richtig weiß, ob daraus überhaupt etwas wird.
Mit 18 passierte das irgendwie nebenbei.
Heute hast du nach der Arbeit manchmal schon keine Energie mehr, jemandem zurückzuschreiben, den du seit zehn Jahren liebst.
Da wirkt die Vorstellung, eine völlig neue Freundschaft von Grund auf aufzubauen, plötzlich erstaunlich anstrengend.
Das heißt gar nicht, dass du keine neuen Menschen kennenlernen möchtest.
Du möchtest nur nicht mehr wochenlang investieren, um irgendwann festzustellen, dass ihr euch eigentlich überhaupt nichts zu sagen habt.
Wenn es sofort passt, wunderbar.
Aber wenn du dich dafür jedes Mal verbiegen oder Gespräche künstlich am Leben halten musst, bist du inzwischen ziemlich schnell raus.
4. „Nach der Arbeit will ich einfach meine Ruhe.“

Acht Stunden lang hast du geredet, Fragen beantwortet, freundlich genickt und wahrscheinlich mindestens einmal so getan, als wäre irgendeine Geschichte viel interessanter, als sie tatsächlich war.
Dann ist Feierabend.
Und damit ist dein täglicher Bedarf an Menschen fürs Erste gedeckt.
Die Einladung auf einen Kaffee klingt eigentlich nett, aber zu Hause wartet niemand, mit dem du Smalltalk führen musst.
Herrlich.
Früher hättest du vielleicht noch spontan zugesagt und wärst direkt von der Arbeit irgendwohin gefahren.
Heute freust du dich manchmal schon morgens darauf, abends einfach die Tür hinter dir zuzumachen.
Die wenigen Menschen, die dir wirklich nahestehen, dürfen diese Ruhe natürlich stören.
Bei allen anderen muss der Kaffee bis zum Wochenende warten.
Oder bis nächste Woche.
Oder bis du irgendwann wieder Lust auf Menschen hast.
3. „Ich wüsste gar nicht, wen ich einladen sollte.“

Solange keine größere Feier ansteht, fällt dir dein kleiner Freundeskreis wahrscheinlich gar nicht besonders auf.
Dann planst du einen Geburtstag und plötzlich sollst du eine Gästeliste schreiben.
Du öffnest die Notizen auf dem Handy und bist nach sechs Namen eigentlich schon fertig.
Kurz überlegst du noch, wen man „halt auch einladen könnte“.
Und genau da merkst du, dass du darauf überhaupt keine Lust hast.
Warum solltest du deinen Geburtstag mit fünfzehn Menschen verbringen, mit denen du sonst kaum sprichst, nur damit der Tisch voller aussieht?
Früher wäre eine lange Gästeliste vielleicht noch wichtig gewesen.
Heute möchtest du lieber sechs Menschen am Tisch haben, bei denen du dich wirklich freust, dass sie da sind.
Das sieht auf Fotos vielleicht weniger beeindruckend aus.
Der Abend ist dafür meistens deutlich besser.
2. „Ich bin einfach eher ein Tiermensch.“

Wenn du diesen Satz regelmäßig sagst, steckt dahinter manchmal mehr als nur die Tatsache, dass du Hunde oder Katzen süß findest.
Mit einem Tier ist vieles herrlich unkompliziert.
Dein Hund interessiert sich nicht dafür, welchen Job du hast, ob deine Wohnung perfekt aussieht oder ob du heute besonders unterhaltsam bist.
Deine Katze findet dich wahrscheinlich sowieso ein bisschen peinlich, bleibt aber trotzdem.
Bei Menschen sieht die Sache manchmal komplizierter aus.
Da wird interpretiert, erwartet, verglichen und aus einer Nachricht ohne Smiley plötzlich eine halbe Staatskrise gemacht.
Kein Wunder, dass sich die Gesellschaft eines Tieres nach einem langen Tag manchmal angenehmer anfühlt.
Du musst nichts erklären und niemanden beeindrucken.
1. „Mit den meisten Menschen werde ich einfach nicht warm.“

Du kannst dich mit fast jedem unterhalten.
Du kannst freundlich sein, lachen und einen ganzen Abend mit jemandem verbringen, ohne dass irgendetwas schiefläuft.
Und trotzdem gehst du nach Hause und denkst: nett, aber mehr auch nicht.
Dieses echte Gefühl von „Mit dir könnte ich stundenlang reden“ hast du nur noch selten.
Es fehlt gar nichts Bestimmtes.
Der andere hat nichts Falsches gesagt, war weder unsympathisch noch langweilig und trotzdem springt der Funke einfach nicht über.
Früher hättest du solchen Kontakten vielleicht noch mehrere Chancen gegeben.
Heute merkst du ziemlich schnell, ob du jemanden wirklich in deinem Leben haben möchtest oder ob es bei einem netten Gespräch bleiben wird.
Das kann von außen wählerisch wirken.
Für dich bedeutet es eher, dass du keine Lust mehr hast, Nähe zu erzwingen, nur weil jemand eigentlich ganz nett ist.
Denn „ganz nett“ ist manchmal eben nur ganz nett.
Fazit
Mit den Jahren werden wir wohl wirklich ein bisschen wählerischer, wenn es um Menschen geht.
Früher hat es oft gereicht, wenn jemand lustig war und man sich gut unterhalten konnte.
Heute merkst du viel schneller, wie du dich in der Nähe eines Menschen eigentlich fühlst.
Wenn du nach jedem Treffen froh bist, endlich wieder zu Hause zu sein, möchtest du dieser Person wahrscheinlich nicht noch mehr von deiner Zeit geben.
So wird der eigene Kreis irgendwann fast unbemerkt kleiner.
Übrig bleiben ein paar Menschen, die du jederzeit anrufen kannst, bei denen du nicht über jedes Wort nachdenken musst und mit denen selbst Schweigen angenehm ist.
Und ganz ehrlich, davon brauchst du keine zwanzig.
Manchmal reichen zwei oder drei völlig aus.

