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Kinder von Eltern, die sie mit Schweigen bestraften, tragen diese 6 Gewohnheiten oft ein Leben lang mit sich

Kinder von Eltern, die sie mit Schweigen bestraften, tragen diese 6 Gewohnheiten oft ein Leben lang mit sich

Schweigen kann vollkommen harmlos sein. Manchmal braucht ein Mensch nach einem Streit einige Minuten oder Stunden, um seine Gedanken zu ordnen und sich emotional zu beruhigen. Eine solche Pause kann sogar verhindern, dass im Affekt Dinge gesagt werden, die später bereut werden. Entscheidend ist jedoch, ob anschließend wieder Kommunikation stattfindet.

Etwas vollkommen anderes geschieht, wenn Schweigen bewusst eingesetzt wird, um einen anderen Menschen zu bestrafen.

Für Erwachsene kann dieses sogenannte Silent Treatment bereits ausgesprochen belastend sein. Für Kinder besitzt es jedoch eine noch größere Bedeutung. Sie sind emotional und praktisch von ihren Eltern abhängig und können die Situation häufig überhaupt nicht richtig einordnen.

Ein Kind weiß möglicherweise nur, dass die Mutter plötzlich nicht mehr mit ihm spricht. Der Vater reagiert nicht auf Fragen. Blickkontakt wird vermieden, Zuneigung verschwindet und niemand erklärt, was eigentlich passiert ist.

Dadurch entsteht eine besonders schwierige Unsicherheit.

Das Kind weiß nicht nur, dass ein Elternteil verärgert ist. Es weiß häufig nicht einmal genau, warum.

Also beginnt es selbst nach einer Erklärung zu suchen.

Was habe ich gemacht?

Wie bekomme ich Mama oder Papa wieder dazu, mit mir zu sprechen?

Muss ich mich entschuldigen?

Bin ich schlecht gewesen?

Genau daraus können Verhaltensweisen entstehen, die zunächst helfen sollen, die Verbindung zum Elternteil wiederherzustellen. Das Kind passt sich stärker an, entschuldigt sich vorsichtshalber und beobachtet jede kleine Veränderung in der Stimmung seines Gegenübers.

1. Sie vermeiden klare Grenzen, weil ein Nein für sie schnell mit Ablehnung verbunden ist

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Grenzen gehören zu gesunden Beziehungen.

Ein Mensch darf sagen, dass ihm etwas unangenehm ist. Er darf Zeit für sich benötigen, eine Bitte ablehnen oder deutlich machen, welches Verhalten er nicht akzeptieren möchte.

Wer als Kind erlebt hat, dass Konflikte durch emotionalen Rückzug beantwortet wurden, kann genau damit später Schwierigkeiten haben.

Denn eine Grenze bedeutet immer auch das Risiko, dass der andere nicht begeistert reagiert.

Für manche Menschen ist das kein großes Problem.

Sie wissen, dass ein Partner enttäuscht sein kann und die Beziehung trotzdem bestehen bleibt.

Wer jedoch gelernt hat, dass Unzufriedenheit plötzlich zum vollständigen Entzug von Aufmerksamkeit führen kann, erlebt dieselbe Situation möglicherweise ganz anders.

Ein einfaches Nein kann sich dann gefährlich anfühlen.

Also wird lieber zugestimmt.

Man besucht Menschen, obwohl man eigentlich erschöpft ist. Man übernimmt Aufgaben, für die keine Zeit vorhanden ist. Man akzeptiert Verhaltensweisen, die einen stören, und sagt trotzdem, dass alles in Ordnung sei.

Kurzfristig verhindert diese Anpassung möglicherweise einen Konflikt.

Langfristig entsteht jedoch ein anderes Problem.

Die eigenen Bedürfnisse verschwinden zunehmend aus der Beziehung.

Andere Menschen können Grenzen schließlich nur respektieren, wenn sie diese überhaupt kennen.

Wer ständig versucht, unkompliziert zu sein, hofft möglicherweise, dadurch besonders liebenswert zu werden. Tatsächlich sammelt sich innerlich jedoch häufig Frustration an.

2. Sie können ihre eigenen Gefühle nur schwer ausdrücken und entschuldigen sich gleichzeitig für fast alles

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Kinder lernen den Umgang mit Emotionen nicht allein dadurch, dass Erwachsene ihnen erklären, welche Gefühle existieren.

Sie lernen vor allem durch Beobachtung.

Was passiert, wenn Mama wütend ist?

Wie reagiert Papa, wenn ihn etwas verletzt?

Kann man darüber sprechen?

Kann jemand sagen: „Das hat mich traurig gemacht“, ohne den anderen abzuwerten?

Wenn ein Elternteil stattdessen schweigt, fehlt genau diese Form der emotionalen Orientierung.

Das Kind erlebt zwar, dass offensichtlich etwas nicht stimmt, bekommt aber keine verständliche Erklärung.

Dadurch können Gefühle zu etwas Bedrohlichem werden.

Später fällt es manchen Erwachsenen deshalb schwer, selbst zu sagen, was in ihnen passiert.

Sie wissen vielleicht, dass sie sich unwohl fühlen, können aber kaum erklären, warum.

Oder sie wissen genau, was sie verletzt hat, trauen sich jedoch nicht, es anzusprechen.

Denn emotionaler Ausdruck wird innerlich weiterhin mit Konflikt verbunden.

Gleichzeitig kann eine zweite Gewohnheit entstehen: übermäßiges Entschuldigen.

Wer früher nie genau wusste, weshalb ein Elternteil plötzlich nicht mehr sprach, musste die Ursache möglicherweise bei sich selbst suchen.

3. Sobald ein Konflikt entsteht, ziehen sie sich zurück und stoßen manchmal genau die Menschen weg, die ihnen wichtig sind

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Menschen übernehmen häufig Kommunikationsmuster, die ihnen vertraut sind, selbst wenn sie unter diesen Mustern früher gelitten haben.

Das klingt zunächst widersprüchlich.

Wer als Kind das Schweigen eines Elternteils als schmerzhaft erlebt hat, müsste doch eigentlich besonders darauf achten, später niemals genauso zu reagieren.

Doch Beziehungsmuster funktionieren nicht immer bewusst.

Wenn ein Mensch nie gelernt hat, einen Konflikt offen auszutragen, fehlt ihm später möglicherweise schlicht eine Alternative.

Was mache ich, wenn ich verletzt bin?

Wie erkläre ich meine Enttäuschung?

Wie bleibe ich im Gespräch, obwohl ich gerade wütend bin?

Wenn dafür keine gesunden Strategien vorhanden sind, kann Rückzug zur vertrauten Lösung werden.

Dann passiert etwas Bemerkenswertes.

Der Erwachsene verhält sich plötzlich ähnlich wie der Elternteil, unter dessen Verhalten er selbst gelitten hat.

Er wird still.

Er zieht sich zurück.

Er antwortet nicht mehr oder beendet das Gespräch.

Das bedeutet nicht automatisch, dass dahinter dieselbe manipulative Absicht steckt.

Manchmal ist Rückzug schlicht der einzige erlernte Mechanismus, mit emotionaler Überforderung umzugehen.

Für den Partner macht das die Situation jedoch nicht unbedingt leichter.

Er erlebt Distanz und weiß möglicherweise ebenfalls nicht, was passiert ist.

Dadurch entsteht genau jene Unsicherheit, die der andere selbst aus seiner Kindheit kennt.

Gesündere Konfliktfähigkeit bedeutet deshalb nicht, niemals eine Pause zu brauchen.

4. Sie glauben schnell, unerwünscht zu sein und wiederholen dadurch manchmal dieselben Beziehungsmuster

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Ignoriert zu werden, kann bei einem Kind eine tiefgreifende Botschaft hinterlassen.

Nicht unbedingt bewusst.

Das Kind denkt möglicherweise nicht ausdrücklich: „Ich bin nicht liebenswert.“

Doch emotional kann genau dieses Gefühl entstehen.

Wenn Aufmerksamkeit und Zuneigung plötzlich verschwinden, sobald etwas falsch läuft, wird Liebe unberechenbar.

Sie fühlt sich nicht mehr wie etwas Sicheres an.

Sie wirkt abhängig davon, wie gut man sich verhält.

Im Erwachsenenalter kann daraus ein geringes Vertrauen in den eigenen Wert innerhalb von Beziehungen entstehen.

Ein Mensch bekommt vielleicht viel Zuneigung und zweifelt trotzdem daran.

Der Partner sagt, dass er ihn liebt.

Trotzdem bleibt die Frage: Wie lange noch?

Dadurch können paradoxe Verhaltensweisen entstehen.

Aus Angst, verlassen zu werden, wird besonders stark versucht, dem anderen zu gefallen.

Gleichzeitig kann Nähe so beängstigend werden, dass man selbst Distanz schafft.

Man möchte geliebt werden, glaubt aber nicht wirklich daran, liebenswert zu sein.

Das kann dazu führen, dass dieselben Fehler oder Beziehungsmuster immer wieder auftreten.

5. Bei kleinen Veränderungen rechnen sie sofort mit dem Schlimmsten

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Eine Nachricht bleibt länger unbeantwortet.

Der Partner klingt am Telefon etwas distanzierter.

Ein Freund sagt ein Treffen kurzfristig ab.

Für viele Menschen sind solche Situationen ärgerlich oder ungewöhnlich, aber nicht automatisch bedrohlich.

Für jemanden, der früher durch Schweigen bestraft wurde, können sie eine wesentlich stärkere emotionale Reaktion auslösen.

Denn kleine Veränderungen erinnern an ein vertrautes Muster.

Etwas stimmt nicht.

Und wenn etwas nicht stimmt, könnte gleich die Verbindung verschwinden.

Also beginnt das Gehirn, nach Erklärungen zu suchen.

Vielleicht liebt er mich nicht mehr.

Vielleicht habe ich etwas falsch gemacht.

Vielleicht möchte sie keinen Kontakt mehr.

Vielleicht ist die Beziehung vorbei.

Innerhalb weniger Minuten kann aus einer unbeantworteten Nachricht eine vollständige Geschichte über Ablehnung entstehen.

Das Problem ist dabei nicht, dass solche Befürchtungen niemals stimmen können.

Menschen distanzieren sich tatsächlich manchmal.

Beziehungen verändern sich.

Doch zwischen einer Möglichkeit und einer Gewissheit besteht ein großer Unterschied.

Wer automatisch vom schlimmsten Szenario ausgeht, reagiert häufig bereits emotional auf etwas, das noch überhaupt nicht passiert ist.

6. Sobald sie sich ignoriert fühlen, brauchen sie besonders dringend Bestätigung und Aufmerksamkeit

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Das letzte Muster wirkt zunächst wie das Gegenteil von Rückzug.

Während manche Menschen Distanz schaffen, wenn sie sich unsicher fühlen, suchen andere besonders intensiv nach Nähe.

Manchmal treten sogar beide Reaktionen bei derselben Person auf.

Zuerst wird versucht, Kontakt herzustellen.

Noch eine Nachricht.

Noch eine Frage.

Noch einmal überprüfen, ob alles in Ordnung ist.

Kommt weiterhin keine Reaktion, schlägt das Verhalten möglicherweise in Rückzug um.

„Dann brauche ich dich eben auch nicht.“

Hinter dieser scheinbaren Gleichgültigkeit kann jedoch große Unsicherheit stehen.

Das YourTango-Ausgangsstück beschreibt, dass bereits kleine Signale wie ein enttäuschter Blick oder ein nicht beantworteter Anruf alte Gefühle von Verwirrung und Verzweiflung aktivieren können.

Das erklärt, warum Bestätigung für manche Menschen in solchen Momenten besonders wichtig wird.

Sie möchten nicht einfach nur Aufmerksamkeit.

Sie möchten wissen, dass die Beziehung noch existiert.

Genau darin liegt ein entscheidender Unterschied.

Für den Partner kann das Verhalten trotzdem anstrengend werden, insbesondere wenn ständig Rückversicherung notwendig ist.

Fazit: Wer als Kind mit Schweigen bestraft wurde, muss als Erwachsener nicht für immer Angst vor Distanz haben

Das besonders Schwierige am Silent Treatment liegt für Kinder häufig nicht nur im Schweigen selbst.

Es liegt in der Unsicherheit.

Ein Kind weiß nicht, was passiert ist, wann der Kontakt zurückkommt oder was es tun muss, damit wieder alles in Ordnung ist.

Dadurch kann es lernen, Beziehungen ständig zu überwachen.

Es passt sich an, entschuldigt sich, versucht Konflikte zu vermeiden und achtet besonders genau darauf, ob jemand emotional auf Abstand geht.

Diese Verhaltensweisen können in der Kindheit verständliche Versuche sein, Sicherheit herzustellen.

Im Erwachsenenleben können sie jedoch genau jene Beziehungen erschweren, die eigentlich sicher sind.

Ein Partner darf einmal still sein, ohne dass die Liebe verschwunden ist.

Ein Freund darf nicht sofort antworten, ohne dass die Freundschaft beendet ist.

Und ein Konflikt darf existieren, ohne dass einer der Beteiligten bestraft oder verlassen werden muss.

Gerade diese Erfahrungen können alte Erwartungen langsam verändern.

Gleichzeitig bedeutet Heilung nicht, jedes problematische Verhalten anderer Menschen mit der eigenen Vergangenheit zu erklären.

Wenn ein Partner tatsächlich regelmäßig schweigt, um zu bestrafen, Kontrolle auszuüben oder den anderen unter Druck zu setzen, sollte dieses Verhalten nicht einfach akzeptiert werden.

Der entscheidende Unterschied liegt zwischen einer kommunizierten Pause und bewusstem emotionalem Entzug.

„Ich brauche gerade etwas Zeit, aber wir sprechen heute Abend darüber“ schafft Orientierung.

Kommentarloses Ignorieren lässt den anderen dagegen im Ungewissen.