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6 Sätze, an denen man erkennt, dass jemand Servicekräfte überhaupt nicht respektiert

6 Sätze, an denen man erkennt, dass jemand Servicekräfte überhaupt nicht respektiert

Es gibt eine einfache Möglichkeit, viel über den Charakter eines Menschen herauszufinden: Beobachte ihn dabei, wie er mit Menschen umgeht, von denen er nichts braucht – und wie er sich gegenüber Menschen verhält, die ihm gerade etwas verkaufen, servieren oder helfen sollen.

Besonders deutlich wird das oft im Restaurant, an der Supermarktkasse, im Hotel oder an einer Servicehotline.

Natürlich darf sich ein Kunde beschweren. Wenn eine Bestellung falsch ist, etwas kaputtgeht oder eine Leistung tatsächlich nicht erbracht wurde, ist es völlig legitim, das anzusprechen.

Der Unterschied liegt darin, wie man es tut.

Manche Menschen bleiben höflich und erklären ruhig, was nicht funktioniert hat. Andere behandeln die Person hinter dem Tresen plötzlich so, als wäre sie persönlich für jedes Problem der Welt verantwortlich.

Dabei ist eine Servicekraft nicht weniger wert, nur weil sie gerade arbeitet und dafür bezahlt wird, anderen zu helfen.

Bestimmte Sätze tauchen bei respektlosem Verhalten besonders häufig auf.

1. „Wissen Sie überhaupt, was Sie da machen?“

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Dieser Satz klingt nicht wie eine Frage.

Er klingt wie eine öffentliche Demütigung.

Natürlich kann eine Servicekraft einen Fehler machen. Menschen machen Fehler. Vielleicht wurde etwas falsch gebucht, eine Bestellung vergessen oder eine Information nicht richtig weitergegeben.

Dann kann man das problemlos ansprechen.

Aber zwischen „Entschuldigung, ich glaube, hier ist etwas schiefgelaufen“ und „Wissen Sie überhaupt, was Sie da machen?“ liegt ein gewaltiger Unterschied.

Der erste Satz beschreibt ein Problem.

Der zweite greift die Person an.

Besonders unfair ist daran, dass die Servicekraft häufig gar keine Möglichkeit hat, die Situation zu verlassen. Sie muss freundlich bleiben, selbst wenn ihr Gegenüber unfreundlich wird.

Genau deshalb sollte man sich immer fragen:

Würde ich so mit einem Kollegen sprechen?

Wenn die Antwort Nein lautet, sollte man wahrscheinlich auch nicht so mit einer Servicekraft sprechen.

2. „Das kann doch nicht so schwer sein.“

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Viele Menschen unterschätzen, wie viel Arbeit hinter einem scheinbar einfachen Job steckt.

Ein Kellner bringt Essen an den Tisch.

Eine Verkäuferin kassiert.

Ein Mitarbeiter nimmt Beschwerden entgegen.

Ein Hotelangestellter beantwortet Fragen.

Von außen sieht vieles davon unkompliziert aus.

Doch sobald mehrere Kunden gleichzeitig etwas wollen, technische Probleme auftreten, jemand ungeduldig wird und zusätzlich bestimmte Regeln eingehalten werden müssen, kann die Situation völlig anders aussehen.

„Das ist doch nicht schwer“ hilft deshalb überhaupt nicht weiter.

Im Gegenteil.

Der Satz vermittelt:

„Deine Arbeit ist so einfach, dass jeder sie problemlos erledigen könnte.“

Wer selbst noch nie in diesem Bereich gearbeitet hat, weiß aber oft gar nicht, wie anspruchsvoll solche Situationen sein können.

Respekt bedeutet nicht, jede Leistung übermäßig zu loben.

Es bedeutet schlicht, die Arbeit eines anderen Menschen nicht abzuwerten, nur weil sie von außen einfach aussieht.

3. „Ich möchte sofort mit dem Chef sprechen.“

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Manchmal ist es tatsächlich sinnvoll, eine Führungskraft einzuschalten.

Wenn ein Problem nicht gelöst werden kann, ein Mitarbeiter keine Entscheidung treffen darf oder ein ernsthafter Fehler passiert ist, kann eine Beschwerde vollkommen gerechtfertigt sein.

Problematisch wird es, wenn der Satz als Drohung eingesetzt wird.

Die Botschaft lautet dann nicht:

„Ich brauche jemanden, der diese Situation lösen kann.“

Sondern:

„Ich möchte jemanden über dir, weil du mir nicht wichtig genug bist.“

Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Eine respektvolle Person kann nach einem Vorgesetzten fragen, ohne die Person vor ihr dabei kleinzumachen.

Sie muss niemanden anschreien.

Sie muss keine Szene veranstalten.

Und sie muss auch nicht so tun, als hätte die Servicekraft persönlich das gesamte Unternehmen enttäuscht.

Wer wirklich ein Problem lösen möchte, braucht meistens keine Drohung.

Er braucht einen Ansprechpartner.

4. „Nach allem, was ich hier schon ausgebe, behandeln Sie mich so?“

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Dieser Satz basiert auf einem interessanten Gedanken:

Weil jemand Geld ausgibt, glaubt er plötzlich, einen besonderen Anspruch auf besondere Behandlung zu haben.

Natürlich haben zahlende Kunden Rechte.

Wenn man für eine Leistung bezahlt, darf man erwarten, dass sie angemessen erbracht wird.

Aber Geld kauft keine persönliche Würde.

Eine Servicekraft wird nicht weniger wert, weil ein Kunde gerade 100 Euro im Restaurant ausgibt.

Und jemand, der regelmäßig in einem Geschäft einkauft, ist deshalb nicht automatisch wichtiger als alle anderen Menschen dort.

Besonders unangenehm wird es, wenn jemand seine angebliche „Treue“ benutzt, um andere unter Druck zu setzen.

„Ich bin Stammkunde!“

„Ich komme hier seit zehn Jahren her!“

„Wissen Sie eigentlich, wie viel Geld ich hier lasse?“

Das kann ein legitimer Hinweis sein, wenn es um ein Kundenproblem geht.

Als Drohung eingesetzt, wirkt es jedoch schnell wie ein Versuch, sich über andere zu stellen.

5. „Für diesen Preis kann ich ja wohl etwas Besseres erwarten.“

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Auch dieser Satz kann natürlich einen berechtigten Kern haben.

Wenn eine Leistung wirklich mangelhaft ist, darf man das sagen.

Niemand muss schlechtes Essen, einen fehlerhaften Service oder eine nicht eingehaltene Leistung einfach akzeptieren.

Aber Kritik und Demütigung sind zwei verschiedene Dinge.

Eine sachliche Beschwerde könnte lauten:

„Das entspricht leider nicht dem, was ich bestellt habe. Können wir bitte schauen, wie wir das lösen können?“

Eine respektlose Variante klingt eher wie:

„Unglaublich, dass ich dafür auch noch bezahlen soll.“

Der Unterschied ist nicht die Kritik selbst.

Der Unterschied ist die Haltung dahinter.

Wer sich beschwert, um eine Lösung zu finden, kann deutlich sein und trotzdem respektvoll bleiben.

Wer sich beschwert, um eine andere Person schlecht fühlen zu lassen, verfolgt ein anderes Ziel.

Und genau dort wird aus berechtigter Unzufriedenheit schnell unnötige Grausamkeit.

6. „Vielleicht sind Sie einfach nicht für diesen Job geeignet.“

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Das ist wahrscheinlich einer der persönlichsten Angriffe.

Denn jetzt wird nicht mehr über das konkrete Problem gesprochen.

Stattdessen wird die gesamte berufliche Kompetenz eines Menschen infrage gestellt.

Ein Fehler beim Kassieren wird plötzlich zum Urteil über die Person.

Eine vergessene Bestellung wird zum Beweis, dass jemand angeblich unfähig ist.

Eine falsche Information reicht aus, um zu behaupten:

„Sie sollten diesen Job nicht machen.“

Dabei kennt der Kunde die Person überhaupt nicht.

Er weiß nicht, wie lange sie dort arbeitet.

Er weiß nicht, wie ihr Arbeitstag bisher gelaufen ist.

Er weiß nicht, ob gerade zehn andere Probleme gleichzeitig aufgetreten sind.

Und vor allem weiß er nicht, ob diese eine Situation überhaupt etwas über die Fähigkeiten dieser Person aussagt.

Ein Fehler ist ein Fehler.

Er macht einen Menschen nicht automatisch unfähig.

Am Ende zeigt sich Charakter oft in kleinen Situationen

Die meisten Menschen denken bei Charakter an große Entscheidungen.

Wie verhält sich jemand in einer Krise?

Ist er loyal?

Ist er ehrlich?

Doch manchmal zeigt sich der Charakter viel unspektakulärer.

Zum Beispiel an einer Supermarktkasse.

Im Restaurant.

An der Hotelrezeption.

Oder wenn jemand am Telefon eine Beschwerde klären möchte.

Dort, wo niemand Angst haben muss, dass die andere Person zurückschlägt oder Konsequenzen ziehen kann, zeigt sich manchmal besonders deutlich, wie jemand wirklich über andere Menschen denkt.

Ein Fehler darf angesprochen werden.

Eine schlechte Leistung darf kritisiert werden.

Eine Beschwerde darf laut und deutlich formuliert werden.

Aber all das funktioniert auch ohne Demütigung.

Denn am Ende sollte man sich eine einfache Frage stellen:

Wenn die Person vor mir morgen meinen Platz hätte – würde ich wollen, dass man so mit ihr spricht?

Wenn die Antwort Nein lautet, ist es wahrscheinlich Zeit, den Ton ein wenig zu verändern.

Denn Respekt kostet nichts.

Und gerade Menschen, deren Aufgabe es ist, uns zu helfen, verdienen ihn genauso wie jeder andere.