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Gen Z im Berufsleben: 8 Gründe, warum junge Mitarbeiter anders arbeiten

Gen Z im Berufsleben: 8 Gründe, warum junge Mitarbeiter anders arbeiten

Kaum eine Generation wird in der Arbeitswelt so häufig kritisiert wie die Generation Z. Zu jung, zu anspruchsvoll, zu empfindlich, nicht belastbar und angeblich nicht bereit, sich richtig anzustrengen – so lauten einige der Vorwürfe, die jungen Arbeitnehmern immer wieder gemacht werden.

Tatsächlich gibt es Berichte darüber, dass viele Unternehmen in den vergangenen Jahren Gen-Z-Mitarbeiter wieder entlassen haben. Laut den im Originalartikel genannten Daten von Intelligent gaben 60 Prozent der befragten Arbeitgeber an, innerhalb eines Jahres bereits Gen-Z-Beschäftigte entlassen zu haben.

Doch die Frage ist: Liegt das wirklich daran, dass junge Menschen weniger arbeiten wollen?

Nicht unbedingt.

Die Generation Z ist in eine Arbeitswelt hineingewachsen, die sich stark verändert hat. Pandemie, wirtschaftliche Unsicherheit, Homeoffice, soziale Medien und ein völlig anderer Umgang mit psychischer Gesundheit haben ihre Vorstellungen vom Berufsleben geprägt.

Viele junge Menschen sind deshalb nicht unbedingt gegen Arbeit. Sie haben vielmehr andere Erwartungen daran, wie Arbeit aussehen sollte.

1. Sie sind mit wirtschaftlicher Unsicherheit aufgewachsen

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Die Generation Z hat den Einstieg ins Erwachsenenleben unter ungewöhnlich unsicheren Bedingungen erlebt.

Für viele begann die berufliche Orientierung während oder nach der Corona-Pandemie. Schulen und Universitäten wurden geschlossen, Praktika fielen aus und zahlreiche Arbeitsplätze waren plötzlich unsicher.

Auch die Vorstellung von einer klassischen Karriere hat sich verändert. Früher konnte der Gedanke verbreitet sein, dass man eine Ausbildung oder ein Studium abschließt, einen guten Arbeitgeber findet und dort möglichst lange bleibt.

Für viele junge Menschen wirkt dieses Modell heute weniger verlässlich.

Sie sehen, dass Unternehmen Stellen abbauen, Abteilungen schließen oder Mitarbeiter trotz jahrelanger Erfahrung entlassen. Dadurch entsteht eine andere Einstellung zur Arbeit.

Wenn ein Unternehmen keine lebenslange Sicherheit verspricht, sehen viele junge Arbeitnehmer auch keinen Grund, ihre gesamte Identität an einen Arbeitgeber zu binden.

Das kann von älteren Generationen als mangelnde Loyalität wahrgenommen werden. Für die jüngere Generation ist es dagegen häufig eine realistische Reaktion auf die Arbeitswelt, die sie erlebt hat.

2. Flexibilität ist ihnen besonders wichtig

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Für viele Gen-Z-Arbeitnehmer gehört Flexibilität zu einem guten Arbeitsplatz.

Sie möchten – wenn die Tätigkeit es erlaubt – teilweise von zu Hause arbeiten, flexiblere Arbeitszeiten haben und nicht automatisch das Gefühl bekommen, dass ein guter Mitarbeiter derjenige ist, der am längsten im Büro sitzt.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie weniger arbeiten möchten.

Der Unterschied liegt eher darin, dass Arbeit nicht mehr unbedingt den Mittelpunkt des gesamten Lebens bilden soll.

Viele junge Arbeitnehmer wollen Zeit für Familie, Freunde, Hobbys und persönliche Interessen behalten. Der Beruf soll ein wichtiger Teil des Lebens sein, aber nicht das komplette Leben bestimmen.

Genau hier treffen unterschiedliche Vorstellungen aufeinander.

Ein Arbeitgeber kann denken: „Wenn du Karriere machen möchtest, musst du dich voll und ganz dem Unternehmen widmen.“

Ein Gen-Z-Mitarbeiter kann dagegen denken: „Ich möchte gute Arbeit leisten, aber ich möchte trotzdem noch ein eigenes Leben haben.“

Beide Sichtweisen können verständlich sein. Die Herausforderung besteht darin, einen Arbeitsplatz zu finden, an dem die Erwartungen beider Seiten zusammenpassen.

3. Sie wollen nicht jahrelang denselben Alltag erleben

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Routine ist für manche Menschen angenehm. Für andere wird sie schnell langweilig.

Der YourTango-Artikel verweist darauf, dass Gen Z stärker Wert auf neue Erfahrungen, Veränderung und persönliche Weiterentwicklung legt.

Das kann im Berufsleben durchaus Vorteile haben.

Junge Arbeitnehmer möchten neue Aufgaben übernehmen, Fähigkeiten entwickeln und das Gefühl haben, dass sie nicht jeden Tag exakt dasselbe machen.

Problematisch wird es allerdings, wenn ein Unternehmen hauptsächlich aus festen Abläufen besteht und wenig Raum für Veränderung bietet.

Dann kann ein junger Mitarbeiter schnell das Gefühl bekommen, dass er beruflich stehen bleibt.

Gleichzeitig müssen junge Arbeitnehmer natürlich lernen, dass nicht jede Aufgabe aufregend sein kann. Jeder Job enthält Routine, administrative Tätigkeiten und Dinge, die einfach erledigt werden müssen.

Der Wunsch nach Abwechslung ist also nicht automatisch ein Problem. Er muss lediglich mit der Realität eines Arbeitsplatzes vereinbar sein.

4. Der Job soll zu den eigenen Werten passen

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Für viele Gen-Z-Mitarbeiter reicht ein Gehalt allein nicht mehr aus.

Sie möchten wissen, wofür ein Unternehmen steht und ob dessen Werte mit den eigenen Vorstellungen vereinbar sind.

Im Artikel wird beispielsweise auf die Deloitte-Studie von 2024 verwiesen: 86 Prozent der befragten Gen-Z-Menschen gaben an, dass ein Gefühl von Sinn für ihr Wohlbefinden und ihre Zufriedenheit im Beruf wichtig sei. 75 Prozent berücksichtigten außerdem die gesellschaftliche Wirkung und das Engagement eines Unternehmens bei der Jobsuche.

Das bedeutet nicht, dass jeder junge Arbeitnehmer nur einen „Traumjob“ sucht.

Es zeigt vielmehr, dass die Beziehung zwischen Mensch und Arbeitgeber anders betrachtet wird.

Wenn ein Unternehmen beispielsweise Werte kommuniziert, die im Arbeitsalltag überhaupt nicht erkennbar sind, kann das schnell zu Enttäuschung führen.

Für ältere Generationen war die Einstellung vielleicht eher: „Es ist ein Job, du bekommst dafür Geld.“

Für viele jüngere Arbeitnehmer lautet die Frage zusätzlich: „Kann ich mich mit dem Unternehmen identifizieren?“

5. Klassische Hierarchien funktionieren nicht immer für sie

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„Weil ich der Chef bin.“

Dieser Satz reicht bei vielen jungen Arbeitnehmern nicht mehr automatisch als Argument.

Gen Z ist mit einer anderen Vorstellung von Kommunikation aufgewachsen. Informationen sind jederzeit verfügbar, Hierarchien im Internet oft weniger sichtbar und Kommunikation mit Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen ganz normal.

Deshalb erwarten einige junge Mitarbeiter einen direkteren Umgang mit Vorgesetzten.

Sie möchten Fragen stellen können, Feedback bekommen und manchmal auch Entscheidungen hinterfragen.

Für traditionelle Unternehmen kann das schwierig sein.

Ein Mitarbeiter, der offen sagt, dass er eine Entscheidung nicht sinnvoll findet, wird möglicherweise als respektlos wahrgenommen. Der Mitarbeiter selbst kann dagegen glauben, dass genau diese Offenheit erwünscht ist.

Hier entsteht ein klassischer Generationenkonflikt.

Respekt bedeutet schließlich nicht, niemals eine andere Meinung zu haben. Gleichzeitig müssen junge Arbeitnehmer lernen, dass Kritik am Arbeitsplatz auch auf eine professionelle Weise formuliert werden muss.

6. Psychische Gesundheit hat einen höheren Stellenwert

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Eine der größten Veränderungen in der Arbeitswelt betrifft den Umgang mit psychischer Gesundheit.

Gen Z spricht deutlich offener über Stress, Überforderung und psychische Belastungen als viele frühere Generationen. Der YourTango-Artikel verweist darauf, dass Studien bei Gen Z höhere Belastungen durch Depressionen und Angstzustände festgestellt haben.

Das beeinflusst auch den Umgang mit Arbeit.

Ein Arbeitsplatz, der dauerhaft extrem stressig ist, wird von jungen Arbeitnehmern möglicherweise schneller verlassen als von Menschen früherer Generationen.

Das kann positiv sein. Niemand sollte seine Gesundheit dauerhaft für einen Arbeitsplatz zerstören.

Gleichzeitig bedeutet Selbstfürsorge nicht, dass jede unangenehme Aufgabe vermieden werden kann.

Auch Gen Z muss lernen, zwischen normalem Arbeitsstress und tatsächlich schädlichen Arbeitsbedingungen zu unterscheiden.

Ein schwieriger Arbeitstag ist noch kein toxischer Arbeitsplatz.

7. Ihre Vorstellungen von Gesellschaft und Arbeit unterscheiden sich

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Gen Z ist mit anderen gesellschaftlichen Diskussionen aufgewachsen als viele ältere Generationen.

Themen wie Vielfalt, Gleichberechtigung, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit spielen für viele junge Menschen eine größere Rolle bei der Bewertung eines Arbeitgebers.

Wenn ein Unternehmen sehr traditionelle Vorstellungen vertritt, kann es deshalb schnell zu Konflikten kommen.

Dabei geht es nicht nur um politische Fragen. Auch der Umgang unter Kollegen, die Unternehmenskultur und die Frage, ob sich Menschen respektiert und einbezogen fühlen, spielen eine Rolle.

Unternehmen, die ihre Arbeitskultur über Jahrzehnte kaum verändert haben, treffen deshalb möglicherweise auf Mitarbeiter, die andere Erwartungen mitbringen.

Das kann unbequem sein – aber es kann auch eine Chance sein.

Denn jede Generation bringt neue Vorstellungen in die Arbeitswelt und zwingt Unternehmen dadurch teilweise dazu, ihre bisherigen Strukturen zu hinterfragen.

8. Sie akzeptieren unfairen Umgang weniger

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Vielleicht ist das einer der größten Unterschiede zwischen den Generationen.

Viele ältere Arbeitnehmer haben gelernt, unangenehme Situationen am Arbeitsplatz einfach auszuhalten.

Ein schwieriger Chef? Augen zu und durch.

Zu wenig Gehalt? Vielleicht wird es irgendwann besser.

Ungerechte Behandlung? Lieber nichts sagen, damit man den Arbeitsplatz nicht gefährdet.

Gen Z scheint in solchen Situationen häufiger bereit zu sein, offen zu widersprechen oder den Arbeitgeber zu verlassen.

Im Original wird genau diese geringere Toleranz gegenüber unfairer Behandlung als einer der Gründe genannt, warum Gen-Z-Mitarbeiter häufiger anecken oder nicht lange in einem Unternehmen bleiben.

Das kann ein Vorteil sein, weil Mitarbeiter dadurch eher für ihre Rechte und ihre Grenzen eintreten.

Es kann aber auch zum Problem werden, wenn jede unangenehme Situation sofort als unfair empfunden wird.

Nicht jede Kritik ist Diskriminierung und nicht jede strenge Vorgabe ist automatisch respektlos.

Auch junge Arbeitnehmer müssen lernen, zwischen echter Ungerechtigkeit und normalen Anforderungen eines Berufs zu unterscheiden.

Fazit

Die Frage, warum so viele Gen-Z-Mitarbeiter Schwierigkeiten mit klassischen Arbeitsplätzen haben, lässt sich nicht einfach mit „Sie sind faul“ beantworten.

Ihre Erwartungen an Arbeit unterscheiden sich in einigen wichtigen Punkten von denen früherer Generationen. Sie wünschen sich mehr Flexibilität, wollen ihre persönliche Identität nicht ausschließlich über den Beruf definieren und legen größeren Wert auf psychische Gesundheit, persönliche Werte und einen respektvollen Umgang.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Kritik an Gen Z ungerechtfertigt ist.

Junge Arbeitnehmer müssen genauso lernen, pünktlich zu sein, Verantwortung zu übernehmen, Kritik anzunehmen, zuverlässig zu kommunizieren und auch Aufgaben zu erledigen, die nicht besonders spannend sind.

Gleichzeitig müssen Unternehmen akzeptieren, dass sich die Arbeitswelt verändert.

Vielleicht geht es deshalb gar nicht darum, welche Generation die bessere Arbeitseinstellung hat. Die viel interessantere Frage lautet: Wie können Arbeitgeber und Arbeitnehmer lernen, mit unterschiedlichen Erwartungen an Arbeit umzugehen?

Denn am Ende profitieren beide Seiten davon, wenn ein Mitarbeiter gute Arbeit leisten kann, ohne dabei das Gefühl zu haben, sein gesamtes Leben an den Arbeitsplatz abgeben zu müssen.