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6 gruselige Aberglauben und ihr wahrer Ursprung

6 gruselige Aberglauben und ihr wahrer Ursprung

Sicher hast du als Kind auch Dinge getan, bei denen du überhaupt nicht wusstest, warum.

Unter einer Leiter durchgehen? Lieber nicht.

Eine schwarze Katze läuft über die Straße? Kurz stehen bleiben.

Und wenn jemand etwas besonders Schönes über die Zukunft sagte, wurde schnell dreimal auf Holz geklopft – sicher ist sicher.

Die meisten dieser kleinen Regeln haben wir irgendwann von unseren Eltern oder Großeltern übernommen und nie groß darüber nachgedacht.

Manche sind harmlos, andere wirken heute ziemlich absurd, und trotzdem erwischt man sich manchmal noch dabei, wie man sie ganz automatisch befolgt.

Richtig interessant wird es aber erst, wenn man herausfindet, woher einige dieser Aberglauben kommen.

Denn hinter einer schwarzen Katze, einem geöffneten Regenschirm oder einem Spiegel, den man nach einem Todesfall verhüllt, stecken Geschichten über Hexen, Geister, verlorene Seelen und die Angst vor dem Tod.

Und plötzlich wirkt Omas altes „Mach das bloß nicht!“ ein kleines bisschen unheimlicher.

Hier kommen sechs Aberglauben aus verschiedenen Teilen der Welt und die Geschichten, die sich dahinter verbergen.

1. Nachts pfeifen? In Japan lieber nicht

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Du gehst abends nach Hause, hast irgendein Lied im Kopf und fängst ganz nebenbei an zu pfeifen.

In Japan hätte man dir früher vermutlich ziemlich schnell gesagt, dass du das lieber lassen solltest.

Dort gibt es den alten Aberglauben, dass nächtliches Pfeifen unerwünschte Besucher anlocken kann.

Und damit sind nicht unbedingt die Nachbarn gemeint.

Je nach Überlieferung sollen Schlangen, Geister oder andere unheimliche Wesen durch das Pfeifen auf dich aufmerksam werden.

Eltern warnten deshalb auch ihre Kinder davor, nach Sonnenuntergang zu pfeifen.

Ob wirklich etwas aus der Dunkelheit zurückpfeift, darfst du natürlich selbst herausfinden.

Ich würde es vielleicht trotzdem nicht unbedingt ausprobieren, wenn ich nachts allein durch eine ruhige japanische Straße laufe.

2. Eine schwarze Katze kreuzt deinen Weg – bringt das wirklich Pech?

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Schwarze Katzen haben wirklich einen ziemlich schlechten Ruf abbekommen.

Im mittelalterlichen Europa wurden sie zunehmend mit Hexerei und dem Teufel in Verbindung gebracht, und irgendwann reichte schon eine schwarze Katze, die den Weg kreuzte, um darin ein schlechtes Zeichen zu sehen.

Besonders unheimlich war die Vorstellung, dass Hexen selbst die Gestalt einer schwarzen Katze annehmen könnten oder die Tiere ihre Begleiter seien.

Wer einer begegnete, sah deshalb nicht unbedingt einfach eine Katze auf ihrem nächtlichen Spaziergang.

Für manche war sie eine Warnung vor Unglück, Krankheit oder sogar dem Tod.

Das Kuriose daran: Eine schwarze Katze bedeutet längst nicht überall Pech.

In anderen Traditionen gilt sie sogar als Glücksbringer.

Die Katze kann also eigentlich nichts dafür – sie hat nur irgendwann die denkbar schlechteste PR der Geschichte bekommen.

3. Nach einem Todesfall werden die Spiegel verhüllt

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Ein Mensch stirbt und plötzlich werden im Haus alle Spiegel abgedeckt.

Was heute wie eine Szene aus einem Horrorfilm klingt, gehört tatsächlich zu alten Trauerbräuchen.

In der jüdischen Tradition werden während der Schiwa, der Trauerzeit nach der Beerdigung, Spiegel im Haus verhüllt oder umgedreht.

Um diesen Brauch ranken sich allerdings auch deutlich unheimlichere Erklärungen.

Nach altem Aberglauben konnte ein Spiegel die Seele des Verstorbenen einfangen oder Geistern einen Weg in das Haus öffnen.

Allein die Vorstellung ist schon unangenehm genug: Du stehst nachts auf, gehst an einem Spiegel vorbei und fragst dich plötzlich, ob darin wirklich nur dein eigenes Spiegelbild zu sehen wäre.

Die tatsächliche religiöse Bedeutung ist weniger gruselig.

Das Abdecken der Spiegel wird heute vor allem damit verbunden, während der Trauer den Blick von Äußerlichkeiten wegzulenken und sich ganz auf den Verlust und die Erinnerung an den verstorbenen Menschen zu konzentrieren.

Der Aberglaube hat daraus trotzdem eine Geschichte gemacht, wegen der man einen Spiegel nach einem Todesfall lieber nicht zu lange ansehen möchte.

4. Einen Regenschirm im Haus öffnen? Lieber nicht

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Draußen regnet es, du kommst nach Hause und spannst den nassen Regenschirm im Wohnzimmer noch einmal auf.

Für manche Menschen wäre das schon Grund genug, mit dem Schlimmsten zu rechnen.

Der Aberglaube, dass ein geöffneter Regenschirm im Haus Unglück bringt, ist besonders in Großbritannien bekannt.

Eine ziemlich praktische Erklärung führt zurück in die Zeit, als Regenschirme noch schwere Metallstreben und kräftige Spannmechanismen hatten.

Wer so ein Ding in einem kleinen Raum plötzlich öffnete, konnte eine Vase vom Tisch fegen, jemanden verletzen oder selbst Bekanntschaft mit einer Metallstrebe machen.

Mit der Zeit wurde aus der vernünftigen Warnung eine wesentlich spannendere Geschichte.

Ein geöffnetes Schutzdach unter einem bereits geschützten Dach sollte die guten Geister des Hauses beleidigen und damit das Unglück geradezu herausfordern.

Ob die Geister tatsächlich etwas dagegen haben, wissen wir nicht.

Die Vase auf dem Tisch vermutlich schon.

5. Schnell auf Holz klopfen!

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„Dieses Jahr war ich noch kein einziges Mal krank.“

Und was machst du direkt nach so einem Satz?

Du klopfst schnell auf Holz, damit du es bloß nicht verschreist.

Diesen Aberglauben gibt es in verschiedenen Formen in vielen Ländern, wobei sein genauer Ursprung bis heute nicht eindeutig geklärt ist.

Eine der bekanntesten Erklärungen führt zu alten Vorstellungen zurück, nach denen in Bäumen Geister oder andere übernatürliche Wesen lebten, die den Menschen Schutz bringen konnten.

Das Berühren oder Klopfen auf Holz sollte demnach Glück bewahren und verhindern, dass sich etwas Gutes plötzlich ins Gegenteil verkehrt.

Heute erwartest du vermutlich nicht ernsthaft, dass dir aus deinem Küchentisch ein freundlicher Schutzgeist antwortet.

Trotzdem reicht oft schon ein Satz wie „Das ist mir noch nie passiert“, und die Hand sucht fast automatisch nach dem nächsten Stück Holz.

Sicher ist sicher.

6. Salz verschüttet? Dann schnell über die Schulter damit!

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Ein bisschen Salz landet neben dem Teller und schon soll das Unglück bringen?

Dieser Aberglaube hält sich erstaunlich hartnäckig.

Salz war früher kostbar und wurde über Jahrhunderte mit Reinheit, Schutz und sogar religiösen Ritualen verbunden.

Wer es verschüttete, verschwendete also etwas Wertvolles, und irgendwann bekam das kleine Missgeschick eine viel düsterere Bedeutung.

Besonders bekannt ist die Vorstellung, dass verschüttetes Salz Unglück ankündigt.

Doch zum Glück gibt es auch gleich ein Gegenmittel.

Eine Prise des verschütteten Salzes soll mit der rechten Hand über die linke Schulter geworfen werden.

Nach altem Aberglauben lauert nämlich ausgerechnet hinter der linken Schulter der Teufel oder ein böser Geist.

Mit dem Salz wirfst du ihm gewissermaßen direkt etwas ins Gesicht und machst das drohende Unglück wieder rückgängig.

Ob der Teufel tatsächlich hinter dir steht, während du zu Mittag isst, sei dahingestellt.

Falls du dich nach dem nächsten verschütteten Salz trotzdem kurz umdrehst, können wir es dir aber auch nicht verdenken.

Fazit

Die meisten dieser alten Geschichten klingen heute ziemlich verrückt.

Trotzdem haben einige von ihnen Jahrhunderte überlebt und sich so sehr in unseren Alltag geschlichen, dass wir manche Regeln ganz automatisch befolgen.

Wir lachen darüber und behaupten, dass wir an so etwas längst nicht mehr glauben.

Und dann läuft uns eine schwarze Katze über den Weg und für eine Sekunde denken wir doch: „Na toll.“

Man muss eben nicht abergläubisch sein, um manchmal lieber kein Risiko einzugehen.