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Wer nur wenige Freunde hat, macht möglicherweise unbewusst diese 6 Dinge, die andere auf Abstand halten

Wer nur wenige Freunde hat, macht möglicherweise unbewusst diese 6 Dinge, die andere auf Abstand halten

Nicht jeder Mensch, der nur wenige Freunde besitzt, ist einsam, sozial unsicher oder grundsätzlich schlecht darin, Beziehungen aufzubauen, denn manche Menschen fühlen sich mit einem kleinen, vertrauten Kreis wesentlich wohler als mit zahlreichen oberflächlichen Bekanntschaften und entscheiden sich ganz bewusst dafür, ihre Zeit und emotionale Energie nur wenigen Personen zu geben.

Die Anzahl der Freundschaften sagt deshalb zunächst erstaunlich wenig darüber aus, wie sympathisch, interessant oder sozial kompetent jemand ist, zumal sich Lebensumstände verändern und selbst ausgesprochen kontaktfreudige Menschen Phasen erleben können, in denen ihr Freundeskreis deutlich kleiner wird.

Trotzdem gibt es bestimmte Verhaltensweisen, die es anderen tatsächlich erschweren können, einem Menschen näherzukommen, selbst wenn dieser sich insgeheim durchaus mehr Freundschaften und tiefere Verbindungen wünscht. Besonders kompliziert wird es dann, wenn die betreffenden Gewohnheiten ursprünglich als Selbstschutz entstanden sind und deshalb gar nicht als Problem wahrgenommen werden, weil sie kurzfristig Sicherheit vermitteln, langfristig jedoch genau jene Nähe verhindern können, nach der sich ein Mensch eigentlich sehnt.

1. Sie suchen bei neuen Menschen sofort nach Fehlern, bevor sie überhaupt herausfinden konnten, was sie an ihnen mögen

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Wenn jemand bereits häufiger enttäuscht, zurückgewiesen oder verletzt wurde, kann es verständlich erscheinen, bei neuen Bekanntschaften besonders aufmerksam darauf zu achten, welche Eigenschaften möglicherweise problematisch werden könnten, denn wer früh genug erkennt, weshalb eine Freundschaft vermutlich nicht funktionieren wird, muss sich später möglicherweise nicht mit einer schmerzhaften Enttäuschung auseinandersetzen.

Was zunächst wie gute Menschenkenntnis oder ein besonders ausgeprägtes Urteilsvermögen wirkt, kann deshalb manchmal schlicht eine Form emotionaler Vorsicht sein.
Problematisch wird diese Haltung allerdings, wenn die Suche nach möglichen Fehlern so dominant wird, dass praktisch jeder neue Mensch innerhalb kurzer Zeit einen Grund liefert, weshalb eine nähere Verbindung angeblich keine gute Idee wäre.

Der eine redet vielleicht etwas zu viel, die andere besitzt einen vollkommen anderen Kleidungsstil, jemand wirkt beim ersten Treffen unbeholfen oder vertritt bei einem nebensächlichen Thema eine andere Meinung, und plötzlich wird aus einer kleinen Eigenheit ein Argument dafür, die gesamte Person nicht weiter kennenlernen zu müssen.
Genau dieses Verhalten beschreibt der Ausgangsbeitrag als erstes Hindernis, weil Menschen, die sich hauptsächlich darauf konzentrieren, was an einem anderen möglicherweise nicht stimmt, kaum Gelegenheit bekommen, seine angenehmen, interessanten oder überraschenden Seiten zu entdecken.
Dabei bedeutet Offenheit selbstverständlich nicht, Warnsignale zu ignorieren oder jede Person in das eigene Leben lassen zu müssen, denn Grenzen und ein gewisses Urteilsvermögen sind gerade bei neuen Beziehungen wichtig. Entscheidend ist vielmehr, zwischen Eigenschaften zu unterscheiden, die tatsächlich problematisch sind, und jenen kleinen Unterschieden, die schlicht dazugehören, wenn zwei individuelle Menschen versuchen, sich kennenzulernen.
Kein Freund wird sämtliche Vorstellungen erfüllen, und wer unbewusst nach einem Menschen sucht, an dem möglichst nichts irritiert, könnte deshalb sehr lange suchen, ohne jemals jemanden nah genug heranzulassen, um eine echte Verbindung entstehen zu lassen.

2. Sie öffnen sich kaum und hoffen trotzdem darauf, dass andere irgendwann von selbst erkennen, wer sie wirklich sind

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Eine Freundschaft kann nicht ausschließlich aus gemeinsamen Aktivitäten, lockeren Gesprächen und höflicher Sympathie bestehen, wenn daraus langfristig eine tiefe Verbindung entstehen soll, denn irgendwann müssen beide Menschen etwas von sich zeigen, das nicht jeder beliebige Bekannte ebenfalls sehen darf.

Das können persönliche Gedanken, Unsicherheiten, Wünsche, schwierige Erfahrungen oder schlicht ehrlichere Ansichten sein, die man normalerweise nicht innerhalb der ersten Minuten eines Gesprächs preisgibt.
Gerade Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, anderen zu vertrauen, können diese Form von Offenheit allerdings als ausgesprochen riskant erleben, weil sie möglicherweise befürchten, dass persönliche Informationen später gegen sie verwendet werden, andere sie beurteilen oder ihre Gefühle nicht ernst nehmen könnten. 

Natürlich bedeutet emotionale Offenheit nicht, einer gerade kennengelernten Person sofort die intimsten Erfahrungen des eigenen Lebens erzählen zu müssen, denn Vertrauen sollte wachsen dürfen und niemand ist verpflichtet, persönliche Informationen schneller zu teilen, als es sich sicher anfühlt.

Gleichzeitig kann jedoch kaum echte Nähe entstehen, wenn selbst nach Monaten ausschließlich über unverfängliche Themen gesprochen wird und der andere nie erfährt, was einen tatsächlich beschäftigt.

Das Schwierige daran ist, dass zurückhaltende Menschen manchmal durchaus den Wunsch besitzen, verstanden zu werden, gleichzeitig aber so wenig von ihrem Innenleben zeigen, dass andere kaum eine Möglichkeit bekommen, dieses Verständnis überhaupt zu entwickeln.

Sie warten möglicherweise darauf, dass jemand hartnäckig genug nachfragt oder intuitiv erkennt, was hinter ihrer ruhigen Fassade steckt, während das Gegenüber ihre Zurückhaltung vielleicht schlicht als fehlendes Interesse interpretiert.
Nähe braucht deshalb ein gewisses gegenseitiges Risiko, bei dem keiner sofort alles offenlegen muss, aber beide nach und nach genügend von sich zeigen, damit aus einer Bekanntschaft tatsächlich Vertrauen entstehen kann.

3. Sie wissen selbst nicht genau, wer sie sind, und passen ihre Persönlichkeit deshalb stark an die Menschen um sie herum an

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Menschen verändern ihr Verhalten je nach sozialer Situation, und daran ist zunächst überhaupt nichts ungewöhnlich, denn vermutlich spricht kaum jemand mit seinem Vorgesetzten exakt genauso wie mit seinem engsten Freund, während innerhalb verschiedener Freundeskreise unterschiedliche Seiten der eigenen Persönlichkeit stärker sichtbar werden können.

Anpassungsfähigkeit ist deshalb nicht automatisch Unehrlichkeit, sondern gehört zu einem normalen sozialen Leben.
Schwieriger wird es, wenn ein Mensch so wenig Sicherheit über seine eigenen Interessen, Werte und Wünsche besitzt, dass er praktisch bei jeder neuen Bekanntschaft zu einer anderen Version seiner selbst wird.

Der Ausgangsbeitrag beschreibt dieses Muster als fehlende Klarheit über die eigene Identität, wodurch andere möglicherweise Schwierigkeiten bekommen, herauszufinden, wer ihnen eigentlich gegenübersteht.
Vielleicht übernimmt jemand plötzlich sämtliche Interessen eines neuen Freundes, verändert seine Meinung abhängig davon, wer gerade im Raum ist, oder stimmt regelmäßig Dingen zu, die ihm eigentlich überhaupt nicht gefallen, weil Zustimmung kurzfristig eine einfachere Möglichkeit darstellt, Verbindung herzustellen.

Anfangs kann dieses Verhalten sogar besonders sympathisch wirken, weil scheinbar erstaunlich viele Gemeinsamkeiten vorhanden sind, doch langfristig entsteht leicht der Eindruck, dass hinter dieser Anpassung kaum eine eigene Position sichtbar wird.

Dabei steckt dahinter nicht zwangsläufig bewusste Täuschung, denn manche Menschen haben schlicht gelernt, Zugehörigkeit dadurch herzustellen, dass sie möglichst wenig Reibung erzeugen und sich stark an die Erwartungen ihres Umfelds anpassen.

Das kann lange funktionieren, erschwert jedoch jene Form von Freundschaft, in der zwei Menschen sich nicht deshalb mögen, weil sie scheinbar identisch sind, sondern weil sie einander mit ihren tatsächlichen Unterschieden kennenlernen konnten.
Wer weiß, was ihm wichtig ist, muss schließlich nicht ständig interessant oder außergewöhnlich wirken, sondern kann anderen eine relativ stabile Person zeigen, mit der echte Vertrautheit überhaupt erst möglich wird.

4. Sie lieben die aufregende Anfangsphase einer neuen Bekanntschaft, ziehen sich jedoch zurück, sobald daraus echte Nähe entstehen könnte

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Neue Freundschaften können überraschend aufregend sein, weil man innerhalb kurzer Zeit sehr viel über einen anderen Menschen erfährt, neue Gesprächsthemen entdeckt und möglicherweise das Gefühl bekommt, jemanden getroffen zu haben, mit dem man außergewöhnlich gut harmoniert.

Gerade in dieser frühen Phase gibt es ständig Neues zu entdecken, während noch kaum Verpflichtungen, Konflikte oder enttäuschte Erwartungen vorhanden sind.

Manche Menschen fühlen sich genau in dieser Phase besonders wohl und investieren zunächst ausgesprochen viel, verlieren jedoch das Interesse oder ziehen sich zurück, sobald die andere Person ihrerseits stärker an der Freundschaft interessiert ist. 

Dahinter muss keineswegs Langeweile oder böse Absicht stecken, denn echte Nähe bringt zwangsläufig eine andere Form von Verletzlichkeit mit sich als eine lockere neue Bekanntschaft. Sobald ein anderer Mensch wichtig wird, kann er schließlich auch enttäuschen, Erwartungen entwickeln oder Seiten der eigenen Persönlichkeit kennenlernen, die man normalerweise lieber versteckt.

5. Ihre perfektionistischen Erwartungen sorgen dafür, dass normale menschliche Schwächen irgendwann wie Gründe gegen eine Freundschaft wirken

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Perfektionismus richtet sich nicht ausschließlich gegen die eigene Person, denn Menschen, die extrem hohe Erwartungen an sich selbst stellen, können dieselben Maßstäbe bewusst oder unbewusst auch auf andere übertragen. Der Ausgangsbeitrag verweist genau auf dieses Problem und beschreibt unrealistische Erwartungen sowie starke Kritik als mögliche Hindernisse für stabile Freundschaften.

Eine neue Bekanntschaft kann anfangs hervorragend wirken, solange noch keine größeren Fehler sichtbar geworden sind, doch je länger zwei Menschen miteinander zu tun haben, desto unvermeidlicher wird irgendwann eine Enttäuschung.

Jemand vergisst eine Nachricht, sagt ein Treffen ab, reagiert in einem Gespräch ungeschickt oder besitzt eine Gewohnheit, die mit zunehmender Nähe nerviger wird, und genau an diesem Punkt zeigt sich, ob eine Freundschaft genügend Raum für normale menschliche Unvollkommenheit besitzt.

Wer dagegen erwartet, dass ein guter Freund jederzeit aufmerksam, zuverlässig, interessant, verständnisvoll und emotional verfügbar sein müsse, wird früher oder später enttäuscht werden, weil kein Mensch dauerhaft sämtliche Bedürfnisse eines anderen perfekt erfüllen kann. Gleichzeitig können perfektionistische

Menschen kleine Fehler besonders stark wahrnehmen, während all die Situationen, in denen ein Freund zuverlässig oder liebevoll war, zunehmend selbstverständlich erscheinen.
Natürlich bedeutet Freundschaft nicht, wiederholte Respektlosigkeit, ständige Unzuverlässigkeit oder verletzendes Verhalten einfach hinzunehmen, nur weil niemand perfekt ist.

Entscheidend ist vielmehr, unterscheiden zu können, ob ein Mensch grundsätzlich eine gute und verlässliche Verbindung anbietet oder ob einzelne Schwächen benutzt werden, um jede entstehende Nähe wieder infrage zu stellen.

Manchmal schützt Perfektionismus schließlich weniger vor schlechten Freunden als vor dem Risiko, überhaupt jemanden wichtig genug werden zu lassen, dass er einen enttäuschen könnte.