Skip to Content

Diese Sätze aus unserer Kindheit hören wir noch heute im Kopf

Diese Sätze aus unserer Kindheit hören wir noch heute im Kopf

„Ich zähle jetzt bis drei!“

Wenn du in den 80ern oder 90ern aufgewachsen bist, weißt du wahrscheinlich sofort, dass nach diesem Satz keine gemütliche Mathematikstunde folgte.

Eins.

Zwei.

Und spätestens bei zweieinhalb wusste man plötzlich ganz genau, was Mama oder Papa eigentlich wollte.

Es gab Sätze, die in unserer Kindheit so selbstverständlich waren, dass vermutlich kaum jemand darüber nachgedacht hat.

Man hörte sie beim Essen, beim Aufräumen, nach einer schlechten Entscheidung oder genau dann, wenn man ohnehin schon weinte.

Heute klingen manche davon erstaunlich anders.

Vielleicht, weil wir inzwischen selbst erwachsen sind. Vielleicht auch, weil sich unser Blick auf Erziehung, Gefühle und den Umgang mit Kindern verändert hat.

Natürlich bedeutet das nicht, dass unsere Eltern alles falsch gemacht haben.

Viele dieser Sprüche gehörten einfach zu einer anderen Zeit und wurden wahrscheinlich genauso weitergegeben, wie unsere Eltern sie selbst einmal gehört hatten.

Und trotzdem gibt es einige, bei denen man heute noch ganz genau Mamas oder Papas Stimme im Kopf hört.

Diese 8 Eltern-Sprüche aus den 80ern und 90ern haben viele von uns garantiert nicht vergessen.

8. „Ich zähle jetzt bis drei!“

shutterstock

Es konnte um alles gehen.

Das Spielzeug lag noch auf dem Boden.

Du wolltest nicht ins Bett. Du hast dich geweigert, die Jacke anzuziehen oder einfach beschlossen, dass du heute auf keinen Fall das tun wirst, was deine Eltern von dir verlangen.

Dann kam dieser Satz:

„Ich zähle jetzt bis drei!“

Was genau bei drei passieren würde, wusste man manchmal selbst nicht.

Man wollte es allerdings auch nicht unbedingt herausfinden.

Also wurde plötzlich erstaunlich schnell aufgeräumt, die Jacke angezogen oder der Fernseher ausgeschaltet.

Heute ist der Satz fast schon ein kleines Stück Kindheitsnostalgie. Viele können sich vermutlich noch genau an diesen besonderen Tonfall erinnern, mit dem die Eins ausgesprochen wurde.

7. „Warte nur, bis du mal selber Kinder hast!“

shutterstock

Dieser Satz kam besonders gerne dann, wenn man seine Eltern mal wieder an den Rand ihrer Geduld gebracht hatte.

Du wolltest nicht schlafen, hast diskutiert, irgendetwas angestellt oder zum fünften Mal gefragt, warum du etwas nicht darfst.

Irgendwann kam:

„Warte nur, bis du mal selber Kinder hast!“

Als Kind konnte man damit natürlich überhaupt nichts anfangen.

Eigene Kinder lagen ungefähr so weit in der Zukunft wie die Rente.

Heute haben viele, die diesen Satz damals gehört haben, tatsächlich selbst Kinder.

Und ja, plötzlich versteht man manche Situationen vielleicht besser.

Man versteht, warum die eigenen Eltern manchmal müde waren, warum ihre Geduld irgendwann vorbei war und warum sie nicht jede Diskussion zum sechsten Mal führen wollten.

Trotzdem klingt der alte Spruch rückblickend ein bisschen so, als würden die eigenen Kinder irgendwann zur Strafe dafür kommen, dass man selbst kein perfektes Kind war.

6. „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst …“

10 Anzeichen, dass du von kritischen Eltern aufgezogen wurdest
shutterstock

Diesen Satz musste niemand zu Ende hören.

Man wusste auch so, was gemeint war.

Du wolltest länger ausgehen, hattest eine andere Meinung oder fandest irgendeine Regel zu Hause völlig unfair.

Dann kam irgendwann:

„Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, machst du, was ich sage.“

Damit war die Diskussion meistens beendet.

Als Kind oder Teenager war dagegen schließlich nur schwer zu argumentieren. Du wohntest dort, deine Eltern bezahlten das Essen und damit schien die Sache geklärt zu sein.

Heute wirkt der Satz deutlich härter.

Denn ein Zuhause sollte eigentlich der Ort sein, an dem ein Kind dazugehört, ohne sich dieses Recht erst verdienen zu müssen.

Natürlich dürfen Eltern Regeln aufstellen und Grenzen setzen.

Doch zwischen „Bei uns zu Hause gibt es diese Regel“ und „Du lebst von meinem Geld, also hast du nichts zu sagen“ liegt ein ziemlich großer Unterschied.

5. „Hör auf zu weinen, es ist doch gar nichts passiert.“

Hast du als Kind genug Liebe bekommen? 10 Verhaltensweisen, die das Gegenteil beweisen!
shutterstock

Du bist hingefallen, hast dich mit einem Freund gestritten oder warst wegen etwas traurig, das für Erwachsene vielleicht völlig unwichtig aussah.

Und dann kam:

„Jetzt hör auf zu weinen. Es ist doch gar nichts passiert.“

Wahrscheinlich sollte der Satz sogar beruhigen.

Für dich war aber sehr wohl etwas passiert.

Vielleicht tat dein Knie weh. Vielleicht warst du enttäuscht oder hattest dich erschrocken. Als Kind konntest du solche Gefühle noch nicht einfach einordnen und nach fünf Minuten wieder zur Tagesordnung übergehen.

Heute wissen viele Eltern, dass sie die Tränen ihres Kindes nicht sofort stoppen müssen.

Manchmal braucht ein Kind keine Erklärung dafür, warum etwas „gar nicht so schlimm“ ist.

Es braucht einfach jemanden, der kurz versteht, dass es sich für das Kind gerade schlimm anfühlt.

4. „Was sollen denn die Leute denken?“

shutterstock

Du wolltest etwas anziehen, das deinen Eltern nicht gefiel. Du hast dich anders verhalten, als sie es erwartet hatten, oder irgendeine Entscheidung getroffen, die in ihren Augen ein bisschen zu sehr aus der Reihe fiel.

Und plötzlich ging es gar nicht mehr darum, was du möchtest.

Es ging um die Leute.

„Was sollen denn die Leute denken?“

Wer diese Leute genau waren, blieb meistens offen.

Die Nachbarn? Die Verwandtschaft? Bekannte, die man zweimal im Jahr sah?

Trotzdem schien ihre Meinung erstaunlich wichtig zu sein.

Viele Kinder haben dadurch früh gelernt, nicht nur darüber nachzudenken, ob etwas richtig oder falsch ist, sondern auch darüber, wie es nach außen wirkt.

Bloß nicht auffallen. Bloß keinen schlechten Eindruck machen. Bloß nichts tun, worüber andere reden könnten.

Natürlich ist es normal, Kindern beizubringen, Rücksicht auf andere zu nehmen.

Etwas anderes ist es jedoch, wenn die mögliche Meinung fremder Menschen wichtiger wird als die Frage, wie es dem eigenen Kind mit einer Situation geht.

3. „Andere Kinder schaffen das doch auch.“

shutterstock

Du kommst mit einer schlechten Note nach Hause.

Vielleicht hast du wirklich gelernt. Vielleicht war die Arbeit einfach schwierig oder du hast an diesem Tag einen Fehler nach dem anderen gemacht.

Doch statt über deine Note zu sprechen, fällt plötzlich der Name eines anderen Kindes.

„Aber Lisa hat doch auch eine Eins geschrieben.“

Oder:

„Warum kannst du das nicht? Andere Kinder schaffen das doch auch.“

Solche Vergleiche sollten wahrscheinlich motivieren.

Beim Kind kommt jedoch schnell etwas ganz anderes an.

Nicht nur meine Leistung war heute nicht gut genug. Ich bin offenbar auch schlechter als die anderen.

Und das Gemeine an Vergleichen ist, dass es fast immer jemanden geben wird, der etwas besser kann.

Jemand ist besser in Mathe, sportlicher, ordentlicher oder selbstbewusster.

Kinder müssen natürlich lernen, mit schlechten Leistungen umzugehen und sich anzustrengen.

Dafür müssen sie aber nicht ständig wissen, welches Kind aus der Klasse gerade besser war.

Manchmal hätte damals wahrscheinlich eine viel einfachere Frage gereicht:

„Was ist denn diesmal schiefgelaufen?“

2. „Weil ich das sage.“

shutterstock

Du willst wissen, warum du nicht länger draußen bleiben darfst.

Warum du etwas nicht kaufen kannst. Warum dein Bruder etwas darf, was dir verboten wird. Oder warum eine bestimmte Regel überhaupt existiert.

Also fragst du:

„Aber warum?“

Die Antwort:

„Weil ich das sage.“

Damit war das Gespräch beendet.

Für Eltern war dieser Satz wahrscheinlich manchmal die schnellste Lösung, besonders nach einem langen Tag und der zehnten Warum-Frage.

Für ein Kind war er allerdings ziemlich frustrierend.

Denn eigentlich wollte es eine Erklärung und bekam stattdessen nur die Erinnerung daran, wer entscheidet.

Natürlich müssen Eltern nicht jede Regel eine halbe Stunde lang ausdiskutieren. Manchmal bleibt ein Nein auch dann ein Nein, wenn das Kind damit nicht einverstanden ist.

Trotzdem macht es einen Unterschied, ob ein Kind zumindest versteht, warum eine Grenze existiert.

Denn „Du darfst das nicht, weil es gefährlich ist“ vermittelt etwas anderes als:

„Du darfst das nicht, weil ich hier das Sagen habe.“

Und wer diesen Satz früher oft gehört hat, erinnert sich wahrscheinlich noch ziemlich gut daran, wie schnell damit jede Diskussion vorbei war.

1. „Du wohnst nicht im Hotel!“

shutterstock

Du kommst nach Hause, wirfst die Jacke über einen Stuhl und lässt deine Schuhe irgendwo im Flur stehen.

Vielleicht steht vom Frühstück noch eine Tasse in deinem Zimmer.

Dann dauert es meistens nicht lange:

„Du wohnst hier nicht im Hotel!“

Als Kind fand man diesen Satz wahrscheinlich ziemlich unfair.

Schließlich hatte man weder ein Zimmer gebucht noch irgendwo einen Zimmerservice entdeckt.

Gemeint war natürlich etwas anderes.

Du solltest verstehen, dass zu einem gemeinsamen Zuhause auch gehört, etwas beizutragen. Das eigene Zimmer aufräumen, den Teller in die Küche bringen oder irgendwann lernen, dass schmutzige Wäsche nicht auf magische Weise gewaschen wieder im Schrank landet.

An diesem Gedanken ist eigentlich gar nichts falsch.

Nur wurde daraus manchmal schnell eine kleine Grundsatzdiskussion darüber, wie dankbar man überhaupt sein sollte, ein Dach über dem Kopf, warmes Essen und saubere Kleidung zu haben.

Dinge also, über die sich ein Kind normalerweise noch keine Gedanken machen muss.

Heute versteht man wahrscheinlich besser, warum Eltern irgendwann genervt waren, wenn sie zum zehnten Mal hinter ihren Kindern herräumen mussten.

Fazit

Ich habe jeden dieser Sätze in meinem Leben selbst mehr als einmal gehört und war als Kind bei manchen davon ziemlich verwirrt.

Heute kann man vieles davon wahrscheinlich mit anderen Augen sehen.

Unsere Eltern wollten Grenzen setzen, Regeln vermitteln und uns erziehen – nur wurde damals über Gefühle, Bedürfnisse und Kommunikation noch ganz anders gesprochen als heute.

Sie wussten es wahrscheinlich einfach nicht anders und gaben vieles weiter, was sie selbst aus ihrer Kindheit kannten.