Skip to Content

10 Sätze, mit denen Frauen schlechtes Verhalten ihres Partners oft entschuldigen

10 Sätze, mit denen Frauen schlechtes Verhalten ihres Partners oft entschuldigen

Manchmal sehen Außenstehende eine Beziehung deutlich nüchterner als die Person, die mittendrin steckt. Freunde oder Familie bemerken vielleicht, dass ein Mann seine Partnerin respektlos behandelt, sie ständig enttäuscht oder ihre Gefühle nicht ernst nimmt. Die Frau selbst findet dagegen immer wieder eine Erklärung dafür.

Das bedeutet nicht automatisch, dass sie die Probleme nicht bemerkt. Oft weiß sie sehr genau, dass etwas nicht stimmt. Trotzdem ist es schwer, sich einzugestehen, dass ein Mensch, in den man viel Zeit, Liebe und Hoffnung investiert hat, einem vielleicht nicht das gibt, was man in einer Beziehung braucht.

Dann entstehen Sätze, die zunächst verständnisvoll klingen. Mit der Zeit können sie aber dazu dienen, ein Verhalten zu rechtfertigen, das eigentlich längst angesprochen werden müsste.

Diese zehn Aussagen tauchen besonders häufig auf, wenn eine Frau die Hoffnung auf Veränderung noch nicht aufgeben möchte.

1. „Er ist nicht immer so.“

shutterstock

Natürlich hat jeder Mensch schlechte Tage. Jeder kann einmal gereizt reagieren, etwas Falsches sagen oder sich danebenbenehmen.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, was danach passiert.

Wenn jemand merkt, dass er seinen Partner verletzt hat, sich ehrlich entschuldigt und sein Verhalten tatsächlich verändert, kann ein einzelner schlechter Moment eben genau das sein: ein schlechter Moment.

Schwieriger wird es, wenn „Er ist nicht immer so“ zur Standarderklärung für ein Verhalten wird, das sich ständig wiederholt.

Vielleicht ist er an manchen Tagen liebevoll und aufmerksam und an anderen Tagen beleidigend, kalt oder respektlos. Gerade die guten Phasen können dann dazu führen, dass man die schlechten immer wieder relativiert.

Doch entscheidend ist nicht nur, wie jemand an seinen besten Tagen ist. Auch der Umgang miteinander an schwierigen Tagen sagt viel über eine Beziehung aus.

2. „Ich weiß, dass er mich tief im Inneren liebt.“

shutterstock

Liebe allein beantwortet nicht die Frage, wie eine Beziehung tatsächlich funktioniert.

Eine Frau kann durchaus wissen, dass ihr Partner Gefühle für sie hat und trotzdem feststellen, dass sie sich durch sein Verhalten nicht geliebt fühlt.

Vielleicht sagt er, dass sie ihm wichtig ist, behandelt sie aber gleichzeitig immer wieder respektlos. Vielleicht verspricht er, sich zu ändern, ohne etwas dafür zu tun. Oder er zeigt Zuneigung nur dann, wenn er merkt, dass sie sich zurückzieht.

Dann entsteht schnell ein Konflikt zwischen dem, was man über einen Menschen glaubt, und dem, was man im Alltag erlebt.

„Er liebt mich doch“ kann dabei helfen, unangenehme Tatsachen für eine Weile auszublenden.

Die wichtigere Frage lautet jedoch: Wie sieht diese Liebe im täglichen Umgang aus?

Denn eine Beziehung besteht nicht nur aus Gefühlen, sondern auch aus Verhalten, Respekt, Verlässlichkeit und gegenseitiger Rücksicht.

3. „Er hat gerade einfach viel durchzumachen.“

6 Sternzeichen, die am sichersten dein Herz brechen werden, laut Astrologie
shutterstock

Stress, berufliche Probleme, finanzielle Sorgen oder persönliche Krisen können einen Menschen verändern. In schwierigen Zeiten hat nicht jeder die gleiche Geduld und Energie wie sonst.

Dafür sollte man Verständnis haben.

Aber Verständnis bedeutet nicht, jedes Verhalten entschuldigen zu müssen.

Wenn jemand gerade eine schwere Phase durchmacht, kann er trotzdem Verantwortung dafür übernehmen, wenn er seinen Partner verletzt. Er kann sich entschuldigen, darüber sprechen und versuchen, es beim nächsten Mal anders zu machen.

Problematisch wird es, wenn die aktuelle Situation als dauerhafte Begründung für respektloses Verhalten dient.

Denn irgendwann stellt sich die Frage: Wie lange soll die Partnerin darauf warten, dass die schwierige Phase vorbei ist?

4. „Ich kann mir nicht vorstellen, noch einmal von vorne anzufangen.“

Dich zu lieben war die einsamste Sache, die ich je erlebt habe
shutterstock

Dieser Satz hat oft weniger mit dem Partner selbst zu tun, als man zunächst denkt.

Nach Jahren in einer Beziehung kann die Vorstellung einer Trennung überwältigend sein. Plötzlich müsste man sein gewohntes Leben verändern, vielleicht eine Wohnung suchen, den Freundeskreis neu organisieren oder sich daran gewöhnen, wieder allein zu sein.

Dazu kommt die Angst vor dem Unbekannten.

Man weiß, was man in der aktuellen Beziehung hat – selbst wenn vieles davon nicht gut ist. Was danach kommt, kann niemand garantieren.

Genau diese Unsicherheit kann dazu führen, dass man an einer Beziehung festhält, die einen längst nicht mehr glücklich macht.

Doch Angst vor einem Neuanfang ist nicht dasselbe wie ein Grund dafür, eine unbefriedigende Situation für immer hinzunehmen.

5. „Wir sind doch schon so viele Jahre zusammen.“

shutterstock

Gemeinsame Jahre können eine Beziehung sehr wertvoll machen. Sie können aber auch zu einem Grund werden, warum man nicht mehr loslassen möchte.

Nach fünf, zehn oder zwanzig Jahren denkt man schnell: „Ich kann doch nicht einfach alles wegwerfen.“

Dabei sind die vergangenen Jahre nicht automatisch verloren, nur weil eine Beziehung irgendwann nicht mehr funktioniert.

Man hat trotzdem gemeinsame Erfahrungen gemacht, geliebt, gelernt und sich weiterentwickelt.

Schwierig wird es, wenn die Vergangenheit ständig gegen die Gegenwart aufgerechnet wird.

Nur weil jemand zehn Jahre lang dein Partner war, bedeutet das nicht automatisch, dass du weitere zehn Jahre bleiben musst, wenn sich die Beziehung dauerhaft in eine Richtung entwickelt, die dir nicht guttut.

6. „Er ist immerhin besser als die meisten anderen Männer.“

shutterstock

Vergleiche können erstaunlich viel verändern.

Wenn man sich ständig sagt, dass andere Männer noch schlimmer wären, verschiebt sich der eigene Maßstab immer weiter nach unten.

Vielleicht schreit dein Partner dich nicht jeden Tag an. Vielleicht betrügt er dich nicht. Vielleicht macht er manche Dinge besser als der Ex einer Freundin.

Aber die entscheidende Frage ist nicht, ob es irgendwo einen schlechteren Partner gibt.

Die Frage ist, ob der eigene Partner dich mit Respekt behandelt und ob die Beziehung deinen grundlegenden Bedürfnissen entspricht.

Ein Verhalten wird nicht automatisch akzeptabel, nur weil jemand anderes sich noch schlechter verhalten würde.

7. „Keine Beziehung ist perfekt.“

shutterstock

Das stimmt.

Keine Partnerschaft läuft dauerhaft harmonisch. Es gibt Streit, Missverständnisse, unterschiedliche Bedürfnisse und Phasen, in denen man sich gegenseitig auf die Nerven geht.

Eine gesunde Beziehung bedeutet deshalb nicht, dass niemals etwas schiefgeht.

Der Unterschied liegt darin, wie mit den Problemen umgegangen wird.

Ein Streit ist etwas anderes als regelmäßige Demütigungen. Eine Meinungsverschiedenheit ist etwas anderes als ständige Kontrolle. Ein Fehler ist etwas anderes als ein Verhalten, das immer wieder vorkommt und anschließend nicht ernst genommen wird.

„Keine Beziehung ist perfekt“ sollte deshalb nicht bedeuten: „Dann muss ich eben alles akzeptieren.“

Unperfekt und verletzend sind nicht dasselbe.

8. „Ich weiß, dass er sich noch ändern wird.“

shutterstock

Hoffnung kann in einer Beziehung sehr stark sein.

Vielleicht hat er versprochen, weniger zu trinken, geduldiger zu werden, besser zuzuhören oder seine Partnerin ernster zu nehmen. Vielleicht war er früher tatsächlich anders.

Dann wartet man auf den Moment, in dem er wieder zu dieser Version von sich selbst zurückkehrt.

Das Problem: Veränderung lässt sich nicht allein durch die Hoffnung des Partners herbeiführen.

Ein Mensch verändert sein Verhalten erst dann nachhaltig, wenn er selbst erkennt, dass etwas nicht funktioniert, und bereit ist, tatsächlich etwas dafür zu tun.

Worte können dabei ein Anfang sein. Entscheidend ist aber, was danach passiert.

Nicht „Ich werde mich ändern“ zeigt eine Veränderung, sondern das Verhalten, das über längere Zeit folgt.

9. „Er gibt wirklich sein Bestes.“

shutterstock

Auch dieser Satz kann ehrlich gemeint sein.

Vielleicht sieht die Frau tatsächlich, dass ihr Partner Schwierigkeiten hat. Vielleicht versucht er manchmal, Dinge besser zu machen, scheitert aber immer wieder.

Dann lohnt sich ein genauer Blick darauf, was „sein Bestes“ überhaupt bedeutet.

Bemüht er sich wirklich? Spricht er über seine Fehler? Sucht er Unterstützung? Hält er seine Versprechen zumindest zunehmend besser ein? Erkennt er, wenn er seine Partnerin verletzt?

Oder bedeutet „sein Bestes“ irgendwann einfach, dass man von ihm nichts mehr erwartet?

Denn wenn eine Person immer wieder dieselben Versprechen bricht und anschließend damit entschuldigt wird, dass sie eben „nicht mehr kann“, kann dieser Satz irgendwann mehr verdecken als erklären.

10. „Es wird besser, wenn erst einmal …“

shutterstock

Vielleicht kennst du diese Hoffnung: Es wird besser, wenn wir heiraten. Wenn er einen neuen Job bekommt. Wenn wir endlich zusammenziehen. Wenn wir ein Haus kaufen. Wenn wir weniger Geldprobleme haben. Wenn wir ein Kind bekommen.

Es ist verständlich, dass Menschen auf bessere Zeiten hoffen.

Aber ein zukünftiges Ereignis löst nicht automatisch Probleme, die bereits in der Beziehung bestehen.

Wenn jemand heute respektlos mit seiner Partnerin umgeht, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass ein größerer gemeinsamer Schritt dieses Verhalten von selbst verändert.

Im Gegenteil: Neue Verpflichtungen können zusätzlichen Stress mit sich bringen.

Deshalb ist es sinnvoller, darauf zu schauen, wie ein Partner jetzt mit Problemen umgeht, statt darauf zu warten, dass irgendein Ereignis in der Zukunft alles verändert.

Nicht jede schwierige Beziehung ist automatisch eine schlechte Beziehung

Trotz all dieser Punkte sollte man nicht aus einem einzigen Satz oder einem einzelnen Streit sofort auf eine grundsätzlich ungesunde Beziehung schließen.

Menschen machen Fehler. Partner können sich gegenseitig enttäuschen. Auch in guten Beziehungen gibt es Zeiten, in denen einer mehr Geduld braucht oder beide aneinander vorbeireden.

Wichtig wird es vor allem dann, wenn ein problematisches Verhalten dauerhaft besteht und immer wieder entschuldigt wird, ohne dass sich tatsächlich etwas verändert.

Dann lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Gegenwart.

Nicht darauf, wie der Partner am Anfang der Beziehung war. Nicht darauf, wie er vielleicht irgendwann sein könnte. Und auch nicht darauf, wie andere Männer sich verhalten.

Sondern darauf, wie man heute miteinander umgeht.

Denn Verständnis für einen Menschen zu haben bedeutet nicht, alles hinnehmen zu müssen. Man kann nachvollziehen, warum jemand Schwierigkeiten hat, und gleichzeitig erwarten, dass er Verantwortung für sein Verhalten übernimmt.

Am Ende sollte eine Beziehung nicht davon leben, dass einer ständig Gründe dafür findet, warum der andere ihn schlecht behandeln darf. Entscheidend ist, ob beide bereit sind, ihren Teil dazu beizutragen, dass sich die Beziehung für beide Seiten respektvoll und sicher anfühlt.