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Warum wir bei großen Entscheidungen oft einfrieren – und wie du wieder in Bewegung kommst

Warum wir bei großen Entscheidungen oft einfrieren – und wie du wieder in Bewegung kommst

Es gibt diese Momente im Leben, da sitzt du vor einer großen Entscheidung und es fühlt sich an, als hätte sich die Welt auf einmal angehalten. Dein Herz rast, dein Kopf läuft in Schleifen und trotzdem schaffst du es irgendwie nicht, den ersten Schritt zu machen.

Du hast alles aufgeschrieben, Vision Boards gebastelt, Listen gemacht, Affirmationen wieder und wieder gelesen – und trotzdem passiert nichts.

Irgendwas blockiert dich, und meistens ist es nicht die Entscheidung selbst, sondern die Ängste, die darunter liegen.

Wenn du dich in dieser Situation wiedererkennst, keine Sorge: Du bist nicht allein. Viele Menschen frieren ein, wenn es darum geht, größere Veränderungen anzugehen. Es ist menschlich, unsicher zu sein.

Der Trick liegt darin, die Mechanismen hinter diesem Einfrieren zu verstehen und Wege zu finden, die Angst zu umgehen oder zumindest kleiner zu machen, damit du wieder handlungsfähig wirst.

Ich will dir in diesem Artikel vier große, oft unsichtbare Ängste vorstellen, die Menschen davon abhalten, Entscheidungen zu treffen – und dir zeigen, wie du Schritt für Schritt wieder ins Handeln kommst.

1. Der innere Kritiker – dein lautester Feind (oder dein ungeschliffener Freund)

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Vielleicht kennst du das: Kaum denkst du darüber nach, etwas Neues zu starten, meldet sich diese Stimme in deinem Kopf, die alles zerredet.

„Das wird eh schiefgehen“, „Bist du sicher, dass du das kannst?“, „Was, wenn es peinlich wird?“ – und ehe du dich versiehst, bist du gelähmt.

Diese Stimme ist dein innerer Kritiker. Ja, sie nervt wie verrückt, aber eigentlich hat sie einen guten Kern: Sie will dich beschützen.

In ihrer Logik wäre es riskant, etwas Neues zu probieren, also versucht sie, dich zu bremsen. Problem ist nur, dass wir oft nicht lernen, sie zu erkennen und bewusst damit umzugehen.

Versuch, diese Stimme nicht als Feind zu sehen. Sag dir innerlich: „Danke, dass du aufpassen willst, aber ich hab das im Griff.“ Dann geh einen kleinen Schritt nach dem anderen.

Es muss nicht gleich ein Riesenschritt sein. Probier es aus, teste, mach kleine Experimente. Mit der Zeit wird der Kritiker leiser, weil er merkt, dass du auch mit Risiken umgehen kannst.

2. Angst vor Fehlern und Ablehnung – der Perfektionskiller

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Eine der größten Bremser ist die Angst davor, zu scheitern oder abgelehnt zu werden. Sie ist wie ein unsichtbarer Schleier, der alles erstickt.

Du willst die perfekte Entscheidung treffen, alles richtig machen und auf keinen Fall einen Fehler riskieren.

Das Problem dabei: Perfektionismus führt oft dazu, dass man gar nicht mehr anfängt. Du wartest auf den perfekten Moment, die perfekte Gelegenheit, die perfekte Bedingung – aber die gibt es meistens nicht.

Und während du wartest, passiert nichts. Dein Wunsch, es „richtig“ zu machen, hält dich gefangen, und das, was du wirklich willst, bleibt außer Reichweite.

Fang klein an. Stell dir vor, du übst im Alltag, mutiger zu sein. Frag nach dem, was du willst, auch wenn es unangenehm ist.

Sei es im Supermarkt, beim Service, oder im Gespräch mit Kollegen und Freunden. Jedes kleine „Nein“ oder jeder kleine Rückschlag wird dir zeigen: Die Welt geht nicht unter, wenn etwas nicht perfekt läuft. Du trainierst so dein Selbstvertrauen und lernst, mit Fehlern umzugehen, ohne dass sie dich lähmen.

3. Fehlt dir die richtige Unterstützung? – Warum wir nicht alles allein schaffen müssen

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Wir leben in einer Kultur, die Selbstständigkeit und Eigenständigkeit feiert. „Du musst das selbst machen“ oder „Nur wer allein kämpft, ist stark“ – solche Gedanken kennen viele von uns.

Aber die Realität ist: Sehr wenige Menschen erreichen Großes komplett allein. Unterstützung ist nicht nur erlaubt, sie ist sogar oft entscheidend.

Der Knackpunkt: Die Qualität der Unterstützung. Nicht jede Hilfe ist hilfreich. Ratschläge, die niemand gefragt hat, können uns verunsichern, statt uns zu stärken.

Plötzlich zweifelst du an dir selbst, fragst dich, ob du die Entscheidung überhaupt treffen kannst.

Überlege, wer dich wirklich unterstützen kann. Das können Freunde, Mentoren, Coaches oder Therapeuten sein. Nimm die Ratschläge ernst, die dir helfen, und ignoriere den Rest.

Und wenn du merkst, dass du bei einer Entscheidung einfrierst, versuch, dich auf dein eigenes Gefühl zu konzentrieren.

Wie fühlt sich jede Option in deinem Körper an? Spannst du dich an oder fühlst du dich frei? Unser Körper kann oft mehr fühlen als unser Kopf, besonders wenn es um Entscheidungen geht.

4. Angst vor Veränderung – das unsichtbare Kettenblatt

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Manchmal ist es nicht der Kritiker, nicht die Angst vor Fehlern oder die fehlende Unterstützung – sondern einfach die Angst vor dem Neuen.

Veränderung bedeutet immer, dass wir etwas zurücklassen. Gewohnheiten, sichere Routinen, bekannte Menschen – selbst wenn wir unzufrieden sind, kann der Gedanke, etwas aufzugeben, Panik auslösen.

Viele Menschen haben in ihrer Vergangenheit erlebt, dass Veränderungen auch Schmerz bedeuten.

Vielleicht war es eine schwierige Trennung, ein Umzug, der Jobverlust oder andere Verluste. Das Gehirn lernt dann, Veränderungen automatisch als Gefahr zu sehen.

Dazu kommt noch ein psychologischer Effekt namens „Status-quo-Bias“. Wir neigen dazu, zu stark darauf zu achten, was wir verlieren könnten, und übersehen dabei, was wir gewinnen könnten.

Deshalb bleiben wir oft lieber in der bekannten Situation, auch wenn sie uns unglücklich macht.

Meditation, Journaling oder einfache Atemübungen können helfen, die Angst vor Veränderung zu lindern. Sie bringen deinen Körper und dein Nervensystem wieder in Balance.

Und wenn du das Gefühl hast, du schaffst es allein nicht, kann ein Coach oder Therapeut dir helfen, die Schritte durch die Veränderung kleiner und handhabbarer zu machen.

Fazit

Einfrieren bei großen Entscheidungen ist normal und menschlich. Es zeigt nur, dass du dir der Risiken bewusst bist und dass du Verantwortung für dein Leben übernehmen willst.

Indem du lernst, deinen inneren Kritiker zu hören, kleine Risiken einzugehen, dich auf die richtigen Unterstützer zu verlassen und dich Schritt für Schritt an Veränderungen heranzutasten, kannst du die Lähmung überwinden.

Es geht nicht darum, perfekt zu sein, alles sofort richtig zu machen oder die Angst komplett loszuwerden.

Es geht darum, kleine, bewusste Schritte zu gehen, wieder Vertrauen in dich selbst zu gewinnen und dir selbst zu erlauben, Entscheidungen zu treffen – auch wenn es sich manchmal beängstigend anfühlt.

Wenn du das nächste Mal vor einer großen Entscheidung stehst, atme tief durch, spüre deinen Körper, hör auf die leise Stimme deines Mutes und geh los – einen Schritt nach dem anderen. Dein zukünftiges Ich wird dir danken.

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