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Wenn das Handy der Eltern immer wichtiger war: 6 Gewohnheiten, die Kinder ins Erwachsenenleben mitnehmen können

Wenn das Handy der Eltern immer wichtiger war: 6 Gewohnheiten, die Kinder ins Erwachsenenleben mitnehmen können

Ein Kind braucht nicht rund um die Uhr die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Eltern. Eltern dürfen Nachrichten beantworten, telefonieren, arbeiten, sich entspannen und natürlich auch einmal am Handy sein.

Problematisch kann es werden, wenn das Smartphone dauerhaft zwischen Eltern und Kind steht.

Ein Kind erzählt etwas und der Blick bleibt auf dem Bildschirm. Es möchte etwas zeigen, bekommt aber nur ein kurzes „Mhm“. Es versucht, Aufmerksamkeit zu bekommen, während ein Elternteil weiter scrollt. Solche Situationen wirken für Erwachsene oft völlig harmlos, besonders wenn sie nur wenige Minuten dauern.

Für ein Kind kann sich daraus jedoch eine ganz andere Erfahrung ergeben: Ich muss um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Untersuchungen, die im Ausgangsartikel aufgegriffen werden, deuten darauf hin, dass die häufige Nutzung von Technologie durch Eltern in Gegenwart ihrer kleinen Kinder mit verschiedenen Entwicklungsbereichen zusammenhängen kann. Dabei geht es nicht darum, dass ein Handy allein eine bestimmte Persönlichkeit verursacht. Viel wichtiger sind die wiederholten Erfahrungen im Alltag und die Frage, wie aufmerksam und ansprechbar Eltern insgesamt sind.

Einige dieser Erfahrungen können später noch im Erwachsenenalter sichtbar sein.

1. Sie haben Schwierigkeiten, sich länger auf etwas zu konzentrieren

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Wenn ein Kind regelmäßig erlebt, dass Aufmerksamkeit ständig unterbrochen wird, kann sich auch sein eigener Umgang mit Aufmerksamkeit verändern.

Mama schaut kurz aufs Handy.

Dann wieder zum Kind.

Dann kommt eine Nachricht.

Dann wird wieder gescrollt.

Für das Kind entsteht dabei kein ruhiger Moment, in dem es die ungeteilte Aufmerksamkeit eines Erwachsenen erlebt.

Der Ausgangsartikel verweist auf Forschung, nach der Kinder, die mit dieser Art von geteilter Aufmerksamkeit aufwachsen, unter Umständen schwächere kognitive Fähigkeiten zeigen können. Dazu gehören beispielsweise Aufmerksamkeit, Erinnern, Denken und Problemlösen.

Im Erwachsenenalter kann sich das natürlich ganz unterschiedlich zeigen.

Manche Menschen verlieren beim Arbeiten schnell den Fokus. Andere wechseln ständig zwischen verschiedenen Aufgaben. Wieder andere greifen selbst automatisch zum Handy, sobald etwas langweilig wird.

Das bedeutet nicht, dass jede Konzentrationsschwierigkeit aus der Kindheit stammt.

Aber Kinder lernen auch durch Beobachtung. Wenn sie regelmäßig sehen, dass Erwachsene jede freie Sekunde mit einem Bildschirm füllen, kann dieses Verhalten für sie irgendwann völlig normal werden.

2. Sie tun sich schwer damit, auf andere zuzugehen

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Soziale Fähigkeiten entstehen nicht einfach von selbst.

Kinder lernen beispielsweise durch ihre Eltern, wie man zuhört, hilft, Rücksicht nimmt und auf die Gefühle anderer reagiert.

Wenn ein Kind häufig erlebt, dass sein Versuch, Kontakt aufzunehmen, mit einem Bildschirm konkurriert, bekommt es möglicherweise weniger Gelegenheiten, genau diese Erfahrungen zu machen.

Der Ausgangsartikel beschreibt deshalb auch einen möglichen Zusammenhang mit weniger prosozialem Verhalten. Damit sind Handlungen gemeint, die anderen helfen oder Beziehungen unterstützen – beispielsweise Teilen, Helfen, Rücksicht nehmen oder Empathie zeigen.

Im Erwachsenenalter könnte sich das bei manchen Menschen darin zeigen, dass sie eher für sich bleiben.

Sie sind vielleicht nicht unbedingt unfreundlich.

Sie wissen nur weniger gut, wie sie Nähe herstellen sollen.

Neue Freundschaften können anstrengend wirken. Gespräche fühlen sich manchmal oberflächlich an. Und wenn jemand Unterstützung braucht, weiß man vielleicht nicht sofort, wie man reagieren soll.

Dabei ist wichtig: Ein zurückhaltender Mensch ist nicht automatisch sozial unsicher oder einsam.

Menschen haben unterschiedliche Persönlichkeiten.

Aber soziale Fähigkeiten werden zu einem großen Teil durch Beziehungen gelernt – und Eltern sind dabei besonders wichtige Vorbilder.

3. Sie halten emotional lieber Abstand

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Eine der wichtigsten Erfahrungen in der Kindheit ist das Gefühl:

Wenn ich jemanden brauche, ist diese Person für mich da.

Das bedeutet nicht, dass Eltern jede Sekunde verfügbar sein müssen.

Es geht darum, dass ein Kind grundsätzlich erlebt, dass seine Bezugsperson reagiert.

Wenn diese Verbindung häufig durch einen Bildschirm unterbrochen wird, kann sich das auf die Beziehung zwischen Eltern und Kind auswirken.

Der Ausgangsartikel verweist dabei auf den Zusammenhang zwischen der Bindung zu den Eltern und späteren Beziehungen. Eine schwächere Bindung kann sich unter anderem darin zeigen, dass Menschen zurückgezogener werden und später Schwierigkeiten haben, enge Beziehungen aufzubauen.

Als Erwachsener möchte man dann vielleicht zwar Nähe, weiß aber nicht richtig, wie man sie zulässt.

Man erzählt nicht gerne, was einen beschäftigt.

Man spricht lieber über praktische Dinge.

Man zieht sich zurück, wenn ein Konflikt entsteht.

Oder man fühlt sich unwohl, wenn jemand emotional sehr viel Nähe sucht.

Auch hier gilt: Das ist kein Beweis dafür, dass die Eltern etwas „falsch gemacht“ haben. Beziehungen in der Kindheit sind komplex.

Aber die Erfahrung, wirklich gesehen und gehört zu werden, kann für spätere Beziehungen eine wichtige Grundlage sein.

4. Sie behalten Probleme lieber für sich

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Manche Menschen erzählen anderen sofort, wenn etwas nicht stimmt.

Andere machen alles mit sich selbst aus.

Sie sind traurig, sagen aber nichts.

Sie haben Angst, sprechen aber nicht darüber.

Sie fühlen sich überfordert und antworten trotzdem:

„Alles gut.“

Wenn ein Kind häufig erlebt, dass die Aufmerksamkeit der Eltern anderswo liegt, kann es irgendwann aufhören, überhaupt nach Aufmerksamkeit zu suchen.

Es lernt:

Ich störe gerade.

Ich warte lieber.

Ich kann das alleine lösen.

Der Ausgangsartikel beschreibt dieses Muster als mögliches „Internalisieren“ von Problemen. Damit ist gemeint, dass Belastungen eher nach innen gerichtet werden und beispielsweise mit Einsamkeit, Angst oder depressiver Stimmung verbunden sein können.

Später kann daraus ein Erwachsener werden, der unglaublich selbstständig wirkt.

Alle fragen ihn um Rat.

Er hilft jedem.

Aber wenn er selbst ein Problem hat, spricht er kaum darüber.

Er möchte niemandem zur Last fallen.

Und genau das kann auf Dauer sehr einsam machen.

Denn Unterstützung anzunehmen ist genauso ein Teil gesunder Beziehungen wie Unterstützung zu geben.

5. Oder sie reagieren sehr heftig

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Nicht jedes Kind zieht sich zurück, wenn es sich nicht gesehen fühlt.

Manche reagieren genau entgegengesetzt.

Sie werden laut.

Sie werden wütend.

Sie machen absichtlich etwas, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Der Ausgangsartikel beschreibt dieses Gegenstück als „Externalisieren“: Probleme und starke Gefühle werden nicht nach innen getragen, sondern zeigen sich deutlich nach außen, beispielsweise durch aggressives oder auffälliges Verhalten.

Auch dieses Verhalten kann bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben.

Ein Mensch fühlt sich ignoriert und reagiert sofort gereizt.

Eine kleine Zurückweisung löst eine sehr starke Reaktion aus.

Ein Partner schaut während eines Gesprächs aufs Handy und plötzlich entsteht ein großer Streit.

Natürlich kann es dafür viele andere Gründe geben.

Nicht jede heftige Reaktion hat etwas mit der Kindheit zu tun.

Aber wenn jemand schon früh gelernt hat, dass leises Warten keine Aufmerksamkeit bringt, kann er irgendwann unbewusst gelernt haben, dass man lauter werden muss, um gesehen zu werden.

6. Sie verbringen selbst sehr viel Zeit am Bildschirm

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Das vielleicht auffälligste Muster ist gleichzeitig das logischste.

Kinder beobachten ihre Eltern.

Wenn das Handy ständig in der Hand ist, wird es für sie zu einem normalen Bestandteil des Alltags.

Der Ausgangsartikel verweist darauf, dass Kinder das Verhalten ihrer Eltern übernehmen können und dass sich eine hohe Bildschirmnutzung später selbst fortsetzen kann. Bei kleinen Kindern geht es zunächst vielleicht um Fernsehen oder Tablets; später wird daraus das eigene Smartphone.

So entsteht ein Kreislauf.

Das Kind erlebt:

Handy = Entspannung.

Handy = Beschäftigung.

Handy = Zeitvertreib.

Handy = etwas, das Erwachsene ständig machen.

Später macht es dasselbe.

Ein freier Moment entsteht und automatisch wird der Bildschirm herausgeholt.

Man wartet auf jemanden und scrollt.

Man sitzt im Restaurant und schaut aufs Handy.

Man liegt im Bett und schaut noch „kurz“ etwas nach.

Irgendwann fällt gar nicht mehr auf, wie viel Zeit tatsächlich am Bildschirm verbracht wird.

Dabei geht es nicht darum, Smartphones grundsätzlich schlechtzureden. Sie gehören heute zum Alltag und erfüllen viele wichtige Funktionen.

Die entscheidende Frage ist eher:

Kann ich mein Handy auch weglegen, wenn es gerade nichts Wichtiges zu tun gibt?

Fazit

Ein Elternteil, das gelegentlich aufs Handy schaut, während das Kind daneben sitzt, richtet damit nicht automatisch Schaden an.

Das wirkliche Problem entsteht eher dann, wenn ein Kind dauerhaft das Gefühl bekommt, um Aufmerksamkeit konkurrieren zu müssen.

Mögliche Folgen können Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, mehr Rückzug, Probleme mit Nähe, das Zurückhalten eigener Sorgen, starke emotionale Reaktionen oder eine sehr intensive eigene Bildschirmnutzung sein. Die Forschung dazu beschreibt Zusammenhänge, keine einfachen Ursache-Wirkungs-Regeln.

Am Ende geht es deshalb weniger um die Frage, ob Eltern ihr Handy benutzen dürfen.

Natürlich dürfen sie das.

Es geht vielmehr darum, ob ein Kind auch regelmäßig die Erfahrung macht:

Wenn ich etwas erzählen möchte, hört mir jemand zu.

Wenn ich Hilfe brauche, reagiert jemand.

Wenn ich traurig bin, muss ich nicht um Aufmerksamkeit kämpfen.

Diese Erfahrungen können sehr viel wichtiger sein als jede perfekte Erziehung.

Und vielleicht ist genau deshalb manchmal das Wertvollste, was ein Elternteil tun kann, erstaunlich einfach: das Handy für einen Moment weglegen und wirklich hinschauen.