Fast alle Eltern wünschen sich ähnliche Dinge für ihre Kinder.
Sie sollen gesund sein, glücklich werden und ihren Weg im Leben finden. Doch wenn man Eltern fragt, welche Eigenschaft ihnen besonders wichtig ist, taucht eine Antwort immer wieder auf: Sie möchten, dass ihre Kinder freundlich und mitfühlend werden.
Denn am Ende erinnert sich kaum jemand daran, wer in der Schule die besten Noten hatte oder wer am schnellsten laufen konnte. Was Menschen wirklich in Erinnerung behalten, ist die Art, wie man sie behandelt hat. Freundlichkeit, Mitgefühl und Rücksichtnahme machen nicht nur das Leben anderer angenehmer, sondern oft auch das eigene.
Trotzdem entstehen diese Eigenschaften nicht einfach von selbst. Kinder kommen zwar mit einer natürlichen Fähigkeit zur Empathie auf die Welt, doch wie stark sich diese entwickelt, hängt auch von ihrem Umfeld ab. Vor allem Eltern spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Interessanterweise sind es oft nicht die großen Erziehungsmaßnahmen oder stundenlangen Gespräche, die den Unterschied machen. Viel wichtiger sind kleine Dinge, die immer wieder passieren. Gewohnheiten, die Kindern zeigen, wie man mit anderen Menschen umgeht und warum Mitgefühl etwas Wertvolles ist.
Eltern, die besonders einfühlsame Kinder großziehen, machen häufig drei Dinge immer wieder.
1. Sie machen Freundlichkeit sichtbar

Viele Eltern bemerken sofort, wenn ihr Kind etwas falsch macht.
Wenn es streitet.
Wenn es nicht zuhört.
Oder wenn es sich respektlos verhält.
Das ist völlig normal. Schließlich möchten Eltern ihren Kindern beibringen, was richtig und falsch ist.
Doch clevere Eltern achten nicht nur auf negatives Verhalten. Sie achten ganz bewusst auch auf die positiven Momente.
Wenn ihr Kind ein Spielzeug teilt.
Wenn es einem anderen Kind hilft.
Wenn es jemanden tröstet.
Oder wenn es Rücksicht nimmt.
Diese Situationen gehen im Alltag oft unter. Dabei sind sie unglaublich wichtig.
Kinder lernen nämlich nicht nur durch Kritik, sondern auch durch Aufmerksamkeit. Wenn Eltern solche Momente wahrnehmen und ansprechen, verstehen Kinder, dass Freundlichkeit etwas Wertvolles ist.
Ein einfaches „Das war wirklich nett von dir“ kann manchmal mehr bewirken als eine lange Predigt darüber, wie man sich benehmen sollte.
Mit der Zeit entwickeln Kinder dadurch ein stärkeres Bewusstsein für ihr eigenes Verhalten. Sie merken, dass kleine Gesten einen Unterschied machen können und dass andere Menschen sich darüber freuen.
Das Schöne daran ist, dass Freundlichkeit oft ansteckend wirkt. Wer erlebt, dass sein Verhalten positive Reaktionen hervorruft, zeigt dieses Verhalten meist häufiger.
2. Sie schaffen bewusst Gelegenheiten, anderen zu helfen

Viele Eltern erklären ihren Kindern, dass sie freundlich sein sollen.
Das ist natürlich gut gemeint.
Doch Kinder lernen selten allein durch Worte.
Sie lernen vor allem durch Erfahrungen.
Deshalb schaffen clevere Eltern immer wieder Situationen, in denen ihre Kinder Freundlichkeit aktiv erleben können.
Das muss nichts Großes sein.
Vielleicht hilft das Kind einer älteren Nachbarin beim Tragen von Einkäufen.
Vielleicht unterstützt es ein jüngeres Geschwisterkind.
Vielleicht hilft es einem Klassenkameraden bei den Hausaufgaben oder räumt freiwillig mit auf.
Solche kleinen Handlungen wirken oft viel stärker als jede theoretische Erklärung.
Kinder spüren dabei direkt, wie sich Hilfsbereitschaft anfühlt. Sie erleben, dass sie anderen Menschen etwas Gutes tun können und dass ihr Verhalten Auswirkungen hat.
Besonders wichtig ist dabei, dass Freundlichkeit nicht ständig mit Belohnungen verknüpft wird.
Wenn jedes gute Verhalten sofort mit Geld, Süßigkeiten oder Geschenken belohnt wird, besteht die Gefahr, dass Kinder die eigentliche Bedeutung dahinter aus den Augen verlieren.
Freundlichkeit sollte nicht etwas sein, das man nur wegen einer Belohnung zeigt.
Sie sollte sich gut anfühlen, weil man jemandem geholfen hat.
Genau dieses Gefühl versuchen viele erfolgreiche Eltern ihren Kindern zu vermitteln.
3. Sie leben selbst vor, was sie ihren Kindern beibringen wollen

Kinder hören nicht nur zu.
Sie beobachten.
Und zwar ständig.
Oft sogar dann, wenn Erwachsene glauben, dass sie gerade gar nicht aufpassen.
Deshalb spielt das eigene Verhalten der Eltern eine viel größere Rolle als viele denken.
Wenn Eltern höflich mit anderen Menschen umgehen, sehen Kinder das.
Wenn sie respektvoll mit Kassierern, Nachbarn oder Kollegen sprechen, sehen Kinder das ebenfalls.
Wenn sie jemandem helfen, ohne etwas dafür zu erwarten, bleibt auch das nicht unbemerkt.
Kinder lernen dadurch, dass Freundlichkeit nicht nur etwas ist, das man innerhalb der Familie zeigt. Sie lernen, dass man allen Menschen mit Respekt begegnen sollte.
Besonders wichtig wird das in schwierigen Situationen.
Wenn Eltern selbst gestresst sind.
Wenn etwas nicht nach Plan läuft.
Oder wenn sie sich über jemanden ärgern.
Genau dann beobachten Kinder ganz genau, wie Erwachsene reagieren.
Bleiben sie respektvoll?
Können sie sich entschuldigen?
Zeigen sie Verständnis für andere?
All diese Momente prägen Kinder oft stärker als jede Erziehungsregel.
Denn Kinder orientieren sich weniger an dem, was Eltern sagen, sondern viel stärker an dem, was sie tatsächlich tun.
Fazit
Mitfühlende Kinder entstehen nicht zufällig.
Natürlich bringt jedes Kind seine eigene Persönlichkeit mit, doch Eltern haben einen enormen Einfluss darauf, wie sich Empathie, Freundlichkeit und Rücksichtnahme entwickeln.
Dabei sind es oft nicht die großen Erziehungsmaßnahmen, die den Unterschied machen.
Viel wichtiger sind die kleinen Dinge des Alltags.
Eltern, die Freundlichkeit wahrnehmen, ihren Kindern Möglichkeiten geben, anderen zu helfen, und selbst mit gutem Beispiel vorangehen, schaffen eine Umgebung, in der Mitgefühl wachsen kann.
Kinder lernen dadurch, dass Stärke nicht bedeutet, andere zu dominieren.
Sie lernen, dass Freundlichkeit kein Zeichen von Schwäche ist.
Und sie verstehen, dass man die Welt für andere Menschen ein kleines Stück besser machen kann – oft schon mit sehr kleinen Gesten.
Vielleicht ist genau das eine der wertvollsten Lektionen, die Eltern ihren Kindern überhaupt mitgeben können.
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