Auf der Tagesebene müssen wir hunderte Entscheidungen treffen. Ob mit uns selbst oder mit anderen, fällt es nicht immer einfach an, die ideale Lösung zu finden.
Sicherlich ist es dir schon mehrmals passiert, dass du verschiedene Ideen, Vorstellungen und Ziele als deine Mitmenschen hast. Und das ist völlig normal.
Doch, wenn du ständig Schwierigkeiten mit der Überwindung dieser Situationen hast, kann es nervenzerreißend werden.
Finden wir gemeinsam die Lösungen!
Erstens musst du aufhören, Kompromisse nicht als etwas Negatives anzusehen. Es könnte tatsächlich anstrengend sein, da diese manchmal einem Streit ähnlich sind oder sogar mit einem beenden, aber daraus lernt man auch gewisse Sachen und stärkt im Inneren.
Was verstehen wir überhaupt unter dem Kompromiss?

Ein Kompromiss ist die Lösung eines Konflikts durch gegenseitige freiwillige Übereinkunft. Ziel ist das Ergebnis, oft auch als „dritter Weg“ bezeichnet, über den sich alle einig sind.
Wie kannst du einen guten Kompromiss erkennen?
- keiner der Mitwirkende hat sein Ansehen verloren
- alle sind zufrieden mit dem Ergebnis
- durch den Kompromiss wurde die Beziehung nicht beeinträchtigt
Kompromisse kommen in unterschiedlichen Alltagssituationen vor. Sie kommen zum Einsatz, wenn Personen mit divergierenden Interessen gemeinsam nach Lösungen streben. Im Anschluss präsentieren wir praktische Beispiele aus dem Alltag, in denen du Kompromisse brauchen wirst.
In der Geschäftswelt

Da die angestrebten Ziele nie zu 100% erreicht werden können, betrachtet man einen Kompromiss in der Geschäftswelt oft als Misserfolg.
Trotzdem sind Kompromisse ein fester Bestandteil des Geschäftslebens. Weder mit Geschäftspartnern noch mit Kunden könnte man ohne Kompromisse gelungene Geschäfte machen und Erfolge erzielen.
In der Partnerschaft

In der Beziehung sind die Meinungsverschiedenheiten ganz üblich, denn jeder individuelle Bedürfnisse, Vorstellungen und Hoffnungen hat.
Das Zusammenwohnen kann in einer Beziehung eine anspruchsvolle Aufgabe sein. Kompromisse sollten auf der gleichen Ebene ausgehandelt werden, sonst können sie dazu führen, dass ein Machtspielchen entsteht.
Es könnte sich gut anfühlen, einen Kompromiss in der Partnerschaft so zu erreichen, indem man aus Liebe zu seinem Partner die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt. Dies ist jedoch nicht immer empfehlenswert.
Was impliziert ein gelungener Kompromiss?
- niemand muss auf seine Ideen verzichten
- du hast keine Absicht, deinen Partner zu verändern
- dir ist nicht nur wichtig, dass ausschließlich das passiert, was du dich vorgestellt hast
Kompromiss mit dich selbst

In der Suche nach Kompromissen sind normalerweise mindestens zwei Parteien. Doch eigentlich hat man häufig innere Konflikte, mit den man umgehen muss.
„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.“ Bereits Goethes Held Doktor Faust ist auf dieses Problem eingegangen. Dieser Gedanke kommt uns in den Kopf, wenn wir gerade dabei sind, eine wesentliche Entscheidung zu treffen.
Die Möglichkeiten schließen sich dabei üblicherweise aus. Folglich bleibt mindestens einer der Wünsche unerfüllt, was bei uns Frustration auswirkt. Dies kann erfordern, dass man mit sich selbst „ein Gespräch führen“ und zu einem Kompromiss kommen muss.
Wie solltest du bei Kompromissen vorgehen?

Ohne Kompromisse kann es schwer zu einer Lösung kommen, dessen sollten wir uns bewusst sein. Deshalb ist es total wichtig, dass du deine Konfliktmeisterschaft verbesserst, weil von ihr im meisten Fällen die Ergebnisse abhängen.
Hier ein paar kurze und klare Tipps, wie du dein Benehmen anpassen solltest, um die besten Kompromisse zu erreichen:
Drücke dich klar und direkt aus
Sei offen darüber, was dich belästigt. Erkläre deine Erwartungen und Absichten immer ehrlich. Du solltest aber auch Fragen stellen und anderer Person zeigen, dass du Interesse daran hast, ihre Bedürfnisse und Wünsche anzuhören.
Nutze Ich-Botschaften, um deine Gefühle zu äußern, anstatt nur die Fehler des anderen anzusprechen. Betone, was deine Erwartungen sind.
Achte auf jeden Fall darauf, eine angenehme Gesprächsstimmung zu schaffen. Sei immer nett und ruhig, um deine Kompromissbereitschaft zu zeigen.
Unterbreche deinen Partner nicht und höre aufmerksam zu
Es ist selbstverständlich, dass die Parteien einander zuhören, damit schließlich jeder seine Absichten und Ideen verwirklichen kann. Der Blickkontakt ist hier von großer Bedeutung.
Du darfst dir nicht erlauben, dass deine Gedanken umherwandern. Falls dich etwas abgelenkt hat, frage ruhig nach, um den Faden nicht zu verlieren.
Sei verständnisvoll
Versuche, ab und zu darüber nachzudenken, wie sieht es aus der Perspektive deines Gegenübers aus. Auf diese Weise zeigst du die Ehre und verdienst auch ein respektvolles Handeln von anderer Partei. Dieses Verhalten hilft dir ebenso, deinen Partner besser zu verstehen und führt vielleicht zu schnelleren Lösungen.
Hab keine Angst vor Fragen
Manchmal kommt es auch zu Missverständnissen, obwohl alle der Meinung sind, dass sie sich klar ausgedrückt haben. Daher ist es immer empfehlenswert, Fragen zu stellen und zu bestätigen, dass du alles richtig verstanden hast.
Gib natürlich auch den anderen die Gelegenheit und Zeit für Rückfragen. Das ist die Garantie dafür, dass du die Missverständnisse vermeiden wirst.
Achte außerdem auf die Körpersprache und die Intonation. Oft geben wir unbewusst einige Zeichen, wegen denen unsere Sätze falsch gedeutet werden können.
Selbstreflexion ist der Schlüssel
Halte deine Argumentation sachlich und rational. Denke sorgfältig darüber nach, was du sagen möchtest, um unüberlegte Äußerungen zu vermeiden, die du später bereuen könntest.
Es ist auch ratsam, im Voraus die Argumente zu sammeln, damit du nicht sprachlos bleibst, bzw. damit dich nichts überrascht.
Vorsichtig mit spontanen Reaktionen und Emotionen. Nimm das Ganze nicht zu persönlich, mische aber auch nicht das Privatleben darin.
Der Weg zum Kompromiss ist kein Wettbewerb
Benimm dich nicht so, als ob du vorhättest, jemanden zu besiegen. So verringerst du deine Chancen, dass du Nutzen aus dem Kompromiss ziehst. Behalte es immer im Kopf, dass die Zustimmung das Ziel ist.

Wenn wir über Kompromisse sprechen, rechnen wir nicht unbedingt mit positivem Ausgang. Jeder Kompromiss hat seine Nachteile, weil die beiden Seiten ein bisschen nachgeben müssen.
Aus diesem Grund ist es fundamental, sowohl die eigenen als auch die Grenzen vom Gegenüber zu kennen und zu respektieren. Die Entscheidung, ob es sich für dich lohnt, einen Kompromiss anzustreben, liegt an dir und sollte auf Basis der Vor- und Nachteile getroffen werden.
Vorteile
- effiziente Lösung eines Problems
- die vernünftige Art, widersprüchliche Interesse auszugleichen
- Durchsetzung von Zielen
Nachteile
- unvollständige Lösung und Zugeständnisse
- machmal liegt es nur an Überzeugungsfähigkeit
- mangelde Klarheit
Wie kannst du die Win-Win-Situationen verschaffen?

Obwohl die Kompromisse eine der besten Lösungen für unterschiedliche Konflikte darstellen, sind sie auch nicht immer ein Volltreffer.
Warum? Na ja, wir haben schon mehrmals gesagt, dass es bei einem Kompromiss nicht um das Gewinnen handelt und dass man ab und zu nachlassen sollte.
Doch wonach sollten wir dann streben? Klar, nach einer Win-win-Lösung.
Hier eine Situiation zum Nachdenken
Nach der Schule kommen die Geschwister Lisa und Jonas nach Hause. In der Küche befindet sich nur noch ein Apfel. Beide möchten ihn haben, weswegen es zum Streit kommt.
Glücklicherweise ist der Vater da. Er halbiert den Apfel und gibt jedem Kind eine Hälfte. Das scheint, die beste Lösung zu sein, nicht wahr?
Es stellt sich jedoch heraus, dass Jonas eigentlich den Apfelsaft trinken wollte und Lisa Lust auf einen Apfelkuchen hatte. Mit dieser Lösung erzielten sie zwar Kompromiss, aber keine Win-win-Situation. Das heißt, sie sollten erstmal über ihre Absichten und Wünsche reden.

Warum ist eine Win-win-Situation so günstig?
Sie ist eigentlich die beste Option, da die beiden Seiten davon profitieren. Sie wird auch Doppelsieg-Strategie genannt. Alle sind mit dem Ergebnis zufrieden, da niemand gezwungen wird, seine Ziele aufzugeben.
In dieser Situation erzielst du häufig wesentlich mehr als du erwartet hast. Das Beste dabei ist, dass wir nicht von kurzfirstigen Erfolgen sprechen, sondern es geht wirklich um die andauernden Aufstiege.
Wichtig ist zu betonen, dass man der anderen Partei voll und ganz vertrauen muss, genauso wie, dass die beiden Seiten über gute Kommunikationsfähigkeiten verfügen.
Vergiss nicht, dass gemeinsames Ziel immer noch im Vordergrund steht, bzw. dass nicht die eigenen Bedürfnisse und Nutzen prioritär sind.
Richtlinien für eine Win-win-Situation ohne Kompromiss

Streben nach Win-win-Lösungen gibt es nicht nur im Alltag, im Geschäft oder in der Beziehung, sondern auch in der Wissenschaft.
Im Jahr 1981 ist an der Harvard-Universität ein Konzept entstanden, das zum Ziel hat, durch empirische Diskussionen eine Win-win-Situation zu erzielen.
Nach dieser Methode wird schon vor einem Verfahren geprüft, ob es zu ihm kommen sollte.
Die aufgelisteten Fragen werden dabei geantwortet:
- Haben beide Parteien einen Verfahrensspielraum?
- Hat ein Verfahren Chance auf Erfolg?
- Gibt es andere Möglichkeiten für das Verfahren und welche?
Zum Schluss wird die sogenannte BATNA gefunden. Das ist die Abkürzung für „Best Alternative to a Negotiated Agreement“, die praktisch die beste Alternative darstellt.
Vier Hinweise, wie du vorgehen solltest
1.Unterscheide zwischen Mensch und Problem
Es ist wichtig, die sachlichen Aspekte von den zwischenmenschlichen Beziehungen zu trennen. Sei dir dessen bewusst, dass die Beziehung zwischen den Parteien einen großen Einfluss auf das Verfahren hat.
2. Identifiziere die Absichten der beteiligten Parteien
Es ist zunächst irrelevant, welche Position man selbst einnimmt. Der Fokus liegt darauf, die Bedürfnisse der anderen Parteien richtig zu verstehen.
3. Erarbeite verschiedene Handlungsmöglichkeiten
Präsentiere mehrere Auswahlmöglichkeiten, damit die Beteiligten die Gelegenheit bekommen, die beste Lösung auszuwählen.
4. Definiere objektive Beurteilungskriterien
Diese dienen dazu, die Solidarität des Verfahrensergebnisses zu bewerten. Dabei können gesetzliche Vorgaben und ethische Standards als Richtlinien dienen. Das Ziel ist es, die Beziehungen zu pflegen und zu verbessern.
Zusammenfassend lässt sich schließen, dass Kompromisse und Win-win-Situationen nützliche Instrumente sind, wenn wir verschiedene Konflikte lösen möchten.
Durch die Anerkennung der Interessen aller Beteiligten und die Suche nach gemeinsamen Lösungen können langfristige und nachhaltige Erfolge erzielt werden.
Hoffentlich werden dir die angegebenen Ratschläge dabei helfen, alle deine Ideen in die Tat umzusetzen.
Viel Erfolg!

