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Die überraschenden Folgen einer Kindheit, in der fast jeder Wunsch erfüllt wurde

Die überraschenden Folgen einer Kindheit, in der fast jeder Wunsch erfüllt wurde

Wenn jemand das Wort „verwöhnt“ hört, denkt er oft sofort an ein Kind, das im Supermarkt auf dem Boden liegt, weil es diese eine Tüte Gummibärchen nicht bekommt.

An überfüllte Kinderzimmer, in denen kein Spielzeug mehr Platz findet.

An Eltern, die bei jedem kleinen Unmut sofort einspringen.

Verwöhnung zeigt sich aber selten so eindeutig.

Oft wächst ein Kind in einem aufmerksamen, liebevollen Zuhause auf, bekommt Unterstützung, wenn es sie braucht, und Verständnis, wenn etwas schiefläuft.

Probleme lösen sich schnell, Enttäuschungen werden abgefedert, Grenzen bleiben eher selten.

Für das Kind fühlt sich das angenehm an, kaum anders, als es sich anfühlen soll.

Was dabei manchmal zu kurz kommt, sind Erfahrungen, die sich erst viel später als wichtig herausstellen: das langsame Lernen, dass nicht alles sofort klappt, dass ein Nein kein Angriff ist, dass Geduld kein verlorener Kampf ist, sondern eine Fähigkeit.

Psychologen weisen immer wieder darauf hin, dass übermäßige Nachgiebigkeit im Kleinen ähnliche Spuren hinterlassen kann wie übermäßige Strenge.

Nur eben andere.

Keines der folgenden Muster bedeutet automatisch, dass jemand ein schlechter Mensch ist.

Aber viele Menschen erkennen sich in einigen dieser Punkte wieder, und das allein kann schon etwas in Bewegung bringen.

Ein Nein fällt Ihnen bis heute schwer

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Eine Absage zu bekommen ist eine dieser Erfahrungen, bei der man merkt, wie viel Übung man tatsächlich hat.

Wer früh gelernt hat, damit umzugehen, schüttelt es irgendwann ab.

Wer das seltener geübt hat, steckt danach fest.

Die Beförderung geht an jemand anderen.

Eine Einladung wird abgelehnt.

Eine Bitte bleibt unerfüllt.

Und dann kreist der Gedanke noch stundenlang, warum das passiert ist, was man falsch gemacht haben könnte, ob die Entscheidung wirklich fair war.

Das ist keine Schwäche und kein Charakterfehler.

Es ist die Folge davon, dass man früh zu selten mit dem stillen, nicht weiter erklärten Nein des Alltags konfrontiert wurde.

Ablehnung gehört zum Leben, in Beziehungen, im Beruf, im ganz gewöhnlichen Miteinander.

Je früher man lernt, damit zu sitzen, ohne sofort dagegen anzukämpfen, desto weniger Energie kostet sie.

Geduld gehört nicht zu Ihren größten Stärken

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Die Bestellung kommt später als angekündigt.

Man schaut aufs Handy, obwohl man genau weiß, dass eine Nachricht noch nicht beantwortet sein kann, schaut dann noch einmal, und nochmals.

Ein Projekt braucht länger als geplant, und irgendwo darunter entsteht dieses leise Unbehagen, das sich nicht ganz benennen lässt.

Ungeduld ist nicht immer laut.

Sie zeigt sich manchmal in der Art, wie man den Fortschritt eines Tages bewertet, in der Enttäuschung darüber, dass etwas Gutes so lange braucht.

Fast alles, was langfristig trägt, entwickelt sich langsam.

Vertrauen zwischen Menschen braucht Zeit.

Kompetenzen brauchen Zeit.

Eine Idee, die funktioniert, braucht hundert, die es nicht tun.

Wer als Kind gewohnt war, dass Wünsche schnell erfüllt wurden, erlebt das Warten oft als persönliche Niederlage. Dabei ist es meistens nur ein normaler Teil des Prozesses.

Kritik trifft Sie stärker als andere

10 Anzeichen, dass du von kritischen Eltern aufgezogen wurdest
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Es ist Dienstagvormittag, die Teambesprechung läuft, und der Vorgesetzte sagt einen Satz, der eigentlich sachlich gemeint war.

Noch am Abend sitzt man damit. Noch am nächsten Tag.

Was wurde damit genau gemeint? War das eine versteckte Kritik? Hält man einen für unzuverlässig?

Manche Menschen können Rückmeldungen annehmen, ohne sie auf sich selbst zu beziehen.

Andere können kaum zwischen einer Bemerkung zur Sache und einer Aussage über ihre Person unterscheiden.

Wer als Kind vor allem bestätigt wurde und selten hören musste, dass etwas nicht gut genug war, hat diese Trennung oft nie wirklich üben können.

Kritik ist keine Bewertung des Menschen.

Sie ist häufig einfach eine Information, nüchtern und ohne Absicht.

Das klingt einleuchtend, wenn man es liest, und fühlt sich trotzdem schwer an, wenn man mittendrin steckt.

Sie erwarten unbewusst, dass Probleme schnell gelöst werden

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Das Gerät funktioniert nicht. Der Flug verspätet sich.

Eine Behörde antwortet seit drei Wochen nicht.

Manche Menschen fangen sofort an, Lösungen zu suchen.

Bei anderen entsteht zuerst dieses Gefühl, dass irgendjemand das doch regeln müsste.

Das passiert nicht aus Bequemlichkeit, und es ist selten bewusst.

Es kommt aus einer tiefen Gewöhnung daran, dass schwierige Situationen sich auflösen, meistens von selbst, meistens durch jemand anderen.

Wer als Kind erlebt hat, dass Erwachsene Probleme übernahmen, bevor sie zu groß wurden, hat sich damit nie wirklich auseinandersetzen müssen.

Der Moment, in dem man als Erwachsener merkt, dass man selbst die Person ist, die das lösen muss, ist für manche eine der unangenehmsten Erkenntnisse überhaupt.

Eigene Bedürfnisse stehen oft im Mittelpunkt

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Jeder Mensch hat Bedürfnisse, und das ist weder falsch noch selbstverständlich.

Schwieriger wird es in dem Moment, in dem die eigenen Erwartungen so verinnerlicht sind, dass man erst im Nachhinein merkt, dass die andere Person in dem Gespräch gar nicht zu Wort gekommen ist.

Oder dass man einem Freund von seinem Problem erzählt hat, ohne einmal zu fragen, wie es ihm eigentlich geht.

Das fühlt sich im Moment nicht wie Rücksichtslosigkeit an.

Meistens fühlt es sich einfach normal an, weil man es nie anders kannte.

Die Perspektive anderer Menschen mitzudenken ist eine Fähigkeit, keine angeborene Eigenschaft.

Wer früh selten dazu aufgefordert wurde, übt sie unbewusst weniger.

Dankbarkeit stellt sich nicht automatisch ein

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Man bekommt etwas, auf das man lange gewartet hat.

Einen Tag später denkt man bereits an das Nächste.

Das Gespräch auf dem Heimweg über das neue Auto dreht sich schon darum, was das nächste sein könnte.

Das klingt nach Oberflächlichkeit, ist aber oft etwas anderes: eine Gewöhnung an das Bekommen, die so früh begann, dass der Kontrast fehlt.

Dankbarkeit entsteht häufig dort, wo man weiß, wie es ohne etwas war.

Wer nie wirklich verzichten musste, hat diesen Kontrast selten erlebt und damit auch weniger Anhaltspunkte dafür, was wirklich zählt.

Enttäuschungen werfen Sie stärker aus der Bahn

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Eine Bewerbung wird abgelehnt, und man hört den Satz noch wochenlang.

Eine Freundschaft verändert sich leise, ohne Drama, einfach so.

Eine Beziehung endet, und das Gefühl, das bleibt, ist nicht nur Schmerz, sondern auch eine Art Unglaube, dass das tatsächlich passiert ist.

Rückschläge tun jedem weh.

Der Unterschied liegt darin, wie schnell jemand wieder Boden unter den Füßen findet.

Wer in frühen Jahren selten mit dem unabgefederten Aufprall einer Enttäuschung konfrontiert wurde, hat weniger Übung im Wiederaufrichten.

Das macht niemanden schwach.

Es zeigt nur, dass eine bestimmte Art von Erfahrung gefehlt hat, eine, die sich im Nachhinein selten jemand gewünscht hätte, die aber trotzdem Spuren hinterlässt, wenn sie ausbleibt.

Fazit

Als Kind verwöhnt worden zu sein, ist keine Schuld und kein Makel.

Fast alle Eltern, die zu nachgiebig waren, handelten aus Liebe.

Sie wollten schützen, helfen, das Beste geben.

Die Muster, die dabei entstehen können, sind selten auffällig.

Sie zeigen sich nicht in Arroganz, sondern in kleinen, alltäglichen Momenten.

In der Ungeduld auf der Autobahn, wenn es nicht vorangeht. In der Anspannung nach einer sachlichen Kritik.

In der stillen Erwartung, dass irgendjemand das schon regeln wird.

Das Gute daran ist:

Diese Fähigkeiten lassen sich lernen, nicht alle auf einmal, und nicht ohne Reibung.

Reife beginnt oft genau dort, wo man zum ersten Mal akzeptiert, dass das Leben nicht jeden Wunsch erfüllt, dass ein Nein kein Unrecht ist, dass Warten manchmal das ist, was eine Situation braucht.

Wer das irgendwann wirklich versteht, nicht nur im Kopf, sondern im Bauch, hat etwas gelernt, das sich kein Kinderzimmer voller Spielzeug hätte kaufen lassen.