Bei einem Narzissten denken viele zuerst an jemanden, der ständig über sich selbst spricht, sich für den Größten hält und bei jeder Gelegenheit bewundert werden möchte.
So offensichtlich ist es allerdings längst nicht immer.
Manche problematischen Verhaltensweisen wirken am Anfang sogar ziemlich harmlos.
Du findest eine Erklärung dafür, entschuldigst sie oder bemerkst erst Monate später, dass hinter vielen kleinen Situationen immer dasselbe Muster steckt.
Wichtig ist dabei:
Ein egoistischer Moment, eine hässliche Trennung oder ein schlechter Umgang mit Kritik machen noch niemanden zum Narzissten.
Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann nur professionell diagnostiziert werden.
Wenn bestimmte Verhaltensweisen jedoch ständig wiederkehren und du in deiner Beziehung immer häufiger an dir selbst zweifelst, lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Diese acht Anzeichen werden besonders leicht übersehen.
8. Alle seine Expartner waren angeblich schrecklich

Eine schwierige Exbeziehung hat fast jeder irgendwann erlebt.
Merkwürdig wird es, wenn dein Partner über wirklich jede Person aus seiner Vergangenheit dieselbe Geschichte erzählt.
Die eine war „verrückt“, die nächste „toxisch“, eine andere hat ihn angeblich grundlos verlassen und bei der vierten war er selbstverständlich ebenfalls das unschuldige Opfer.
Anfangs kann das sogar dazu führen, dass du besonders viel Verständnis für ihn hast.
Du denkst dir, dass dieser Mensch offenbar einfach unglaubliches Pech in der Liebe hatte.
Mit der Zeit lohnt sich allerdings eine andere Frage: Wo ist eigentlich sein eigener Anteil an all diesen Geschichten?
Menschen können mehrere schlechte Beziehungen hintereinander haben.
Was auffällig wird, ist die völlige Abwesenheit jeder Selbstreflexion.
Wenn grundsätzlich alle anderen schuld waren und er selbst aus keiner einzigen Beziehung etwas falsch gemacht, bereut oder gelernt hat, solltest du genauer hinhören.
Besonders unangenehm wird es, wenn ehemalige Partner nicht nur kritisiert, sondern regelrecht schlechtgemacht werden.
Private Geschichten werden weitererzählt, ihr Ruf wird zerstört oder völlig normale Grenzen werden im Nachhinein als Beweis dafür dargestellt, wie „schwierig“ diese Person gewesen sei.
Und irgendwann könnte dir ein Gedanke kommen, der ziemlich unbequem ist.
Wenn eines Tages eure Beziehung scheitert, welche Geschichte wird er dann wohl über dich erzählen?
7. Seine Beziehungen enden auffällig oft im totalen Chaos

Eine Beziehung kann hässlich enden.
Menschen streiten, sagen Dinge, die sie später bereuen, blockieren sich und wollen manchmal einfach nie wieder etwas voneinander hören.
Wenn allerdings fast jede frühere Beziehung deines Partners in einem riesigen Drama geendet hat, wird es interessant.
Vielleicht erzählt er dir, dass er von heute auf morgen ausgezogen ist, seine Ex plötzlich überall blockiert hat oder nach einem Streit einfach verschwunden ist.
Beim ersten Mal denkst du dir wahrscheinlich nicht viel dabei.
Schließlich kennst du die andere Seite der Geschichte nicht.
Wenn sich dasselbe Muster aber immer wiederholt, solltest du genauer hinschauen.
Besonders auffällig ist es, wenn Menschen für ihn innerhalb kürzester Zeit von „unglaublich wichtig“ zu „komplett bedeutungslos“ werden.
Gestern war jemand noch die große Liebe, heute wird über diese Person gesprochen, als hätte sie nie eine Rolle gespielt.
Auch Konflikte werden selten wirklich geklärt.
Stattdessen folgen Rückzug, Schweigen, Kontaktabbruch oder eine neue Beziehung, bevor die alte emotional überhaupt abgeschlossen ist.
6. Sein Image ist ihm unglaublich wichtig

Es ist völlig normal, dass man einen guten Eindruck machen möchte.
Problematisch wird es, wenn das Bild nach außen wichtiger wird als das, was tatsächlich hinter verschlossenen Türen passiert.
Dein Partner kann vor anderen unglaublich charmant, aufmerksam und großzügig sein.
Kaum seid ihr allein, erkennst du von diesem Menschen manchmal erstaunlich wenig wieder.
Besonders wichtig ist ihm, wie andere ihn sehen.
Er möchte erfolgreich, beliebt, begehrt oder besonders hilfsbereit wirken und reagiert empfindlich, wenn jemand dieses Bild infrage stellt.
Deshalb können selbst kleine Bemerkungen plötzlich für schlechte Stimmung sorgen.
Du erzählst Freunden eine harmlose Geschichte, in der er nicht besonders gut wegkommt und später bekommst du zu hören, dass du ihn „bloßgestellt“ hast.
Nach außen soll möglichst niemand merken, dass bei euch überhaupt etwas schiefläuft.
Das kann so weit gehen, dass andere eure Beziehung für beneidenswert halten, während du zu Hause längst aufpassen musst, was du sagst und wie du es sagst.
5. Für ihn gelten andere Regeln als für dich

Er geht mit Freunden aus und meldet sich den ganzen Abend nicht.
Kein Problem.
Du antwortest zwei Stunden nicht auf seine Nachricht und plötzlich möchte er wissen, wo du warst und warum du dein Handy nicht gesehen hast.
Solche kleinen Doppelstandards können sich anfangs leicht einschleichen.
Seine Fehler haben fast immer eine Erklärung, während deine schnell zu einem größeren Problem werden.
Wenn er einen wichtigen Termin vergisst, war auf der Arbeit einfach zu viel los.
Vergisst du etwas, bedeutet es angeblich, dass dir die Beziehung nicht wichtig genug ist.
Auch beim Flirten, bei Freundschaften oder persönlichen Grenzen können plötzlich unterschiedliche Regeln gelten.
Was er sich selbst ohne großes Nachdenken erlaubt, wird bei dir kritisch hinterfragt.
Sprichst du diesen Widerspruch an, endet das Gespräch womöglich nicht bei seinem Verhalten.
Auf einmal diskutiert ihr darüber, wie empfindlich du bist, warum du aus allem ein Problem machst oder was du letzte Woche selbst falsch gemacht hast.
Nach einer Weile kann das dazu führen, dass du deine eigenen Erwartungen immer weiter herunterschraubst.
4. Kritik verträgt er nur, solange sie nicht ihn betrifft

Du sagst ihm nicht, dass er ein schrecklicher Mensch ist.
Du sagst nur, dass dich etwas verletzt hat.
Trotzdem reagiert er, als hättest du gerade seinen gesamten Charakter angegriffen.
Plötzlich wird aus einem eigentlich einfachen Gespräch eine Grundsatzdiskussion.
Er rechtfertigt sich, wird wütend, zieht sich demonstrativ zurück oder zählt dir auf, was du selbst in den vergangenen Monaten alles falsch gemacht hast.
Manchmal dreht sich das Gespräch so schnell, dass du irgendwann selbst diejenige bist, die sich entschuldigt.
Dabei wolltest du ursprünglich nur sagen, dass dich sein Verhalten gestört hat.
Besonders schwierig wird es, wenn selbst vorsichtig formulierte Kritik als Angriff verstanden wird.
Dann beginnst du irgendwann, deine Worte vorher im Kopf durchzugehen.
Wie sage ich es, ohne dass er sauer wird?
Ist es überhaupt wichtig genug, um es anzusprechen?
Soll ich es dieses Mal einfach lassen?
Und irgendwann lässt du tatsächlich immer mehr Dinge unausgesprochen.
3. Er benutzt psychologische Begriffe gegen dich

Eigentlich möchtest du nur darüber sprechen, was zwischen euch passiert ist.
Doch plötzlich analysiert dein Partner nicht mehr die Situation, sondern dich.
Du bist „zu sensibel“, „unsicher“, „toxisch“ oder angeblich selbst narzisstisch.
Manchmal werden sogar Begriffe wie Gaslighting, Trauma oder Bindungsangst ins Gespräch geworfen, obwohl sie mit dem eigentlichen Problem kaum noch etwas zu tun haben.
Das wirkt besonders verwirrend, wenn dein Partner sich gut mit Psychologie auskennt oder sehr überzeugend erklären kann, warum deine Reaktion angeblich das wahre Problem ist.
Aus einem Satz wie „Mich hat verletzt, wie du mit mir gesprochen hast“ wird dann eine Diskussion darüber, weshalb du überhaupt so leicht verletzt bist.
Und schon redet niemand mehr darüber, was er getan hat.
Psychologische Begriffe können natürlich helfen, bestimmte Verhaltensweisen besser zu verstehen.
Als Waffe in einem Streit bewirken sie allerdings etwas völlig anderes.
Sie geben deinem Partner die Möglichkeit, deine Gefühle zu analysieren, abzuwerten oder gegen dich zu verwenden, anstatt sich mit seinem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen.
2. Deine Grenzen werden erst ernst genommen, wenn sie ihm passen

Du sagst, dass du heute Abend Zeit für dich brauchst.
Eine Stunde später steht er trotzdem vor deiner Tür.
Du möchtest über ein bestimmtes Thema gerade nicht sprechen, aber er bohrt so lange nach, bis du dich doch darauf einlässt.
Anfangs können solche Situationen sogar wie besonderes Interesse wirken.
Er will dich eben sehen, möchte alles mit dir klären und gibt sich mit einem einfachen „Nein“ nicht so schnell zufrieden.
Mit der Zeit fühlt sich diese Hartnäckigkeit allerdings weniger romantisch an.
Vor allem dann, wenn deine Grenzen regelmäßig verhandelbar werden, während seine ohne Diskussion akzeptiert werden sollen.
Ein Nein reicht dann selten aus.
Du musst erklären, begründen und manchmal regelrecht verteidigen, warum du etwas nicht möchtest.
Passt ihm deine Antwort nicht, folgen schlechte Laune, Vorwürfe oder beleidigtes Schweigen.
1. Es scheint ihm zu gefallen, wenn du die Kontrolle verlierst

Du bist wütend, verletzt oder den Tränen nahe und erwartest zumindest irgendeine Form von Mitgefühl.
Stattdessen wirkt dein Partner plötzlich erstaunlich ruhig.
Manchmal erscheint sogar dieses kleine Lächeln in seinem Gesicht, das dich noch wütender macht.
Als würde es ihm gefallen, dass er dich so weit gebracht hat.
Besonders auffällig wird es, wenn solche Situationen immer nach einem ähnlichen Muster ablaufen.
Er provoziert, macht eine abwertende Bemerkung oder drückt so lange auf einen wunden Punkt, bis du irgendwann laut wirst.
Und in diesem Moment verändert sich die Rollenverteilung.
Jetzt bist du diejenige, die „ausrastet“.
Er dagegen kann sich zurücklehnen und so tun, als wäre deine Reaktion das eigentliche Problem.
Später wird möglicherweise nur noch darüber gesprochen, dass du geschrien, geweint oder die Tür zugeschlagen hast.
Was unmittelbar davor passiert ist, spielt plötzlich kaum noch eine Rolle.
Das kann besonders gefährlich für deine eigene Wahrnehmung werden.
Nach mehreren solchen Situationen erinnerst du dich irgendwann weniger daran, was dich verletzt hat, und schämst dich stattdessen dafür, wie du darauf reagiert hast.

