Es gibt Menschen, bei denen fühlt man sich einfach wohl.
Man kann neben ihnen sitzen, ohne ständig darüber nachzudenken, was man sagen soll. Man kann einen schlechten Tag haben, ohne Angst zu haben, dass die eigene Stimmung sofort zum Problem wird. Man kann anderer Meinung sein, einen Fehler machen oder einfach einmal still sein – und trotzdem bleibt die Atmosphäre entspannt.
Interessant ist, dass solche Menschen nicht unbedingt besonders extrovertiert oder ständig gut gelaunt sind.
Sie müssen nicht der lustigste Mensch im Raum sein. Sie brauchen nicht ständig Aufmerksamkeit und versuchen auch nicht, es jedem recht zu machen.
Was sie angenehm macht, ist etwas anderes: Man fühlt sich in ihrer Nähe nicht unter Druck.
Sie geben einem das Gefühl, dass man nicht perfekt sein muss.
Und genau deshalb verbringen andere Menschen gerne Zeit mit ihnen.
Eine Nachricht wird erst Stunden später beantwortet.
Für manche Menschen reicht so etwas schon aus, um sich Gedanken zu machen.
„Habe ich etwas falsch gemacht?“
„Ist die Person sauer auf mich?“
„Warum verhält sie sich plötzlich so?“
Menschen, mit denen man sich leicht fühlt, reagieren meistens anders.
Sie wissen, dass nicht jede Stimmung etwas mit ihnen zu tun hat.
Wenn jemand einen schlechten Tag hat, denken sie nicht sofort, dass sie selbst der Grund dafür sein müssen.
Das bedeutet natürlich nicht, dass sie niemals verletzt sind.
Auch entspannte Menschen können sich über andere ärgern oder sich zurückgewiesen fühlen. Der Unterschied liegt eher darin, dass sie nicht sofort auf jede Kleinigkeit reagieren.
Sie können kurz innehalten und sich fragen:
„Weiß ich überhaupt, ob das wirklich etwas mit mir zu tun hat?“
Vielleicht hat die andere Person einfach Stress.
Vielleicht ist sie müde.
Vielleicht beschäftigt sie etwas völlig anderes.
Diese Fähigkeit macht einen enormen Unterschied im Umgang miteinander.
Denn wenn jemand jede Kleinigkeit persönlich nimmt, muss man irgendwann ständig aufpassen, was man sagt und wie man etwas sagt.
Bei einem Menschen, der nicht sofort aus jeder Kleinigkeit ein persönliches Problem macht, kann man dagegen viel entspannter sein.
Wir sagen manchmal etwas Peinliches. Wir vergessen Dinge. Wir stolpern. Wir treffen eine falsche Entscheidung oder erzählen eine Geschichte, bei der wir uns später denken: „Warum habe ich das gerade erzählt?“
Manche Menschen versuchen in solchen Situationen verzweifelt, ihre perfekte Fassade aufrechtzuerhalten.
Andere lachen einfach darüber.
Und genau diese Menschen wirken oft besonders angenehm.
Wer über die eigenen Fehler lachen kann, vermittelt nämlich eine wichtige Botschaft:
Du musst hier auch nicht perfekt sein.
Wenn jemand offen erzählt, wie er einmal etwas völlig Falsches gesagt oder eine peinliche Situation erlebt hat, nimmt das auch anderen den Druck.
Plötzlich muss niemand mehr besonders cool oder souverän wirken.
Man kann einfach man selbst sein.
Dabei geht es nicht darum, sich selbst ständig schlechtzumachen.
Selbstironie bedeutet nicht, dass man sich nicht ernst nimmt oder kein Selbstbewusstsein hat.
Im Gegenteil.
Oft braucht es sogar ziemlich viel Sicherheit, um sagen zu können:
„Ja, das war gerade ziemlich peinlich. Und jetzt lachen wir einfach darüber.“
Menschen fühlen sich in solchen Situationen häufig wohl, weil sie nicht das Gefühl haben, mit jemandem konkurrieren zu müssen.
Es gibt Menschen, die schon nervös werden, wenn ein Plan zehn Minuten anders läuft als gedacht.
Der Tisch im Restaurant ist nicht reserviert.
Ein Freund kommt zu spät.
Das Wetter spielt nicht mit.
Der Zug hat Verspätung.
Plötzlich ist der ganze Tag ruiniert.
Menschen, mit denen man gerne zusammen ist, können dagegen häufig besser zwischen einem echten Problem und einer kleinen Unannehmlichkeit unterscheiden.
Natürlich gibt es Situationen, in denen Planung wichtig ist.
Und natürlich darf man sich ärgern, wenn etwas nicht funktioniert.
Aber nicht jede kleine Abweichung muss sofort zu einem Drama werden.
Wenn jemand fünfzehn Minuten zu spät kommt, kann man sich darüber ärgern – oder man kann sich denken:
„Okay, passiert. Wir machen jetzt einfach weiter.“
Diese Flexibilität macht gemeinsame Zeit wesentlich entspannter.
Denn niemand möchte ständig das Gefühl haben, dass ein kleiner Fehler die Stimmung des gesamten Tages zerstören könnte.
Menschen, die nicht alles kontrollieren müssen, geben anderen außerdem mehr Freiheit.
Man kann eigene Ideen einbringen.
Man kann spontan etwas ändern.
Man darf auch einmal einen anderen Vorschlag machen.
Und genau dadurch fühlt sich die gemeinsame Zeit leichter an.
4. Sie hören wirklich zu
Es gibt einen großen Unterschied zwischen zuhören und darauf zu warten, selbst wieder sprechen zu können.
Man kennt diese Gespräche.
Du erzählst etwas und die andere Person schaut dich an, aber man merkt eigentlich, dass sie bereits über ihre eigene Antwort nachdenkt.
Kaum bist du fertig, beginnt sie mit:
„Das kenne ich. Bei mir war das nämlich auch so …“
Und plötzlich geht es nicht mehr um deine Geschichte.
Menschen, die angenehm im Umgang sind, hören dagegen wirklich zu.
Sie stellen Fragen.
Sie merken sich Kleinigkeiten.
Sie greifen später noch einmal etwas auf, das du erzählt hast.
Nicht, weil sie irgendeine perfekte Gesprächstechnik gelernt haben.
Sondern weil sie tatsächlich interessiert sind.
Das bedeutet auch nicht, dass sie immer die richtige Antwort haben.
Manchmal braucht man gar keinen Rat.
Man möchte einfach erzählen.
Und es kann unglaublich angenehm sein, wenn jemand das versteht.
Ein:
„Das klingt echt anstrengend.“
oder:
„Und wie ging es dir damit?“
kann manchmal viel mehr bedeuten als zehn gut gemeinte Ratschläge.
Wenn jemand wirklich zuhört, entsteht das Gefühl:
„Was ich sage, ist dieser Person nicht egal.“
Und genau dieses Gefühl verbindet Menschen.
5. Sie haben Grenzen, ohne daraus ein Drama zu machen