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Wer mit schwierigen Eltern aufgewachsen ist, kämpft später in Beziehungen oft mit diesen Problemen

Wer mit schwierigen Eltern aufgewachsen ist, kämpft später in Beziehungen oft mit diesen Problemen

Die Beziehung zu unseren Eltern gehört zu den ersten Erfahrungen, durch die wir lernen, was Nähe, Vertrauen und emotionale Sicherheit bedeuten.

Ein Kind kann diese Begriffe noch nicht erklären, doch es beobachtet sehr genau, was in seiner Familie passiert. Es lernt, ob Konflikte besprochen werden können, ob Gefühle ernst genommen werden und ob Zuneigung grundsätzlich verlässlich vorhanden ist oder davon abhängt, wie gut es sich anpasst.

Wenn Eltern emotional schwierig, unberechenbar, stark kontrollierend oder wenig zugewandt sind, können Kinder deshalb Strategien entwickeln, mit denen sie versuchen, ihren Alltag möglichst sicher zu gestalten. Sie lernen vielleicht, die Stimmung der Eltern genau zu beobachten, Konflikte zu vermeiden oder eigene Bedürfnisse zurückzustellen. Andere übernehmen früh Verantwortung und versuchen sogar, Probleme innerhalb der Familie zu lösen.

In der Kindheit können solche Reaktionen durchaus nachvollziehbar sein.
Schwierig wird es, wenn dieselben Regeln später unbewusst auf erwachsene Beziehungen übertragen werden.

Dann kann ein Mensch längst einen liebevollen und verlässlichen Partner haben und trotzdem ständig mit einer möglichen Trennung rechnen. Er kann in einer stabilen Beziehung leben und gerade diese Stabilität als ungewöhnlich empfinden. Oder er übernimmt automatisch Verantwortung für jede schlechte Stimmung des Partners, weil er nie gelernt hat, dass Erwachsene ihre Emotionen grundsätzlich selbst regulieren dürfen.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass jeder Mensch aus einem schwierigen Elternhaus später problematische Beziehungen führt. Ebenso wenig lässt sich aus einzelnen Verhaltensweisen zuverlässig auf die Kindheit einer Person schließen. Persönliche Entwicklung wird von vielen unterschiedlichen Erfahrungen beeinflusst.

Trotzdem können bestimmte Muster helfen zu verstehen, warum manche eigentlich sicheren Beziehungen sich innerlich erstaunlich unsicher anfühlen.

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Eigentlich müsste Stabilität angenehm sein.

Ein Partner meldet sich zuverlässig, hält Absprachen ein und verhält sich grundsätzlich vorhersehbar. Konflikte werden besprochen, ohne dass daraus jedes Mal eine emotionale Katastrophe entsteht. Niemand droht bei jeder Meinungsverschiedenheit mit Trennung und Zuneigung wird nicht ständig entzogen.

Für jemanden, der in einem stabilen Elternhaus aufgewachsen ist, kann genau das Sicherheit vermitteln.
Menschen aus emotional schwierigen Familien können darauf jedoch manchmal überraschend reagieren.
Ruhe fühlt sich nicht automatisch beruhigend an.

Wenn das Nervensystem jahrelang daran gewöhnt war, auf Veränderungen zu achten, kann ein harmonischer Zustand zunächst beinahe verdächtig erscheinen. Man wartet unbewusst darauf, dass doch noch etwas passiert.

Der Partner ist ungewöhnlich still und sofort beginnt die Analyse. Ist er sauer? Habe ich etwas falsch gemacht?
Hat sich etwas verändert?

Vielleicht gibt es überhaupt kein Problem. Der Partner ist lediglich müde oder beschäftigt.
Trotzdem kann die innere Alarmbereitschaft bereits aktiviert sein.

2. People-Pleasing und Verlustangst sorgen dafür, dass die eigenen Bedürfnisse immer kleiner werden

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Ein Kind ist von seinen Eltern abhängig.
Es kann nicht einfach entscheiden, eine schwierige familiäre Beziehung zu beenden und sich eine andere Umgebung zu suchen.

Deshalb ist Anpassung eine nachvollziehbare Strategie.

Wenn das Kind merkt, dass bestimmte Verhaltensweisen Konflikte reduzieren, wird es diese häufiger einsetzen.
Es versucht, möglichst unkompliziert zu sein.

Es widerspricht weniger, entschuldigt sich schnell und beobachtet genau, was andere Menschen von ihm erwarten.
Dadurch kann eine tiefe innere Regel entstehen: Wenn andere Menschen zufrieden mit mir sind, bin ich sicher.

Im Erwachsenenalter kann daraus People-Pleasing werden.

Der Partner fragt, was man essen möchte, und die Antwort lautet automatisch: „Ist mir egal.“
Er möchte etwas unternehmen, worauf man selbst eigentlich keine Lust hat, und trotzdem stimmt man zu.

Bei größeren Entscheidungen passiert möglicherweise dasselbe.
Die eigenen Wünsche werden nicht deshalb zurückgestellt, weil man bewusst einen Kompromiss eingeht. Sie werden zurückgestellt, weil ein Nein innerlich gefährlich erscheint.

Hinter diesem Verhalten steckt häufig Verlustangst.

Wer früh erfahren hat, dass Nähe unzuverlässig sein kann, entwickelt möglicherweise die Vorstellung, besonders viel leisten zu müssen, damit andere Menschen bleiben.

3. Wer früh gelernt hat, dass Liebe wehtun kann, hält später manchmal viel zu viel für normal

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Kinder besitzen zunächst keinen objektiven Maßstab dafür, wie Beziehungen funktionieren sollten.

Das Verhalten ihrer Familie wird zum ersten Bezugspunkt.

Wenn Zuneigung und Verletzung regelmäßig nebeneinander existieren, kann sich deshalb eine problematische Vorstellung entwickeln: Liebe bedeutet eben, schwierige Dinge auszuhalten.

Im Erwachsenenalter kann diese Überzeugung dazu führen, dass Grenzen viel zu spät gezogen werden.
Natürlich benötigt jede langfristige Beziehung Kompromisse.

Menschen enttäuschen einander gelegentlich. Sie reagieren schlecht, machen Fehler und sagen manchmal Dinge, die sie später bereuen.
Eine gesunde Beziehung ist nicht konfliktfrei.

Doch Kompromiss und dauerhaftes Ertragen von Respektlosigkeit sind nicht dasselbe.

Genau diese Grenze kann für Menschen aus schwierigen Elternhäusern schwerer erkennbar sein.
Sie erklären problematisches Verhalten besonders lange.

Der Partner hatte Stress. Er hatte eine schwere Vergangenheit.

Eigentlich meint er es nicht so. Beim nächsten Mal wird es bestimmt anders.

Jede einzelne Erklärung kann nachvollziehbar sein. Zusammengenommen können sie jedoch dazu führen, dass ein Mensch jahrelang in einer Beziehung bleibt, in der seine Bedürfnisse und Grenzen kaum respektiert werden.

Besonders schwierig wird es, wenn Leiden unbewusst als Beweis besonderer Loyalität verstanden wird.

4. Sie fühlen sich für die Gefühle ihres Partners verantwortlich und wählen manchmal Menschen, die sie „retten“ können

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Kinder emotional schwieriger Eltern übernehmen teilweise erstaunlich früh Verantwortung.

Sie versuchen vielleicht, die Mutter zu beruhigen, den Vater nicht zusätzlich zu belasten oder zwischen Familienmitgliedern zu vermitteln.

Manche kümmern sich sogar emotional um ihre Eltern, obwohl diese Rollen eigentlich umgekehrt sein sollten.
Dadurch kann sich eine starke Fähigkeit entwickeln, Probleme anderer Menschen wahrzunehmen.

Im Erwachsenenalter wird genau diese Eigenschaft häufig positiv bewertet.
Solche Menschen sind verständnisvoll, hilfsbereit und ausgesprochen aufmerksam.

Doch Empathie besitzt eine Grenze.

Problematisch wird es, wenn aus „Ich möchte dich unterstützen“ irgendwann „Ich bin dafür verantwortlich, dass es dir gut geht“ wird.

Dann verändert sich die Beziehung.
Der Partner ist schlecht gelaunt und sofort wird versucht, das Problem zu lösen.

Er ist unzufrieden und die andere Person fragt sich automatisch, was sie anders machen müsste.

Sogar Probleme, die eindeutig zum Leben des Partners gehören, werden zu einer gemeinsamen persönlichen Aufgabe.
Damit kann auch das sogenannte Retter-Muster verbunden sein.

Menschen suchen sich möglicherweise Partner aus, die viele ungelöste Probleme besitzen, und fühlen sich gerade deshalb besonders gebraucht.

Sie möchten helfen, motivieren und verändern.

Anfangs kann das sogar ein intensives Gefühl von Nähe erzeugen.

Doch eine Partnerschaft kann nicht dauerhaft darauf aufgebaut sein, dass einer rettet und der andere gerettet wird.

5. Sie überwachen ständig die Stimmung ihres Partners und geben sich für Probleme viel zu schnell selbst die Schuld

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Ein Partner kommt nach Hause und wirkt angespannt.

Für viele Menschen lautet der erste Gedanke: Er hatte wahrscheinlich einen schwierigen Tag.

Für jemanden, der früh gelernt hat, Stimmungen genau zu überwachen, kann dagegen sofort eine andere Frage entstehen:

Was habe ich gemacht?

Diese automatische Selbstbeschuldigung ist besonders belastend, weil sie aus gewöhnlichen Stimmungsschwankungen ständig persönliche Probleme macht.

Der Partner antwortet kürzer. Vielleicht ist er müde.

Doch innerlich beginnt bereits die Suche nach dem eigenen Fehler.

War die letzte Nachricht falsch formuliert?

Hätte man etwas anders machen sollen? Ist er enttäuscht?

Diese permanente Beobachtung kostet enorm viel Energie.

Gleichzeitig kann sie paradoxerweise auch die Beziehung belasten.

Der Partner muss möglicherweise immer wieder versichern, dass alles in Ordnung ist. Dadurch entsteht eine Dynamik, in der ein Mensch ständig Sicherheit benötigt, während der andere immer häufiger erklären muss, dass seine Stimmung nicht automatisch etwas mit der Beziehung zu tun hat.

6. Kritik fühlt sich schnell wie Ablehnung an, weil Fehler früher emotional gefährlich waren

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Konstruktive Kritik gehört zu jeder engen Beziehung.

Kein Mensch verhält sich immer perfekt. Partner müssen deshalb gelegentlich sagen können, dass sie etwas gestört oder verletzt hat.

Für jemanden aus einem schwierigen Elternhaus kann genau dieser Moment jedoch eine wesentlich größere emotionale Bedeutung bekommen.

Der Partner sagt vielleicht lediglich: „Mich hat gestern gestört, dass du mir nicht zugehört hast.“

Was ankommt, ist jedoch etwas vollkommen anderes:

„Du bist kein guter Partner.“

Damit wird aus einer konkreten Rückmeldung eine grundsätzliche Bewertung der eigenen Person.

Die Reaktionen darauf können unterschiedlich aussehen. Manche Menschen verteidigen sich sofort.

Sie erklären ausführlich, warum sie eigentlich nichts falsch gemacht haben.

Andere ziehen sich zurück und werden still.

Wieder andere entschuldigen sich sofort für alles, nur damit der Konflikt möglichst schnell beendet wird.

Keine dieser Reaktionen bedeutet automatisch, dass jemand keine Verantwortung übernehmen möchte.
Manchmal steckt dahinter schlicht Angst.

Wenn Kritik in der Kindheit regelmäßig mit Beschämung, emotionalem Rückzug oder starken Reaktionen verbunden war, kann das Nervensystem auch später noch sehr empfindlich darauf reagieren.

Fazit: Die schwierigsten Beziehungsmuster beginnen manchmal lange vor der ersten eigenen Partnerschaft

Menschen nehmen aus ihrer Kindheit keine fertige Anleitung für spätere Beziehungen mit.

Doch sie lernen dort grundlegende Vorstellungen darüber, wie Nähe funktioniert.

Sie beobachten, ob Zuneigung verlässlich ist, wie Konflikte gelöst werden und ob eigene Gefühle Raum bekommen. Sie lernen, ob Fehler erlaubt sind und ob Grenzen respektiert werden.

Wenn diese Erfahrungen schwierig waren, können daraus Strategien entstehen, die damals durchaus sinnvoll gewesen sein mögen.

People-Pleasing konnte Konflikte verhindern.

Das Beobachten von Stimmungen half möglicherweise dabei, einen emotional schwierigen Elternteil besser einzuschätzen.

Übermäßige Verantwortung vermittelte vielleicht das Gefühl, wenigstens etwas kontrollieren zu können.

Doch ein Verhalten kann in einer bestimmten Lebensphase hilfreich gewesen sein und später trotzdem Probleme verursachen.
Genau darin liegt eine wichtige Erkenntnis.

Wer heute ständig Angst hat, verlassen zu werden, ist nicht zwangsläufig mit dem falschen Partner zusammen.
Wer sich bei Stabilität unwohl fühlt, braucht nicht automatisch mehr Leidenschaft oder Drama.

Und wer ständig versucht, den Partner zu retten, muss nicht unbedingt einen Menschen finden, der noch mehr Hilfe benötigt.

Manchmal besteht die eigentliche Aufgabe darin, alte Vorstellungen von Beziehung neu zu überprüfen.
Liebe muss nicht verdient werden.

Stabilität muss nicht verdächtig sein.

Die Gefühle eines anderen Menschen müssen nicht vollständig kontrolliert werden.

Und Kritik bedeutet nicht automatisch Ablehnung.