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11 Redewendungen, die selbst kluge Menschen oft falsch verwenden

11 Redewendungen, die selbst kluge Menschen oft falsch verwenden

Menschen achten stärker auf Sprache, als viele glauben. Nicht nur Wortschatz oder Grammatik spielen dabei eine Rolle, sondern auch die Art, wie bestimmte Ausdrücke verwendet werden.

Ein kleiner sprachlicher Fehler kann schnell einen falschen Eindruck hinterlassen.

Selbst sehr gebildete Personen wirken manchmal unsicher oder weniger kompetent, wenn sie eine bekannte Redewendung falsch aussprechen.

Ironischerweise entstehen solche Fehler häufig genau bei Menschen, die viel lesen.

Sie begegnen bestimmten Begriffen zuerst auf dem Papier und hören sie erst später im Gespräch. Dadurch entstehen Varianten, die logisch klingen, aber sprachlich nicht korrekt sind.

Andere Ausdrücke werden dagegen ständig gehört, aber kaum geschrieben, was dazu führt, dass sich falsche Versionen über Jahre hinweg verbreiten.

Hier sind 11 Redewendungen aus dem Englischen, die häufig falsch verwendet werden und die selbst kluge Menschen ungewollt ungebildet wirken lassen können.

11. „Mute point“ statt „Moot point“

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Ein klassischer Fehler ist die Formulierung „mute point“.

Viele Menschen verwenden diesen Ausdruck, obwohl eigentlich „moot point“ gemeint ist.

Beide Wörter klingen nahezu identisch, haben jedoch völlig unterschiedliche Bedeutungen.

„Mute“ bedeutet still oder stumm, während „moot“ eine Frage beschreibt, die theoretisch oder irrelevant geworden ist.

Der Ausdruck stammt ursprünglich aus dem juristischen Bereich. In amerikanischen Universitäten wurden sogenannte „moot courts“ verwendet – simulierte Gerichtsverfahren, in denen Studenten argumentieren übten.

Wenn heute jemand sagt, eine Diskussion sei ein „moot point“, meint er damit, dass sie keinen praktischen Einfluss mehr hat.

10. „Tender hooks“ statt „Tenterhooks“

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Auch der Ausdruck „on tenterhooks“ wird erstaunlich häufig falsch ausgesprochen.

Viele Menschen sagen stattdessen „on tender hooks“, weil sich diese Variante natürlicher anhört.

Der Ursprung dieser Redewendung liegt jedoch in der Textilherstellung.

Früher wurden Stoffe nach dem Waschen auf große Holzrahmen gespannt, sogenannte „tenters“. Metallhaken hielten das Material unter Spannung – diese Haken wurden „tenterhooks“ genannt.

Aus diesem Bild entwickelte sich die heutige Bedeutung.

Wer „on tenterhooks“ ist, befindet sich in einer nervösen oder angespannten Situation und wartet ungeduldig auf ein Ergebnis.

Ein typisches Beispiel wäre jemand, der auf eine wichtige Zusage wartet und ständig seine E-Mails überprüft.

9. „Biting my time“ statt „Biding my time“

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Eine weitere häufige Verwechslung betrifft den Ausdruck „biding my time“.

Viele Menschen sagen stattdessen „biting my time“.

Das Verb „to bide“ bedeutet geduldig abzuwarten, bis der richtige Moment gekommen ist.

Wenn jemand also „bides his time“, entscheidet er sich bewusst dafür, nicht sofort zu handeln, sondern eine bessere Gelegenheit abzuwarten.

Im Alltag beschreibt dieser Ausdruck häufig strategisches Verhalten.

Zum Beispiel könnte eine Person ruhig arbeiten und beobachten, bis sich die passende Chance für eine Veränderung oder einen Karriereschritt ergibt.

Die Version mit „biting“ klingt plausibel, ist sprachlich jedoch nicht korrekt.

8. „Chock it up“ statt „Chalk it up“

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Viele Menschen verwenden „chock it up“, obwohl eigentlich „chalk it up“ gemeint ist.

Diese Redewendung hat historische Wurzeln.

Früher wurden Schulden oder Ergebnisse tatsächlich mit Kreide auf Tafeln oder Holzbrettern notiert.

Wenn etwas „chalked up“ wurde, bedeutete das also, dass es irgendwo vermerkt oder jemandem zugeschrieben wurde.

Heute verwendet man den Ausdruck meist im übertragenen Sinn.

Wenn etwas schiefgeht, könnte jemand sagen, man solle es einfach als Erfahrung verbuchen.

Im Englischen würde das heißen: „Let’s chalk it up to experience.“

Das Wort „chock“ hat dagegen eine völlig andere Bedeutung und bezeichnet einen Keil, der ein Rad am Wegrollen hindert.

7. „Pre-Madonna“ statt „Prima donna“

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Auch die Redewendung „prima donna“ wird häufig falsch ausgesprochen.

Viele Menschen sagen „pre-Madonna“, vermutlich weil der Name der berühmten Sängerin sofort im Kopf auftaucht.

Der Begriff stammt jedoch aus der italienischen Oper.

Wörtlich übersetzt bedeutet „prima donna“ so viel wie „erste Dame“ und bezeichnete ursprünglich die Hauptsängerin einer Aufführung.

Im Laufe der Zeit bekam der Ausdruck eine zusätzliche Bedeutung.

Heute beschreibt man damit häufig eine Person, die besonders anspruchsvoll, empfindlich oder egozentrisch wirkt.

6. „Extract revenge“ statt „Exact revenge“

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Ein weiterer häufiger Fehler ist „extract revenge“.

Die korrekte Redewendung lautet jedoch „exact revenge“.

Das Verb „to exact“ bedeutet etwas einzufordern oder durchzusetzen.

Wenn jemand „exact revenge“ nimmt, übt er also Vergeltung aus oder verlangt eine Art Wiedergutmachung.

Die Variante mit „extract“ klingt zwar verständlich, erzeugt aber eigentlich ein völlig anderes Bild – eher so, als würde jemand etwas physisch entfernen.

5. „Baited breath“ statt „Bated breath“

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Viele Menschen sagen „waiting with baited breath“, obwohl korrekt „bated breath“ lautet.

Das Wort „bait“ bedeutet Köder, während „bated“ eine verkürzte Form von „abate“ ist und so viel wie „vermindern“ oder „anhalten“ bedeutet.

Die Redewendung beschreibt also eine Situation gespannter Erwartung, in der jemand fast den Atem anhält.

Der Ausdruck geht übrigens auf William Shakespeare zurück, der ihn im 16. Jahrhundert in seinem Stück „The Merchant of Venice“ verwendete.

4. „Another thing coming“ statt „Another think coming“

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Auch dieser Ausdruck wird häufig falsch verwendet.

Viele Menschen sagen „another thing coming“.

Historisch gesehen lautete die ursprüngliche Form jedoch „another think coming“.

Damit wollte man ausdrücken, dass jemand seine Meinung noch einmal überdenken sollte, weil er sich offensichtlich irrt.

Im Laufe der Zeit setzte sich jedoch die Variante mit „thing“ immer stärker durch.

3. „Kitten caboodle“ statt „Kit and caboodle“

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Der Ausdruck „the whole kit and caboodle“ bedeutet „alles zusammen“ oder „das komplette Paket“.

Viele Menschen hören jedoch „kitten caboodle“.

Der ursprüngliche Ausdruck entstand im 18. oder 19. Jahrhundert.

„Kit“ bezeichnete damals eine Sammlung von Dingen, während „caboodle“ eine größere Menge oder ein ganzes Bündel beschrieb.

Zusammen meinte man damit schlicht: alles.

Die falsche Variante klingt zwar niedlich, verändert jedoch die ursprüngliche Bedeutung.

2. „Wreck havoc“ statt „Wreak havoc“

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Auch hier werden zwei ähnlich klingende Wörter verwechselt.

Viele Menschen sagen „wreck havoc“, obwohl korrekt „wreak havoc“ lautet.

Das Verb „to wreak“ bedeutet, Schaden oder Chaos anzurichten.

Wenn beispielsweise ein Sturm eine Region verwüstet, könnte man sagen: „The storm wreaked havoc.“

Die Version mit „wreck“ klingt ähnlich, ergibt sprachlich aber keinen klaren Sinn.

1. „Pass mustard“ statt „Pass muster“

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Eine der kuriosesten Verwechslungen ist „pass mustard“. Richtig lautet die Redewendung jedoch „pass muster“.

Der Ausdruck stammt aus militärischen Inspektionen.

Bei einer sogenannten „muster“ wurden Soldaten überprüft, um festzustellen, ob sie den Anforderungen entsprachen.

Wenn heute etwas „passes muster“, bedeutet das, dass es eine Prüfung besteht oder den erwarteten Standards entspricht.

Die falsche Version klingt eher wie eine Bitte, den Senf am Esstisch weiterzureichen.

Schlussgedanke

Sprache entwickelt sich ständig weiter, und kleine Fehler gehören ganz selbstverständlich dazu.

Viele dieser falschen Redewendungen entstehen nicht aus mangelnder Bildung, sondern einfach aus Gewohnheit oder weil Wörter ähnlich klingen.

Trotzdem lohnt es sich, solche Unterschiede zu kennen.

Denn manchmal entscheidet genau diese kleine sprachliche Genauigkeit darüber, ob jemand kompetent und sicher wirkt oder unbeabsichtigt einen ganz anderen Eindruck hinterlässt.