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Warum Narzissten immer wieder Empathen anziehen – und wie du erkennst, ob du in ihrer Falle steckst

Es ist eine Verbindung, die sich auf den ersten Blick fast magisch anfühlt: Der empathische, mitfühlende Mensch trifft auf jemanden, der charismatisch, selbstsicher und aufmerksam wirkt.

Es scheint, als hätten sich zwei Menschen gefunden, die sich perfekt ergänzen. Doch mit der Zeit kippt das Gleichgewicht.

Was anfangs wie Nähe aussah, wird zu Kontrolle. Aus Komplimenten werden subtile Angriffe. Aus Zuneigung wird Erschöpfung.

Dieses Muster wiederholt sich in vielen Beziehungen zwischen Narzissten und Empathen. Der eine sucht Bewunderung, der andere möchte verstehen und heilen.

Der Narzisst braucht Energie, Aufmerksamkeit und Bestätigung – und der Empath gibt genau das, ohne es zu merken.

Was wie Liebe beginnt, wird zu einem einseitigen Spiel, in dem der Empath emotional ausbrennt, während der Narzisst sich gestärkt fühlt.

Warum passiert das immer wieder? Warum ziehen sich Menschen, die so unterschiedlich sind, gegenseitig an? Und wie kann man diese Dynamik erkennen, bevor sie einen zerstört?

Hier sind die wichtigsten psychologischen Gründe, warum Narzissten sich immer wieder Empathen aussuchen – und was du tun kannst, um dich zu schützen.

1. Empathen geben, Narzissten nehmen

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Der einfachste Grund ist der offensichtlichste: Empathen sind von Natur aus Menschen, die geben. Sie wollen helfen, verstehen, beruhigen und verbinden.

Narzissten dagegen nehmen. Sie suchen Bestätigung, Aufmerksamkeit und emotionale Energie. In der Kombination entsteht ein Ungleichgewicht, das anfangs kaum auffällt, weil der Empath denkt, er tue etwas Gutes.

Ein Narzisst spürt sofort, wenn jemand bereit ist, sich anzupassen. Er nutzt das aus – nicht unbedingt bewusst, aber sehr gezielt.

Empathen fühlen sich anfangs gebraucht, später erschöpft. Und genau das ist der Punkt, an dem die Manipulation beginnt.

2. Empathen glauben an Veränderung

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Ein Narzisst zeigt am Anfang oft verletzliche Seiten. Er erzählt von vergangenen Enttäuschungen, schwierigen Beziehungen oder Missverständnissen.

Der Empath erkennt darin den Menschen, nicht das Muster. Er denkt: „Ich kann ihm helfen, wieder zu vertrauen.“

Doch Narzissten verändern sich nicht, weil sie sich selten selbst reflektieren. Sie sehen sich als Opfer, nie als Ursache.

Der Empath versucht, Verständnis zu zeigen, während der Narzisst das als Einladung sieht, weiterzumachen.

So entsteht eine emotionale Falle: Der Empath glaubt, er könne heilen – und merkt nicht, dass er langsam selbst verletzt wird.

3. Narzissten brauchen Bewunderung – und Empathen bewundern ehrlich

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Narzissten leben von Aufmerksamkeit. Sie müssen sich überlegen fühlen, sie brauchen Bestätigung, um ihr instabiles Selbstbild zu stabilisieren.

Empathen hingegen haben die Fähigkeit, das Gute im Menschen zu sehen – selbst dann, wenn es kaum sichtbar ist.

Das macht sie für Narzissten besonders attraktiv: Sie loben, trösten und verstehen aufrichtig.

Diese Dynamik funktioniert perfekt – bis der Empath erschöpft ist. Denn der Narzisst gibt kaum etwas zurück.

Er nimmt Lob, Nähe und Verständnis, aber sobald die Bewunderung nachlässt, reagiert er mit Kälte oder Kritik.

So entsteht ein Kreislauf: Der Empath gibt mehr, um wieder Harmonie zu schaffen, und der Narzisst bekommt dadurch genau das, was er will – Kontrolle.

4. Empathen sehen Muster, aber sie entschuldigen sie

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Ein Empath spürt schnell, wenn etwas nicht stimmt. Er erkennt Stimmungen, merkt Veränderungen und spürt Spannung.

Doch statt Konsequenzen zu ziehen, sucht er nach Erklärungen. Er denkt: „Er hatte einen schlechten Tag“, oder „Er hat das sicher nicht so gemeint.“

Diese Geduld, die eigentlich eine Stärke ist, wird in Beziehungen mit Narzissten zur Schwäche.

Narzissten nutzen diese Nachsicht aus. Sie wissen, dass ein Empath immer Verständnis haben wird. So können sie Grenzen überschreiten, ohne echte Konsequenzen zu fürchten.

Mit der Zeit gewöhnt sich der Empath daran, ständig Ausreden zu finden – bis er gar nicht mehr merkt, wie weit er sich von sich selbst entfernt hat.

5. Empathen wollen Frieden, Narzissten brauchen Drama

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Ein Empath sucht Harmonie. Streit und Spannung machen ihn unruhig.

Ein Narzisst dagegen braucht Drama. Es füttert sein Ego und bestätigt ihm, dass er wichtig genug ist, um Reaktionen auszulösen.

Wenn der Empath versucht, die Situation zu beruhigen, interpretiert der Narzisst das als Schwäche.

Diese Dynamik führt dazu, dass der Empath immer nachgibt. Er will Ruhe, also entschuldigt er sich, erklärt sich, sucht Lösungen – während der Narzisst sich bestätigt fühlt, weil er wieder Macht spürt.

So entsteht ein unausgesprochenes Muster: Der Empath wird zum Ausgleicher, der Narzisst zum Auslöser.

6. Narzissten erkennen Vertrauen – und nutzen es

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Empathen öffnen sich leicht. Sie glauben, dass Ehrlichkeit der Weg zu Nähe ist.

Ein Narzisst erkennt dieses Vertrauen sofort – und speichert es. Alles, was du über dich erzählst, kann später gegen dich verwendet werden.

Er hört zu, um zu wissen, wo deine Grenzen sind. Und wenn du dich eines Tages wehrst, erinnert er dich an deine Schwächen oder Ängste, die du ihm anvertraut hast.

Das ist keine spontane Reaktion, sondern Teil seines psychologischen Spiels.

Er zerstört dein Vertrauen Stück für Stück – und wenn du dich zurückziehst, nennt er dich „kalt“ oder „komisch“.

Empathen verstehen das oft zu spät, weil sie sich nicht vorstellen können, dass jemand Nähe so gezielt nutzt.

7. Empathen geben zweite Chancen – und Narzissten zählen darauf

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Ein Narzisst weiß, dass ein empathischer Mensch nicht einfach loslässt.

Er kann lügen, beleidigen, distanzieren – und der Empath wird trotzdem glauben, dass es diesmal besser wird.

Diese Hoffnung auf Veränderung ist der Schlüssel, mit dem Narzissten die Tür immer wieder öffnen.

Wenn sie merken, dass du genug hast, kommen sie mit Reue, Charme und Versprechen. Und der Empath, der das Gute sehen will, glaubt daran.

So beginnt der Kreislauf von Neuem – bis er eines Tages begreift, dass sich nichts ändern wird, solange er bleibt.

8. Narzissten testen Grenzen – Empathen verschieben sie

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Narzissten beobachten genau, wie du reagierst. Sie beginnen mit kleinen Tests – verspätete Antworten, ironische Bemerkungen, subtile Kritik.

Wenn du ruhig bleibst, gehen sie weiter. Schritt für Schritt verschieben sie die Grenze, bis du Dinge akzeptierst, die du früher niemals hättest durchgehen lassen.

Ein Empath reagiert meist mit Verständnis oder Selbstreflexion. Er denkt: „Vielleicht reagiere ich zu stark.“

Doch genau das macht ihn verletzlich.

Grenzen schützen Beziehungen – aber nur, wenn sie eingehalten werden. Und Narzissten brechen sie gezielt, um Kontrolle zu gewinnen.

9. Empathen entschuldigen sich – selbst, wenn sie nichts falsch gemacht haben

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In einer Beziehung mit einem Narzissten ist der Empath oft derjenige, der sich entschuldigt.

Nicht, weil er schuldig ist, sondern weil er den Frieden will. Er versucht, Missverständnisse zu klären, Gespräche zu retten, Nähe wiederherzustellen.

Der Narzisst dagegen sieht in jeder Entschuldigung eine Bestätigung seiner Macht.

Mit der Zeit lernt der Empath, dass Entschuldigung der schnellste Weg ist, um Ruhe zu schaffen. Doch innerlich wächst die Erschöpfung.

Denn jedes „Es tut mir leid“ entfernt ihn weiter von sich selbst.

10. Narzissten spiegeln Emotionen – aber sie fühlen sie nicht

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Am Anfang scheint der Narzisst unglaublich einfühlsam. Er hört zu, nickt, versteht, erinnert sich an Details.

Doch diese Empathie ist oberflächlich. Er analysiert Emotionen, um sie später nachzuahmen.

So erschafft er das perfekte Gegenbild – jemanden, der dir genau das spiegelt, was du dir wünschst.

Der Empath fühlt sich verstanden, weil er sich selbst in diesem Spiegel wiederfindet.

Doch irgendwann merkt er, dass das Gefühl nicht echt war – es war ein Abbild, kein echtes Mitgefühl.

Das ist der Moment, in dem Vertrauen endgültig bricht.

Fazit: Wie du dich schützen kannst

Die wichtigste Erkenntnis ist: Du bist nicht schwach, weil du mitfühlend bist.

Empathie ist eine Stärke – aber sie braucht klare Grenzen.

Wenn du merkst, dass du ständig erschöpft bist, dich erklären musst oder dich klein fühlst, ist das kein Zeichen von Liebe, sondern von Ungleichgewicht.

Sprich aus, was dich verletzt, und beobachte die Reaktion. Ein empathischer Mensch hört zu. Ein Narzisst reagiert mit Abwehr.

Und das ist oft die einfachste Art, sie zu unterscheiden.

Lerne, dass du niemanden retten musst. Nicht jeder Schmerz braucht deine Energie.

Du darfst freundlich bleiben, ohne dich ausnutzen zu lassen.