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Kinder narzisstischer Eltern lernen diese Dinge viel zu früh

Kinder narzisstischer Eltern lernen diese Dinge viel zu früh

Manche Kinder wissen schon an der Art, wie die Haustür geschlossen wird, was für ein Abend sie erwartet.

Noch bevor Mama oder Papa überhaupt etwas gesagt haben, ist da dieses Gefühl: Heute lieber ruhig sein.

Keine unnötigen Fragen stellen.

Vielleicht sogar erst einmal im eigenen Zimmer bleiben.

Ein Kind sollte über solche Dinge eigentlich nicht nachdenken müssen.

Wenn du aber mit einem Elternteil aufwächst, dessen Stimmung ständig kippt, dessen Zuneigung von deinem Verhalten abhängt oder bei dem du nie genau weißt, was heute wieder falsch sein könnte, lernst du schnell.

Mit der Zeit achtest du automatisch genauer auf alles, was um dich herum passiert.

Ein anderer Tonfall, ein bestimmter Blick oder eine kleine Veränderung in der Stimmung reichen irgendwann schon aus. Dinge, die anderen vermutlich gar nicht auffallen würden, bemerkst du sofort.

Als Kind hast du das nicht bewusst gelernt. Du musstest einfach irgendwie herausfinden, was gerade los ist.

Du kanntest die Stimmung, bevor jemand etwas sagte

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Vielleicht erinnerst du dich heute noch an solche Kleinigkeiten.

Ein bestimmter Blick beim Abendessen.

Die Art, wie eine Tasse auf den Tisch gestellt wurde.

Ein ungewöhnlich kurzes „Hallo“.

Andere hätten darin vermutlich überhaupt nichts gesehen.

Für dich waren solche Details Informationen.

Du hast gelernt, zwischen einem normalen Schweigen und jenem Schweigen zu unterscheiden, bei dem du besser nichts Falsches sagst.

War die Stimmung gut, konntest du dich entspannen.

War sie schlecht, hast du vielleicht versucht, besonders lieb, besonders ruhig oder besonders hilfreich zu sein.

Manchmal hast du sogar Verantwortung für etwas übernommen, das überhaupt nichts mit dir zu tun hatte.

Kinder machen das.

Sie können sich schließlich nicht einfach sagen: „Mein Vater kann seine Gefühle schlecht regulieren, das ist sein Problem.“

Sie denken viel eher: Was muss ich tun, damit wieder alles gut ist?

Wenn du diese Frage über Jahre immer wieder beantworten musst, wirst du verdammt gut darin, andere Menschen zu beobachten.

Du merkst Dinge, die andere übersehen

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Diese Aufmerksamkeit verschwindet nicht einfach, nur weil du irgendwann erwachsen bist und ausziehst.

Du betrittst einen Raum und merkst ziemlich schnell, wenn etwas komisch ist.

Jemand antwortet anders als sonst.

Ein Lächeln wirkt ein bisschen zu angestrengt.

Die Stimme deines Partners klingt normal, aber du hörst trotzdem, dass irgendetwas nicht stimmt.

Manchmal fragst du dann: „Was ist los?“

„Nichts.“

Und dieses „Nichts“ glaubst du keine Sekunde.

Das kann eine erstaunliche Fähigkeit sein.

Du bemerkst Spannungen früh, hörst Zwischentöne und erinnerst dich an kleine Veränderungen im Verhalten eines Menschen.

Nur hat diese Aufmerksamkeit auch eine andere Seite.

Du kannst sie nicht immer ausschalten.

Wenn dein Partner nach der Arbeit stiller ist als sonst, beginnt dein Kopf vielleicht sofort nach einer Erklärung zu suchen.

Habe ich etwas gesagt?

Ist er sauer?

War heute Morgen irgendetwas?

Dabei hatte er womöglich einfach einen beschissenen Tag und möchte gerade seine Ruhe.

Als Kind war es sinnvoll, jede Stimmungsänderung ernst zu nehmen, weil sie tatsächlich etwas für dich bedeuten konnte.

Heute bedeutet ein tiefer Seufzer nicht automatisch, dass gleich etwas passiert.

Das zu wissen und es im eigenen Körper auch wirklich zu glauben, sind allerdings zwei verschiedene Dinge.

Manche alten Antennen bleiben eben noch lange eingeschaltet.

Du hast früh gelernt, dich anzupassen

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Als Kind konntest du dir deine Familie nicht aussuchen.

Du konntest auch nicht einfach die Tür hinter dir schließen und beschließen, dass du mit diesem Menschen nichts mehr zu tun haben möchtest.

Also hast du dich angepasst.

Vielleicht warst du das unkomplizierte Kind, das möglichst wenig Ärger machte.

Du hattest gute Noten, hast geholfen, dich entschuldigt und versucht, bloß niemandem zusätzliche Probleme zu bereiten.

Oder du hast sehr früh gelernt, welche Version von dir zu Hause gerade am besten ankam.

War ein Elternteil schlecht gelaunt, hast du dich zurückgenommen.

Brauchte jemand Trost, warst plötzlich du die Person, die zuhörte, obwohl eigentlich ein Erwachsener vor dir saß.

Eigene Sorgen konnten warten.

Irgendwann wusstest du sowieso, dass dafür gerade kein Platz war.

Solche Gewohnheiten können dich bis ins Erwachsenenleben begleiten.

Du merkst schnell, was andere brauchen, springst ein, bevor jemand überhaupt fragen muss, und kannst dich erstaunlich gut auf unterschiedliche Menschen einstellen.

Von außen sieht das oft nach Stärke aus.

Für dich kann es allerdings bedeuten, dass du erst sehr spät bemerkst, wie es dir selbst eigentlich geht.

Du hast so lange gelernt, den Raum zu lesen, dass du manchmal vergisst, dich selbst zu fragen.

Was brauche ich gerade?

Was möchte ich?

Und was davon tue ich eigentlich nur, weil ich noch immer versuche, die Stimmung für alle anderen in Ordnung zu halten?

Du übernimmst schnell die Schuld

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Wenn zu Hause etwas schiefging, war die Frage nach der Schuld vielleicht schneller geklärt, als dir lieb war.

Du warst zu laut, zu empfindlich, zu undankbar oder hattest wieder einmal etwas „falsch verstanden“.

Selbst wenn du ziemlich sicher warst, was passiert war, konnte ein Gespräch so lange gedreht werden, bis du an deiner eigenen Erinnerung gezweifelt hast.

Irgendwann hörst du auf, jedes Mal dagegen anzukämpfen.

Du entschuldigst dich einfach.

Das beendet zumindest den Streit.

Später kann genau diese Gewohnheit an Stellen auftauchen, an denen du sie überhaupt nicht erwartest.

Jemand ist schlecht gelaunt und dein erster Gedanke ist, ob du etwas falsch gemacht hast.

Ein Freund antwortet ungewöhnlich kurz und du gehst das letzte Gespräch noch einmal im Kopf durch.

Dein Partner sagt, dass ihn etwas gestört hat, und noch bevor du überhaupt darüber nachgedacht hast, kommt schon ein „Tut mir leid“.

Es kann dauern, bis du merkst, wie oft du Verantwortung übernimmst, die gar nicht bei dir liegt.

Und manchmal darf jemand sogar enttäuscht von dir sein, ohne dass du sofort alles tun musst, damit dieses Gefühl wieder verschwindet.

Für jemanden, der als Kind ständig auf den emotionalen Frieden zu Hause achten musste, kann allein diese Erkenntnis ungewohnt sein.

Du darfst einen Konflikt stehen lassen.

Die Welt geht davon nicht unter.

Du hast ein schwieriges Verhältnis zu deinen eigenen Grenzen

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Vielleicht durftest du als Kind deine Zimmertür nicht abschließen.

Vielleicht wurde dein Tagebuch gelesen, dein Handy kontrolliert oder jede private Entscheidung kommentiert.

Ein „Das möchte ich nicht erzählen“ wurde nicht akzeptiert.

Schließlich waren es deine Eltern.

Was solltest du vor ihnen schon zu verbergen haben?

So lernst du früh, dass andere Menschen Zugang zu dir haben dürfen, auch wenn es sich für dich unangenehm anfühlt.

Später kann es deshalb erstaunlich schwer sein, eine Grenze zu setzen, ohne sofort ein schlechtes Gewissen zu bekommen.

Du möchtest einen Besuch absagen und formulierst die Nachricht fünfmal um.

Du willst jemandem etwas Persönliches nicht erzählen und suchst trotzdem nach einer guten Erklärung dafür.

Ein einfaches Nein fühlt sich irgendwie unhöflich an.

Also erklärst du dich.

Dann erklärst du deine Erklärung.

Und plötzlich hast du aus einer kleinen Grenze eine halbe Gerichtsverhandlung gemacht…

Fazit

Als Kind hast du vieles gelernt, was dir damals geholfen hat, irgendwie durch den Alltag zu kommen.

Heute brauchst du manche dieser alten Gewohnheiten vielleicht gar nicht mehr, und trotzdem sind sie noch da.

Du beobachtest, denkst voraus, spürst Stimmungen und übernimmst manchmal Verantwortung, bevor überhaupt jemand darum gebeten hat.

Es braucht Zeit, um zu merken, dass du nicht mehr dieses Kind bist, das ständig herausfinden muss, welche Stimmung es zu Hause erwartet.

Heute darfst du auch einfach eine Tür schließen, Nein sagen oder jemanden schlecht gelaunt sein lassen.