Es gibt Frauen, die wirken auf manche Männer anstrengend.
Sie sagen nicht zu allem Ja, lassen sich nicht von großen Worten beeindrucken und merken ziemlich schnell, wenn etwas nicht zusammenpasst.
Für den einen ist das zu viel.
Für den anderen genau richtig.
Denn eine Frau, die sich selbst ernst nimmt, macht es nicht jedem leicht. Sie wartet ab, beobachtet und schaut darauf, ob jemand auch dann noch respektvoll bleibt, wenn er nicht sofort bekommt, was er will.
Das sortiert einiges aus.
Männer, die nur schnelle Aufmerksamkeit suchen, verlieren häufig das Interesse. Wer sie wirklich kennenlernen will, lässt sich davon nicht abschrecken.
Und da liegt der Unterschied.
„Kompliziert“ heißt oft nur, dass eine Frau nicht bereit ist, sich kleiner, stiller oder pflegeleichter zu machen, nur damit eine Beziehung funktioniert.
Sie will keinen Mann, der sie aushält. Sie will einen, der mit ihr auf Augenhöhe klarkommt.
Sie macht es nicht jedem leicht

Bei ihr reichen drei nette Nachrichten und ein charmantes Kompliment nicht aus, um sofort einen Vertrauensvorschuss zu bekommen.
Sie schaut erst einmal, wer da eigentlich vor ihr steht.
Wie verhält er sich, wenn sie nicht sofort antwortet? Hält er sein Wort? Interessiert er sich wirklich für sie oder hauptsächlich dafür, möglichst schnell bei ihr zu landen?
Solche Dinge fallen ihr auf.
Deshalb kann es dauern, bis sie jemanden wirklich an sich heranlässt.
Das ist kein Dating-Spiel und auch keine Strategie, mit der sie einen Mann absichtlich zappeln lässt.
Sie möchte nur nicht nach zwei schönen Abenden so tun, als hätte sie bereits den Menschen fürs Leben vor sich.
Ungeduldige Männer finden das schnell anstrengend.
Sie sagt, wenn ihr etwas nicht passt
Mit ihr kann man nicht drei Tage verschwinden und anschließend mit einem „Hey, was machst du?“ weitermachen, als wäre nichts gewesen.
Wenn sie sich respektlos behandelt fühlt, spricht sie es an.
Und wenn ihr etwas nicht gefällt, sagt sie auch mal Nein, ohne danach eine halbe Stunde zu erklären, warum.
Das kommt nicht bei jedem gut an.
Besonders Männer, die Widerspruch sofort als Drama empfinden, dürften mit ihr ihre Schwierigkeiten haben.
Dabei verlangt sie gar nicht, dass immer alles nach ihrem Kopf läuft.
Sie möchte diskutieren können, ohne dass daraus ein Machtkampf wird. Sie möchte ihre Meinung sagen dürfen, ohne anschließend mit Schweigen bestraft zu werden.
Ein selbstbewusster Mann kommt damit klar.
Er weiß, dass zwei Menschen sich lieben können und trotzdem nicht bei allem derselben Meinung sein müssen.
Und er braucht keine Frau, die ständig nachgibt, damit er sich in einer Beziehung stark fühlen kann.
Sie lässt sich von großen Worten nicht beeindrucken

„Mit dir ist alles anders.“
„So etwas habe ich noch nie für eine Frau empfunden.“
Klingt schön.
Nur weiß sie längst, dass sich fast alles sagen lässt.
Deshalb interessiert sie viel mehr, was nach solchen Sätzen passiert.
Ruft er tatsächlich an, wenn er es versprochen hat? Ist er noch genauso aufmerksam, wenn die ersten aufregenden Wochen vorbei sind? Kann sie sich auf ihn verlassen, wenn es gerade nicht um ein romantisches Date geht?
Damit kann man bei ihr wesentlich mehr Eindruck machen als mit der perfekten Nachricht um Mitternacht.
Sie braucht keine täglichen Liebeserklärungen von einem Mann, dessen Verhalten ständig etwas anderes erzählt.
Und genau daran scheitern diejenigen, die vor allem gut darin sind, Frauen schnell für sich zu gewinnen.
Ein Mann mit ernsthaften Absichten muss dagegen keine große Show abziehen.
Bei ihr zählen irgendwann ohnehin nur die Dinge, die er tatsächlich tut.
Sie braucht keinen Mann, damit ihr Leben funktioniert

Sie hat auch vor ihm schon gelebt.
Sie hat ihre Freunde, ihre Arbeit, ihre Pläne für das Wochenende und Dinge, auf die sie sich freut, wenn gerade kein Mann neben ihr sitzt.
Deshalb reicht es nicht, einfach nur da zu sein.
Wer in ihr Leben kommt, sollte darin auch einen guten Platz haben.
Das kann für einen Mann ungewohnt sein, der Liebe vor allem daran erkennt, wie sehr eine Frau ihn braucht.
Diese Frau ruft nicht fünfmal an, weil er einen Abend mit seinen Freunden verbringt. Sie gibt auch nicht ihre eigenen Pläne auf, nur weil er plötzlich Zeit hat.
Sie freut sich auf ihn.
Aber sie wartet nicht den ganzen Tag auf ihn.
Und wenn eine Beziehung ihr dauerhaft mehr Kraft nimmt, als sie ihr gibt, hält sie nicht allein deshalb daran fest, weil sie Angst vor dem Alleinsein hat.
Ein guter Mann muss sich davon nicht bedroht fühlen.
Er weiß, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen einer Frau, die ohne ihn nicht kann, und einer Frau, die ohne ihn könnte – sich aber trotzdem jeden Tag für ihn entscheidet.
Sie erwartet keine perfekte Beziehung

Sie weiß, dass Menschen Fehler machen.
Auch sie selbst.
Ein vergessener Anruf, ein schlechter Tag oder ein Streit sind für sie noch kein Grund, sofort alles infrage zu stellen.
Schwieriger wird es, wenn aus einem Fehler ein Muster wird.
Wenn Entschuldigungen kommen, aber sich nichts ändert. Wenn Probleme unter den Teppich gekehrt werden. Wenn bei jedem unangenehmen Gespräch plötzlich die Tür zufällt.
Damit hat sie wenig Geduld.
Sie kann verzeihen, aber sie möchte nicht zehnmal dieselbe Entschuldigung für dasselbe Verhalten hören.
Und sie erwartet von einem Partner etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: dass er seinen Anteil an einer Beziehung trägt.
Dazu gehört auch, einen Streit auszuhalten, einen Fehler zuzugeben oder ein schwieriges Thema anzusprechen, obwohl man gerade lieber seine Ruhe hätte.
Das ist nicht immer romantisch.
Aber genau an solchen Tagen zeigt sich oft viel deutlicher als beim schönsten Date, mit wem man es wirklich zu tun hat.
Sie merkt schnell, wenn jemand nur Spielchen spielt

Heute schreibt er ihr den ganzen Abend.
Morgen hört sie nichts von ihm.
Dann taucht er wieder auf, macht ihr Komplimente und erwartet, dass sie dort weitermacht, wo sie aufgehört haben.
Früher hätte sie sich darüber vielleicht noch den Kopf zerbrochen.
Heute verliert sie eher das Interesse.
Sie möchte nicht herausfinden müssen, ob ein Mann sie mag. Und sie hat keine Lust, jede Nachricht mit ihren Freundinnen zu analysieren, weil sein Verhalten ständig etwas anderes sagt.
Wer Nähe sucht und sich zurückzieht, sobald sie entsteht, wird bei ihr deshalb nicht lange landen.
Dasselbe gilt für Eifersuchtsspielchen, absichtlich verspätete Antworten oder kleine Provokationen, mit denen jemand testen möchte, wie sehr sie bereits an ihm hängt.
Dafür ist ihr ihre Zeit zu schade.
Sie findet einen Mann nicht interessanter, nur weil er schwer zu bekommen ist.
Interessant wird er für sie, wenn sie merkt, dass sie bei ihm nicht ständig raten muss.
Sie hat keine Angst davor, jemanden zu verlieren, der nicht zu ihr passt

Natürlich tut eine Trennung weh.
Auch eine starke Frau sitzt nachts wach, vermisst jemanden oder fragt sich, ob sie nicht doch noch einen Versuch hätte wagen sollen.
Der Unterschied zeigt sich an einem anderen Punkt.
Sie bleibt nicht um jeden Preis.
Wenn sie ständig um Aufmerksamkeit bitten muss, wenn ihre Grenzen ignoriert werden oder sie sich neben einem Mann häufiger schlecht als glücklich fühlt, zieht sie irgendwann ihre Konsequenzen.
Selbst dann, wenn Gefühle da sind.
Das macht sie für Männer unbequem, die davon ausgehen, dass eine Frau sowieso bleiben wird, sobald sie sich einmal verliebt hat.
Bei ihr ist Liebe kein Freifahrtschein.
Sie kann einen Mann vermissen und trotzdem wissen, dass sie nicht zu ihm zurückgehen sollte.
Sie kann traurig sein und trotzdem die Tür geschlossen lassen.
Ein Mann, der wirklich mit ihr zusammen sein möchte, weiß deshalb auch, dass er sie nicht einfach als selbstverständlich behandeln kann.
Sie will einen Partner und kein Projekt

Sie möchte keinen Mann erst davon überzeugen müssen, dass Treue wichtig ist, regelmäßiger Kontakt zu einer Beziehung gehört oder Respekt auch während eines Streits gilt.
Dafür fehlt ihr irgendwann schlicht die Lust.
Natürlich bringt jeder seine Macken mit.
Aber es gibt einen Unterschied zwischen kleinen Eigenheiten und einem erwachsenen Menschen, dem man ständig erklären muss, wie eine Beziehung funktioniert.
Sie will nicht dauernd hinter ihm herräumen – weder emotional noch im echten Leben.
Sie möchte auch nicht jeden Konflikt allein lösen, Gespräche immer selbst beginnen und anschließend noch dafür sorgen, dass zwischen ihnen wieder alles gut ist.
Das ist keine Partnerschaft.
Das ist Arbeit.
Und genau deshalb fühlt sie sich häufig zu Männern hingezogen, die ihr eigenes Leben im Griff haben.
Zu einem Mann, der Verantwortung übernehmen kann, Entscheidungen trifft und nicht bei jedem Problem darauf wartet, dass seine Partnerin es für ihn löst.
Sie möchte sich verlieben.
Aber sie möchte dabei nicht gleichzeitig seine Therapeutin, Mutter und persönliche Lebensberaterin werden.

