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5 Warnsignale, dass ein Kind narzisstische Verhaltensweisen entwickelt

5 Warnsignale, dass ein Kind narzisstische Verhaltensweisen entwickelt

„Du bist selbst schuld.“ Oder, noch kühler: „Ist mir doch egal.“

Für einen kurzen Moment fragt man sich, woher das plötzlich kommt.

Dann versucht man, es beiseite zu schieben, weil Kinder eben manchmal solche Sätze sagen.

Ein Satz ist kein Muster. Das stimmt.

Wenn solche Momente aber häufiger werden, wenn eine bestimmte Art, mit der Welt umzugehen, sich in kleinen, alltäglichen Situationen immer wieder zeigt, beginnen Eltern genauer hinzuschauen.

Kinder lernen selten durch das, was Erwachsene ihnen erklären.

Sie lernen durch das, was sie täglich sehen und erleben: wie mit Fehlern umgegangen wird, wie Konflikte enden, wie auf Verletzungen reagiert wird.

5. Es übernimmt keine Verantwortung für eigene Fehler

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Die Hausaufgaben fehlen.

„Die Lehrerin hat das nicht richtig erklärt.“

Ein Glas fällt herunter.

Schuld ist das Tischtuch.

Beim Frühstück streiten die Geschwister, und auf die Frage, wer angefangen hat, kommt die Antwort sofort: „Die andere, natürlich.“

Einzeln betrachtet sind das vertraute Szenen aus dem Alltag fast jeder Familie.

Kein Kind gibt seinen Fehler gerne zu.

Entwicklungspsychologisch ist das sogar normal, besonders in jüngeren Jahren.

Auffällig wird es erst, wenn man ein paar Wochen zurückblickt und feststellt: Diese Geschichten enden fast immer gleich, nie mit einem ehrlichen „Ja, das war ich“, immer mit einer Erklärung, die jemand anderen in die Verantwortung nimmt.

Kinder, die selten erleben, wie Erwachsene Fehler eingestehen, und damit ist ein ruhiges, echtes „Da hatte ich unrecht, das tut mir leid“ gemeint, entwickeln manchmal gar kein inneres Bild davon, wie das aussehen könnte.

Schuld wahrzunehmen und auszusprechen ist keine angeborene Fähigkeit.

Ein ruhiges Gespräch nach einem Vorfall, kein Verhör, keine Standpauke, nur die offene Frage: „Was hättest du anders machen können?“, kann mehr bewirken als jede Diskussion.

4. Es kann kaum akzeptieren, wenn jemand anderes im Mittelpunkt steht

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Auf dem Kindergeburtstag des besten Freundes bekommt ein anderes Kind das erste Geschenk ausgepackt.

Noch bevor das Papier ganz weg ist, beginnt das eigene Kind zu nörgeln, zieht sich schmollend in eine Ecke zurück oder erfindet plötzliche Bauchschmerzen.

Viele Eltern kennen solche Momente, und tatsächlich wächst sich das oft raus.

Aufmerksamkeit verdient etwas anderes: wenn ein Kind grundsätzlich nicht in der Lage zu sein scheint, jemandem seinen Moment zu lassen.

Wenn gute Nachrichten der Schwester sofort durch eigene Geschichten übertroffen werden müssen.

Wenn kein Gespräch über jemand anderen lange Bestand hat, ohne dass das Kind es wieder zu sich zurücklenkt.

Das ist kein Hinweis auf einen schlechten Charakter, sondern ein mögliches Zeichen dafür, dass eine bestimmte Fähigkeit noch nicht entwickelt wurde: die echte Freude an der Freude anderer.

Diese Fähigkeit entsteht nicht von selbst, sie braucht Momente, in denen Eltern sie benennen.

„Hast du gesehen, wie glücklich dein Freund gerade war? Das war schön, oder?“

Nicht als Lektion verpackt. Als echte, gemeinsame Beobachtung.

3. Es zeigt wenig Mitgefühl, wenn andere verletzt sind

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Man kommt nach einem schwierigen Tag nach Hause.

Das merkt man einem an.

Das Kind schaut kurz, fragt nicht und redet dann weiter über das, was in der Schule passiert ist.

Einmal, zweimal, das ist wirklich kein Thema.

Wenn ein Kind aber dauerhaft wenig Raum für die Gefühle anderer zu haben scheint, das weinende Geschwisterkind mit einem Augenrollen quittiert oder auf eine sichtbar erschöpfte Mutter mit „Wann haben wir Zeit für das Spiel?“ antwortet, dann ist das ein mögliches Signal.

Kein Zeichen dafür, dass das Kind herzlos wäre.

Eher ein Hinweis darauf, dass es noch nicht wirklich gelernt hat, die Welt kurz durch andere Augen zu sehen.

2. Es akzeptiert ein Nein kaum

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„Wenn du mich wirklich lieb hättest, würdest du es erlauben.“

Dieser Satz sitzt anders als das übliche Diskutieren.

Er lässt Eltern nachgrübeln, ob das Nein wirklich verhältnismäßig war, ob man die Situation falsch eingeschätzt hat.

Nicht jedes Kind, das ein Nein wegdiskutiert, handelt aus einem bewussten Kalkül heraus.

Viele haben schlicht die Erfahrung gemacht, dass Ausdauer funktioniert: Wenn man lange genug fragt, verhandelt und ein schlechtes Gewissen macht, wird das Ergebnis am Ende ein anderes.

Das ist dann keine charakterliche Schwäche, sondern eine Strategie, die sich schlicht bewährt hat.

Was dem entgegenwirkt, ist Beständigkeit.

Wenn aus einem Nein nach langem Diskutieren doch noch ein Ja wird, entsteht schnell der Eindruck, dass Grenzen verhandelbar sind.

Bleibt eine Entscheidung dagegen freundlich, aber konsequent bestehen, gibt das Kindern Orientierung.

Kurzfristig ist das erschöpfend.

Frustrationstoleranz ist jedoch eine der Fähigkeiten, die Kinder langfristig am meisten brauchen, für Freundschaften, für die Schule, für alles, was nach dem Familienleben kommt.

1. Es nutzt Schuldgefühle, um seinen Willen zu bekommen

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„Die anderen dürfen das aber alle.“

„Du bist die Einzige, die so streng ist.“

„Dir ist doch sowieso egal, was ich will.“

Diese Sätze klingen vertraut, weil viele Kinder sie in Momenten echter Enttäuschung sagen.

Entscheidend ist die Häufigkeit: Passieren sie als Ausnahme oder werden sie zur Methode?

Wenn auf jede Grenze mit emotionaler Eskalation geantwortet wird, schleicht sich eine Dynamik in den Familienalltag, die man kaum bemerkt, bis man feststellt, dass man vor jedem Nein schon die Reaktion abwägt, und am Ende mehr erlaubt, als man eigentlich wollte, einfach um die Stimmung zu halten.

Ein kurzes, ruhiges Gespräch, das benennt, was gerade passiert ist, wirkt hier wirkungsvoller als jede lange Diskussion: „Du sagst, ich hätte dich nicht lieb. Das stimmt nicht. Und die Entscheidung bleibt trotzdem so.“

Kinder brauchen keine Eltern, die allem zustimmen.

Sie brauchen Eltern, bei denen Worte und Entscheidungen zusammenpassen.

Das gibt mehr Sicherheit, als viele denken.

Fazit

In Gesprächen mit Familien fällt immer wieder auf, wie früh Eltern solche Muster wahrnehmen, und wie oft sie sich gleichzeitig fragen, ob sie überreagieren.

Meistens tun sie das nicht.

Aufmerksam zu sein bedeutet nicht, alarmiert zu sein.

Kinder entwickeln sich, manchmal langsam, manchmal in Schüben, und viele Verhaltensweisen, die in einem bestimmten Alter besorgniserregend wirken, verändern sich mit der Zeit von selbst.