Manchmal glauben wir, wir hätten die große Liebe gefunden.
Unser Herz rast, wir haben keinen Appetit mehr, denken rund um die Uhr an diese eine Person – und alles fühlt sich wie ein Film an.
Nur blöd, dass dieser Film meistens nur ein Trailer ist und der eigentliche Kinofilm nie kommt.
Weißt du, was das ist?
Nicht Liebe. Sondern Verliebtheit. Infatuation, wie man so schön auf Englisch sagt.
Eine Mischung aus Schwärmerei, Fantasie, Aufregung und ganz viel „Was-wäre-wenn“.
Das Gemeine daran ist: Verliebtheit fühlt sich erstmal echt gut an. Fast zu gut. Es ist wie ein Rausch.
Aber je mehr du dich da reinsteigerst, desto schmerzhafter wird der Absturz, wenn du irgendwann merkst: „Oh Mist… das war gar nicht Liebe.“
Und damit du genau das nicht erst merken musst, wenn’s zu spät ist – hier kommen acht typische Gefühle, die du für Liebe halten könntest… die aber in Wirklichkeit nur Zeichen dafür sind, dass du gerade mitten in einer Verknalltheits-Falle steckst.
1. Dieses High, bei dem du die Welt rosa siehst

Du kennst das Gefühl: Alles ist plötzlich leicht, aufregend, wunderschön.
Du hast das Gefühl, zu fliegen. Du willst am liebsten den ganzen Tag mit dieser Person verbringen, nichts anderes zählt mehr.
Klingt magisch, oder?
Ist es auch – aber nicht automatisch Liebe. Dieses Hochgefühl ist meist hormonell bedingt.
Dein Körper schüttet Dopamin aus wie verrückt, weil da gerade was Neues, Spannendes passiert.
Nur: Dieses „High“ hält nie lange. Früher oder später kommt der Alltag – und der ist der wahre Test.
Liebe zeigt sich nicht, wenn alles perfekt ist. Sondern wenn’s mal knirscht.
Wenn ihr euch nervt, wenn es Streit gibt, wenn einer krank ist oder gerade ne schwere Zeit durchmacht.
Wer dann noch da bleibt und mit dir gemeinsam durchzieht – das ist Liebe.
2. Du bist total heiß auf die Person – und denkst, das sei ein Zeichen

Sexuelle Anziehung ist toll. Punkt.
Es ist ein wunderbarer Teil von Beziehungen, und natürlich darfst du dein Herzklopfen, das Kribbeln und die Spannung genießen.
Aber: Nur weil du jemanden begehst, heißt das nicht, dass du ihn liebst.
Lust kann uns einnebeln – und zwar so sehr, dass wir komplett ausblenden, ob da überhaupt echte Nähe oder emotionale Tiefe existiert.
Verliebtheit lebt von dieser Spannung.
Liebe lebt von Verbindung. Lust vergeht. Liebe bleibt.
Und wenn nach ein paar Monaten alles körperlich abflacht – bleibt dann überhaupt noch was übrig?
3. Du idealisierst die Person komplett

In deiner Welt ist diese Person perfekt.
Sie ist wunderschön, klug, charmant, anders als alle anderen.
Du findest alles an ihr toll – sogar ihre Fehler erscheinen dir süß oder faszinierend.
Sorry, aber… das ist keine Liebe. Das ist Projektion.
Du siehst nicht die echte Person, sondern eine Version, die du dir selbst zusammengebaut hast.
Liebe beginnt da, wo du den anderen wirklich siehst – inklusive all seiner Macken, Unsicherheiten, nervigen Eigenarten.
Und trotzdem bleibst. Nicht, weil du denkst, er wäre perfekt. Sondern weil du weißt: Er ist echt.
4. Du fühlst dich einfach wohl – und verwechselst das mit Liebe

Manchmal denken wir, wir lieben jemanden, nur weil wir uns in seiner Nähe sicher fühlen.
Oder weil es angenehm ist, nicht allein zu sein. Oder weil wir mit ihm lachen können und es „irgendwie passt“.
Das kann alles total schön sein – aber es reicht nicht.
Vertrautheit ist nicht automatisch Liebe. Nähe ist nicht gleich Verbindung.
Nur weil es bequem ist, muss es nicht bedeuten, dass ihr euch auf einer tiefen Ebene wirklich begegnet.
Manchmal bleiben wir in solchen Verbindungen, weil sie uns von der Einsamkeit ablenken – nicht, weil es echte Liebe ist.
5. Du fühlst dich hingezogen, weil du etwas bekommst

Er gibt dir Aufmerksamkeit. Sie macht dir Komplimente. Du fühlst dich gesehen, gebraucht, gewollt.
Das tut gut. Natürlich. Jeder Mensch will sich gewertschätzt fühlen.
Aber wenn deine Zuneigung hauptsächlich davon abhängt, was du bekommst, dann bist du in einer Art Tauschgeschäft – nicht in Liebe.
Liebe fragt nicht ständig: „Was habe ich davon?“
Liebe fragt: „Wie kann ich da sein?“ Ohne dabei sich selbst zu verlieren.
Liebe ist gegenseitige Unterstützung – nicht ein ständiges Hin-und-Her von Belohnungen.
6. Du bist emotional abhängig

Du bist ständig am Handy, checkst, ob er dir geschrieben hat.
Du bist nervös, wenn sie dir nicht gleich antwortet.
Dein Wohlbefinden hängt davon ab, wie viel Aufmerksamkeit du bekommst.
Das ist kein gutes Zeichen. Und leider auch kein Zeichen für Liebe.
Das nennt man emotionale Abhängigkeit – oder in vielen Fällen: unsicherer Bindungsstil.
Wenn dein inneres Gleichgewicht ständig davon abhängt, ob du gerade „gut genug“ für den anderen bist, läuft was schief.
Liebe macht dich nicht klein oder abhängig.
Liebe gibt dir Raum, dich selbst zu sein – und trotzdem verbunden zu bleiben.
7. Du kannst an nichts anderes mehr denken

Wenn du dich komplett verlierst, deine Hobbys vergisst, deine Freunde vernachlässigst und plötzlich dein ganzes Leben nach dieser Person ausrichtest, klingt das in Filmen vielleicht romantisch – ist es aber in echt nicht.
Das nennt man nicht Liebe. Das nennt man Besessenheit.
Liebe lässt Raum. Liebe bedeutet, sich gegenseitig zu unterstützen – nicht, sich gegenseitig aufzusaugen.
Wer dich liebt, will, dass du dein Leben lebst – nicht, dass du nur noch in seinem kreist.
8. Du bleibst – aus Angst, allein zu sein

Das ist vielleicht der schmerzhafteste Punkt. Viele bleiben in Verbindungen, die ihnen nicht guttun, einfach weil sie Angst vor dem Alleinsein haben. Weil sie denken: „Lieber das hier als gar nichts.“
Aber weißt du was? Das ist das Gegenteil von Liebe.
Liebe ist frei. Sie wächst nicht aus Angst. Sie entsteht aus Vertrauen – nicht aus Mangel.
Wer aus Angst bleibt, hat nie wirklich gewählt.
Und Liebe ist immer eine Wahl. Jeden Tag aufs Neue. Nicht, weil man muss – sondern weil man will.
Fazit
Echte Liebe ist ruhig. Nicht langweilig – ruhig. Du fühlst dich sicher.
Du kannst sein, wie du bist. Ihr habt nicht nur schöne Momente, sondern auch Streit – aber ihr kommt durch. Ihr baut gemeinsam etwas auf. Ihr wachst.
Liebe ist nicht: „Ich brauche dich, um mich vollständig zu fühlen.“
Liebe ist: „Ich bin ganz – und ich will dich trotzdem.“
Liebe ist kein Gefühl, in das man „reinplumpst“. Es ist eine Entscheidung.
Ein Weg. Eine echte Verbindung.
Und die baut man sich nicht in zwei Wochen zusammen – sondern mit Zeit, Geduld, Ehrlichkeit und gegenseitigem Respekt.
Verliebtheit ist wie ein Streichholz: hell, heiß, kurz.
Liebe ist wie ein Feuer: warm, dauerhaft, gepflegt.
Und du verdienst echtes Feuer. Kein flüchtiges Strohfeuer. Kein Rausch, der dich am Ende ausbrennen lässt.
Also frag dich ruhig mal ehrlich: Ist das, was ich da gerade fühle… wirklich Liebe?
Oder sieht’s nur so aus?
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