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Was Männer nach einer Affäre wirklich fühlen – 8 ehrliche Geschichten

Was Männer nach einer Affäre wirklich fühlen – 8 ehrliche Geschichten

Affären wirken von außen oft einfacher, als sie tatsächlich sind.

Viele Menschen stellen sie sich wie eine klare Entscheidung vor, einen Moment, in dem jemand bewusst wählt.

Die Realität, zumindest die, die diese acht Männer beschreiben, sieht selten so aus.

Was sie erzählen, klingt weniger nach Kalkül und mehr nach einer langen Reihe kleiner Entscheidungen, die irgendwann zu groß geworden sind, um rückgängig gemacht zu werden.

Die folgenden Aussagen stammen aus Gesprächen und Erfahrungsberichten von Männern, die in langen Beziehungen oder Ehen fremdgegangen sind.

Manche hatten Jahre Abstand dazu, als sie erzählten. Andere sprachen noch mittendrin.

„Am Ende war das Verstecken das Anstrengendste“

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Am Anfang fühlte sich alles anders an, auf eine Art, die er schwer beschreiben konnte. Intensiver, wacher irgendwie. Nachrichten, auf die man tatsächlich wartet. Treffen, die einen Tag vorher schon beschäftigen.

Doch nach einigen Monaten war davon wenig übrig. Was blieb, war vor allem die Verwaltung des Ganzen.

Er musste sich merken, was er wem erzählt hatte. Welchen Weg er angeblich genommen hatte. Warum er spät abends noch kurz ans Telefon gegangen war.

Er sagte, dass er irgendwann aufgehört hatte zu schlafen. Nicht wegen Schuldgefühlen, zumindest nicht nur.

Eher wegen dieser permanenten Hintergrundanspannung, die nie ganz aufgehört hatte. Selbst schöne Familienabende hätten sich seltsam angefühlt, wie eine Kulisse, hinter der er sich versteckt.

„Ich habe erst durch die Affäre gemerkt, wie weit wir voneinander entfernt waren“

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Er sprach lange, bevor er auf das eigentliche Thema kam. Die Affäre habe nicht mit Körperlichkeit begonnen, sondern mit langen Nachrichten.

Mit dem Gefühl, dass ihm jemand wirklich zuhört, ohne dabei aufs Handy zu schauen oder das Gespräch auf sich selbst zu lenken.

Das hatte ihn mehr überrascht als alles andere, wie sehr ihn das getroffen hatte. Dass er so auf etwas reagiert hatte, das eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Seine Frau sei keine schlechte Person, das betonte er mehrmals. Sie hätten einfach aufgehört, miteinander zu reden, irgendwann zwischen Kindern, Arbeit und allem anderen. Er habe das lange nicht so gesehen, oder vielleicht hatte er es nicht sehen wollen.

„Es ging mir um mich, nicht um sie“

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Das sagte er direkt, ohne große Einleitung. Rückblickend sei ihm ziemlich klar, was er damals gesucht hatte: das Gefühl, dass jemand ihn interessant findet. Dass jemand ihn ansieht und etwas sieht, das es wert ist, gesehen zu werden.

Er habe sich in seiner Ehe seit Jahren unsichtbar gefühlt, nicht ignoriert, aber eben irgendwie selbstverständlich.

Die Affäre habe das kurz verändert. Er habe sich anders bewegt, anders gesprochen. Fast wie eine frühere Version von sich selbst.

Was ihn im Nachhinein am meisten beschäftigt: Er sei gar nicht so sehr auf die andere Frau hereingefallen, sondern auf dieses Bild von sich selbst, das er in ihrer Nähe hatte.

„Ich dachte, ich habe alles im Griff“

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Einen Satz sagte er mehrmals in leicht unterschiedlichen Variationen: Ich dachte wirklich, es bleibt überschaubar.

Am Anfang hatte er feste Regeln. Keine gemeinsamen Fotos. Nie von zuhause aus schreiben. Keine Treffen in der Nähe des Büros. Regeln, die er alle irgendwann gebrochen hatte, ohne dass er sagen konnte, wann genau.

Was ihn am meisten verändert hatte, war nicht das Ende der Affäre, sondern die Zeit davor.

Wie er nach und nach aufgehört hatte, ein bestimmter Mensch zu sein. Nicht dramatisch, nicht plötzlich, sondern schrittweise, fast unmerklich.

Bis er eines Morgens beim Frühstück mit seiner Familie saß und dachte: Ich kenne mich selbst gerade kaum.

„Das Schlimmste war die Zeit danach“

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Wenn er von dieser Phase sprach, wurde er ruhiger.

Seine Frau hatte es herausgefunden, auf eine unspektakuläre Art. Eine Nachricht, die offen auf dem Tisch lag. Kein großer Moment. Und danach sei nichts mehr gleich gewesen, auch nicht nach Gesprächen, Tränen und dem Versuch, weiterzumachen.

Er beschrieb einen ganz normalen Dienstagabend, Monate nach allem. Er kam etwas später nach Hause, aus einem langweiligen Termin.

Und er sah, wie seine Frau kurz aufs Telefon schaute, bevor sie ihn ansah. Dieser Blick. Er hatte nichts falsch gemacht, aber dieser Blick war da. Und er wusste, dass er ihn gebaut hatte.

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Er hatte die Affäre beendet, weil die andere Frau mehr wollte. Was dann folgte, beschrieb er als das Komplizierteste an der ganzen Zeit.

Er habe beides verloren. Die Leichtigkeit in seiner Ehe, die es vor der Affäre noch irgendwie gegeben hatte, und die andere Beziehung, die er nie so ernst genommen hatte wie sie. Und er habe an beiden mitschuld.

Das sage sich leicht, fügte er hinzu. Aber zu verstehen, dass man zwei Menschen gleichzeitig in eine schlechte Position gebracht hat, ohne dass einer von beiden es verdient hatte, das sitze anders als alles andere.

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Er war 51, als er von der Affäre erzählte, die fünf Jahre zurücklag.

Was er sagen wollte, war weniger eine Rechtfertigung als eine Beobachtung. Dass Paare manchmal jahrelang funktionieren, ohne dass irgendetwas offensichtlich falsch ist. Kein Streit, keine Krise, keine klare Entfremdung.

Nur dieses stille Nebeneinanderherleben, das sich so eingeschliffen hat, dass man gar nicht mehr merkt, wie wenig von dem da ist, was früher da war.

Die Affäre habe ihm kurzfristig ein anderes Gefühl gegeben. Aber das sei das Problem gewesen: kurzfristig. Was danach blieb, war nicht besser, nur anders kompliziert.

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Dieser Mann war der ruhigste in seinem Erzählen.

Er beschrieb keine dramatischen Momente. Kein Auffliegen, keine große Aussprache. Die Affäre war einfach irgendwann vorbei, und er hatte seiner Frau nie etwas gesagt. Aber er trug es bis heute mit sich.

Was ihn am meisten beschäftige, sei nicht Schuld im klassischen Sinn. Eher diese Frage: Wann genau hatte er aufgehört, ein Mensch zu sein, der er sein wollte?

Es sei kein einzelner Moment gewesen. Eher viele kleine, in denen er sich etwas erlaubt hatte, das er sich nicht hätte erlauben sollen, und danach so getan, als wäre nichts.

Er sagte, er denke manchmal noch daran. Weniger an sie als an die Person, die er in dieser Zeit gewesen war.

Was sich durch alle Berichte zieht

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Was auffällt, wenn man diese Geschichten nebeneinanderlegt: Die wenigsten beschreiben die Affäre als das, was sie am meisten verändert hat.

Es ist das Drumherum, das bleibt. Das Verstecken, das Switchen zwischen zwei verschiedenen Versionen von sich selbst, die Erschöpfung davon, nie ganz irgendwo zu sein.

Psychologen beschreiben Affären oft als Ausdruck von etwas, das schon länger vorhanden war, unausgesprochene Konflikte, fehlende Aufmerksamkeit, verdrängte Unzufriedenheit.

Das stimmt wahrscheinlich in vielen Fällen.

Aber es erklärt nicht, warum manche Menschen jahrelang nicht sehen, was sie eigentlich brauchen, bis sie es plötzlich woanders suchen.

Was diese acht Männer gemeinsam haben: Keiner beschreibt die Affäre im Nachhinein als unkompliziert. Keiner sagt, er würde es wieder genauso machen.

Und fast alle erzählen irgendwann von demselben Moment, dem Morgen, dem Abend, der Situation, in der ihnen klar wurde, dass sie jemand geworden waren, den sie sich nicht ausgesucht hatten.