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Neben einem Narzissten tragen viele Mütter die Familie allein

Neben einem Narzissten tragen viele Mütter die Familie allein

Von außen wirkt das Leben manchmal vollständig.

Gemeinsame Fotos, Urlaube, ein Haus, Kinder, das Bild einer Familie, das nach außen in Ordnung aussieht.

Und trotzdem gibt es Frauen, die beschreiben, dass sie sich innerhalb dieser Familie wie unsichtbar fühlen.

Nicht, weil niemand da wäre.

Sondern weil sie irgendwann gemerkt haben, dass sie emotional, organisatorisch und praktisch längst alles alleine tragen, ohne dass irgendjemand das so entschieden hat.

Diese Art von Einsamkeit hat kein klares Gesicht.

Sie entsteht langsam, in kleinen Momenten, die sich anfangs noch erklären lassen.

Am Anfang redet man sich vieles schön

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Es beginnt selten mit einem offensichtlichen Warnsignal.

Kurz nach der Geburt sitzt eine Frau vielleicht abends auf dem Sofa, spürt die ersten Tritte ihres Babys durch den Bauch und möchte diesen Moment teilen.

Der Partner schaut kurz vom Handy hoch, nickt, legt die Hand vielleicht kurz auf den Bauch, sagt vielleicht irgendetwas.

Und wendet sich dann wieder seinem eigenen Ding zu.

Es wirkt klein. Fast unwichtig.

Aber dieses Gefühl, allein mit etwas zu sein, das sich riesig anfühlt, bleibt.

In dieser Phase erklären sich viele Frauen noch sehr vieles. Er muss sich erst an die Vaterrolle gewöhnen.

Vielleicht zeigt er Gefühle anders.

Bestimmt wird es besser, wenn mehr Routine reinkommt.

Diese Sätze sind keine Naivität. Sie sind Hoffnung. Und Hoffnung ist menschlich.

Das Problem entsteht dort, wo die Realität sich nicht verändert, aber die Erklärungen dafür weiter wachsen.

Der Alltag mit einem Kind wird zur Aufgabe einer einzigen Person

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Narzisstische Partner helfen manchmal durchaus, und das macht die Situation oft so schwer zu fassen.

Er trägt das Baby eine Weile.

Macht Fotos. Bringt es nach draußen. Zeigt sich an guten Tagen, wenn das Baby lacht und die Stimmung leicht ist.

Nach außen wirkt das wie Beteiligung.

Aber die eigentliche Verantwortung hängt irgendwie trotzdem nur an einer Person.

Sie denkt an den nächsten Arzttermin, an die Windeln, daran, dass das Fieberthermometer leer ist, dass die Kita-Unterlagen bis Freitag fertig sein müssen, dass das Kind seit zwei Nächten schlecht schläft und heute Abend auch noch das Essen geplant werden müsste.

Er denkt in dieser Zeit an etwas anderes.

Nicht böswillig. Einfach nicht. Viele Frauen beschreiben genau diesen Zustand: Er war da, aber nie wirklich mit dabei.

Irgendwann beginnt man, aufzuhören zu zählen.

Aufzuhören zu erklären. Aufzuhören zu warten, dass sich etwas von selbst ergibt.

Man übernimmt es einfach, weil das Kind trotzdem jemanden braucht.

Verantwortung übernehmen, wenn niemand zuschaut

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Das Schwierige an narzisstischen Menschen ist, dass sie Verantwortung häufig nur dann übernehmen, wenn etwas dafür zurückkommt.

Ein Lob, Aufmerksamkeit, ein Bild für andere. Die stillen Dinge interessieren sie viel weniger.

Nachts aufstehen bei einem weinenden Kind, das nicht weiß, warum.

Drei Wochen lang das Fieber dokumentieren.

Vier Mal in derselben Nacht aufstehen, während der andere schläft.

Morgens trotzdem funktionieren, Frühstück machen, Mails beantworten, höflich bleiben.

Diese unsichtbare Arbeit bringt nichts ein, das man nach außen zeigen könnte.

Sie passiert, und sie verschwindet wieder, und niemand sieht sie.

Besonders schmerzhaft wird es, wenn sich Hilfe anfühlt wie eine Gefälligkeit, die man hätte besser organisieren müssen.

Eine Frau sitzt übermüdet in der Küche, hält ein fiebriges Kind auf dem Arm, versucht gleichzeitig, eine dringende Nachricht zu beantworten, und hört dann: Du hättest doch früher sagen müssen, wenn du Hilfe brauchst.

In diesem Moment zählt sie innerlich nicht mehr, wie oft sie das bereits versucht hat.

Das leise Anzweifeln der eigenen Wahrnehmung

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Narzisstische Partner schaffen es oft, Gespräche so zu drehen, dass die eigentliche Belastung plötzlich wie ein persönliches Problem der Frau klingt.

Du übertreibst.

Andere schaffen das auch. Du bist einfach zu empfindlich. Diese Sätze sind kein offener Angriff.

Sie klingen fast vernünftig, fast fürsorglich, fast wie jemand, der versucht, zu helfen.

Mit der Zeit glaubt man ihnen ein bisschen.

Anfangs spricht man noch direkt über die Erschöpfung.

Dann ein bisschen vorsichtiger. Dann gar nicht mehr, weil man weiß, wie das Gespräch ausgeht.

Irgendwann entschuldigt man den Partner vor anderen.

Er ist eben kein Typ, der seine Gefühle zeigt. Er hat gerade viel Stress bei der Arbeit.

Er meint es gut, er zeigt es nur anders.

Und gleichzeitig zieht man sich nachts das Kind zu sich, weil man weiß, dass niemand sonst aufsteht.

Das Kind wählt, ohne zu wissen, dass es wählt

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Kinder spüren früher als die meisten Erwachsenen, wer wirklich verlässlich ist.

Wer nachts kommt. Wer bleibt. Wer auch dann da ist, wenn die Stimmung schwierig ist und niemand zuschaut.

In Familien mit narzisstischen Vätern entsteht über Monate und Jahre eine stille Verschiebung.

Das Kind läuft automatisch zur Mutter.

Bei Schmerzen, bei Angst, bei Müdigkeit, bei allem.

Viele Frauen beschreiben diesen Moment als besonders schwer.

Zu merken, dass das Kind offiziell zwei Elternteile hat, sich innerlich aber nur auf eine Person wirklich verlässt.

Das hat nichts Rührendes. Es ist einfach traurig.

Die Einsamkeit, die kein Wort genau trifft

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Nachts um zwei sitzt eine Frau im Badezimmer auf dem kalten Boden, das Kind auf dem Arm, Fieber 39,8.

Sie misst zum dritten Mal. Macht Wadenwickel. Summt irgendetwas.

Versucht, ruhig zu klingen, obwohl sie selbst seit Tagen kaum geschlafen hat.

Im Nebenzimmer schläft der Partner.

In diesem Moment denkt sie nicht an Gerechtigkeit.

Sie denkt: Wenn ich jetzt zusammenbreche, gibt es niemanden, der das wirklich auffängt.

Dieser Gedanke ist kein Drama. Er ist schlicht die Realität, die sie gerade lebt. Diese Art von Einsamkeit ist schwer zu erklären, weil sie nach außen nicht sichtbar ist.

Die Ehe existiert noch. Das Bild existiert noch. Der Partner ist noch im Haus.

Und trotzdem ist diese Frau innerlich längst allein mit allem.

Warum so viele so lange bleiben

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Eine Frage, die viele stellen, aber die selten fair ist: Warum geht sie nicht einfach?

Das setzt voraus, dass der Moment des Erkennens klar gewesen wäre.

Er war es meistens nicht.

Diese Dynamiken entstehen so langsam, dass man keinen Wendepunkt benennen kann.

Es gibt keinen Moment, nach dem alles anders war.

Es ist die Summe von tausend kleinen Momenten, jeder davon erklärbar, jeder davon aushaltbar, zusammengenommen aber etwas, das einen von innen verändert.

Dazu kommt die Erschöpfung.

Wer jahrelang alles alleine trägt, hat irgendwann keine Energie mehr für große Entscheidungen.

Man funktioniert. Man kümmert sich. Man schläft zu wenig, denkt zu viel und erklärt sich ständig mehr weg, als man sich eingestehen sollte.

Der erste ehrliche Blick zurück

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Solange eine Frau sich selbst einredet, dass alles eigentlich normal sei, bleibt auch die eigene Überforderung unsichtbar.

Manchmal verändert sich das durch ein Gespräch.

Eine Freundin, die etwas benennt. Ein Artikel, der sich liest, als würde jemand das eigene Leben beschreiben.

Ein Morgen, an dem man im Spiegel steht und nicht mehr erkennt, wie lange man schon so ausschaut.

Der Blick zurück tut weh.

Weil er zeigt, wie lange man etwas getragen hat, das eigentlich auf zwei Menschen verteilt gehört hätte.

Und gleichzeitig kann er etwas lösen, das lange festsaß.

Den Gedanken, dass man selbst das Problem ist. Dass man zu sensibel ist, zu anspruchsvoll, zu kompliziert.

Das stimmt fast nie.

Fazit

Es gibt keine einfache Moral in dieser Geschichte.

Nicht jeden egoistischen oder überforderten Partner kann man als narzisstisch einordnen, und das wäre auch zu einfach.

Was bleibt, ist eine Beobachtung: Manche Frauen tragen in ihren Beziehungen jahrelang eine Last, die nie als gemeinsame Last benannt wurde.

Sie funktionieren, kümmern sich, planen, denken mit, beruhigen, trösten, organisieren.

Und wenn man sie fragt, wie es ihnen geht, sagen viele: Passt schon.

Diese Einsamkeit entsteht nicht aus einem Moment.

Sie wächst aus der Stille zwischen all den Momenten, in denen man gewartet hat, dass sich jemand wirklich zeigt.

Und manchmal beginnt Heilung genau dort: in dem Moment, in dem eine Frau aufhört, die Stille zu erklären, und anfängt, sie ehrlich zu sehen.