Als Kinder wollten wir wahrscheinlich alle irgendwann unbedingt dieses eine Spielzeug haben, länger wach bleiben oder noch ein Eis bekommen, obwohl unsere Eltern längst Nein gesagt hatten.
Und natürlich waren wir nicht begeistert, wenn es anders kam.
Ein Wutanfall im Supermarkt oder der Wunsch nach dem neuesten Spielzeug macht jedoch noch lange kein verwöhntes Kind.
Interessanter wird es, wenn bestimmte Dinge während der gesamten Kindheit selbstverständlich waren.
Jeder Wunsch wurde möglichst schnell erfüllt. Ein Nein ließ sich mit genügend Protest doch noch in ein Ja verwandeln und wenn etwas schiefging, kümmerten sich häufig die Erwachsenen darum.
Als Kind fühlte sich das vermutlich ziemlich angenehm an.
Erst Jahre später können wir merken, dass uns dadurch einige Erfahrungen gefehlt haben, die andere schon früh gemacht haben.
Warten. Enttäuschungen aushalten. Rücksicht nehmen. Akzeptieren, dass wir nicht immer bekommen, was wir möchten.
Und einiges davon erkennt man sogar noch im Erwachsenenalter wieder.
Diese 4 Anzeichen können darauf hindeuten, dass du als Kind ein wenig verwöhnter warst, als dir bisher bewusst war.
4. Du konntest ein „Nein“ nur schwer akzeptieren

Ein „Nein“ gehört für Kinder vermutlich zu den unbeliebtesten Wörtern überhaupt.
Kein weiteres Eis. Heute kein neues Spielzeug. Und länger wach bleiben ist auch nicht drin.
Dass ein Kind darüber enttäuscht ist oder protestiert, gehört erst einmal dazu.
Anders sieht es aus, wenn du schon früh gelernt hast, dass ein „Nein“ eigentlich nur der Beginn einer Verhandlung war.
Du hast weiter gefragt, diskutiert, geweint oder so lange protestiert, bis deine Eltern schließlich nachgegeben haben.
Mit der Zeit konntest du dadurch eine einfache Lektion lernen: Wenn ich hartnäckig genug bleibe, bekomme ich am Ende doch, was ich möchte.
Das kann sich sogar Jahre später noch bemerkbar machen.
Plötzlich fällt es schwer, eine Absage hinzunehmen, einen anderen Standpunkt stehen zu lassen oder zu akzeptieren, dass sich eine Situation nicht nach den eigenen Vorstellungen entwickelt.
Natürlich bedeutet das nicht, dass jeder Erwachsene, der schlecht mit einem „Nein“ umgehen kann, als Kind verwöhnt wurde.
Wenn Grenzen in deiner Kindheit jedoch regelmäßig verschwanden, sobald du nur lange genug dagegen angekämpft hast, könnte das ein kleiner Hinweis darauf sein, dass du damals ziemlich genau wusstest, wie du deinen Willen bekommst.
3. Alles musste möglichst sofort passieren

Warten gehört zu den Dingen, die man als Kind erst lernen muss.
Der Geburtstag ist noch drei Wochen entfernt, das gewünschte Spielzeug kommt erst am Wochenende und die Eltern haben gerade schlicht keine Zeit, sich sofort um einen Wunsch zu kümmern.
Für ein Kind können selbst zehn Minuten dann erstaunlich lang sein.
Wenn du allerdings daran gewöhnt warst, dass deine Wünsche möglichst schnell erfüllt wurden, gab es für dich möglicherweise nur selten einen Grund, Geduld zu entwickeln.
Du wolltest etwas und am besten sollte es sofort passieren.
Dabei spielte es kaum eine Rolle, ob deine Eltern gerade beschäftigt waren oder andere Menschen ebenfalls Bedürfnisse hatten.
Wer damit häufig Erfolg hatte, konnte schnell lernen, die eigenen Wünsche an die erste Stelle zu setzen.
Später kann sich das in ganz alltäglichen Situationen zeigen.
Eine verspätete Antwort nervt dich stärker als nötig, lange Wartezeiten machen dich ungeduldig oder du erwartest von anderen, dass sie möglichst schnell reagieren, sobald du etwas brauchst.
2. Du warst selten mit dem zufrieden, was du hattest

Das neue Spielzeug war endlich da.
Die Freude darüber hielt allerdings nicht besonders lange.
Schon bald gab es etwas anderes, das interessanter, neuer oder einfach besser aussah.
Wenn du als Kind häufig bekommen hast, was du dir gewünscht hast, konnte sich schnell das Gefühl entwickeln, dass das Vorhandene nie ganz ausreicht.
Es musste noch ein Spielzeug sein, die neuere Konsole, schönere Kleidung oder genau das, was ein anderes Kind gerade hatte.
Dabei ging es irgendwann weniger darum, etwas wirklich zu brauchen.
Der nächste Wunsch allein konnte schon spannender sein als das, was längst im eigenen Zimmer lag.
Auch solche Gewohnheiten können uns erstaunlich lange begleiten.
Als Erwachsene vergleichen wir zwar keine Spielzeugkisten mehr, dafür aber Wohnungen, Autos, Urlaube oder das Leben anderer Menschen.
Kaum ist ein Wunsch erfüllt, wartet bereits der nächste.
1. Du musstest nur selten die Konsequenzen deines Verhaltens tragen

Kinder machen Fehler.
Sie vergessen ihre Hausaufgaben, gehen mit Dingen unvorsichtig um oder tun etwas, obwohl sie ganz genau wissen, dass sie es eigentlich nicht dürfen.
So lernen wir schließlich, dass unser Verhalten Folgen hat.
Schwieriger wird das, wenn die Eltern diese Folgen immer wieder aus dem Weg räumen.
Die vergessenen Hausaufgaben werden schnell gebracht, ein kaputtes Spielzeug sofort ersetzt und nach einem Streit mit anderen Kindern steht von Anfang an fest, dass natürlich die anderen schuld waren.
Für das Kind ist das bequem.
Es bekommt jedoch nur selten die Gelegenheit zu erleben, dass eine eigene Entscheidung auch unangenehme Konsequenzen haben kann.
Später kann genau das für Überraschungen sorgen.
Denn spätestens im Erwachsenenleben gibt es nicht immer jemanden, der einen Fehler für uns ausbügelt, eine unangenehme Situation rettet oder dafür sorgt, dass am Ende doch alles gut ausgeht.
Dann kann Kritik schnell ungerecht erscheinen und die eigene Verantwortung lässt sich nur schwer akzeptieren.
Fazit
Am Ende sind wir alle nur Menschen und jeder von uns bringt seine eigenen Stärken, Schwächen und kleinen Eigenheiten mit.
Entscheidend ist weniger, ob wir als Kinder an der einen oder anderen Stelle verwöhnt wurden, sondern wie gut wir uns heute selbst kennen.
Denn sich der eigenen Verhaltensweisen bewusst zu sein, gibt uns auch die Möglichkeit, an ihnen zu arbeiten.

