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7 Verhaltensweisen in der Kindheit, die viele Erwachsene noch Jahre später unbewusst beeinflussen

7 Verhaltensweisen in der Kindheit, die viele Erwachsene noch Jahre später unbewusst beeinflussen

Die Kindheit begleitet uns oft viel länger, als uns bewusst ist. Viele Dinge, die wir heute über uns selbst denken, wie wir mit anderen umgehen oder wie wir auf Stress reagieren, entstehen nicht erst im Erwachsenenalter. Sie entwickeln sich oft schon in den ersten Lebensjahren.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Eltern perfekt sein müssen. Jede Mutter und jeder Vater macht Fehler. Niemand trifft immer die richtigen Entscheidungen oder findet für jede Situation die beste Lösung. Kinder brauchen keine perfekten Eltern, sondern Menschen, die sich bemühen und ihnen Liebe, Sicherheit und Geborgenheit geben.

Trotzdem gibt es bestimmte Verhaltensweisen, die Kinder langfristig prägen können. Wenn sie immer wieder vorkommen, können sie das Selbstwertgefühl beeinflussen oder dafür sorgen, dass bestimmte Unsicherheiten bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben.

Das heißt aber nicht, dass die Vergangenheit über die Zukunft entscheidet. Viele Menschen erkennen solche Muster irgendwann, arbeiten daran und entwickeln mit der Zeit ein gesünderes Verhältnis zu sich selbst. Der erste Schritt ist oft, überhaupt zu verstehen, wo manche Gedanken oder Verhaltensweisen ihren Ursprung haben.

Hier sind sieben Erfahrungen aus der Kindheit, die manche Menschen auch als Erwachsene noch begleiten.

1. Grundlegende Fürsorge wurde als Gegenleistung dargestellt

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Kinder brauchen Essen, Kleidung, ein Zuhause und Schutz. Das gehört zu den Aufgaben von Eltern und sollte nichts sein, wofür sich ein Kind schuldig fühlen muss.

Manche wachsen jedoch mit Sätzen auf wie: „Nach allem, was wir für dich getan haben“ oder „Sei froh, dass du überhaupt ein Dach über dem Kopf hast.“

Natürlich dürfen Eltern erwarten, dass Kinder respektvoll sind. Problematisch wird es aber, wenn grundlegende Fürsorge ständig als etwas dargestellt wird, das zurückgezahlt werden muss.

Viele Erwachsene, die so aufgewachsen sind, tun sich später schwer damit, Hilfe anzunehmen. Sie möchten niemandem zur Last fallen und versuchen, jedes Problem alleine zu lösen.

Oft fällt es ihnen sogar schwer, ihre eigenen Bedürfnisse auszusprechen, weil sie früh gelernt haben, dass Bitten oder Wünsche schnell als Undankbarkeit verstanden werden könnten.

Dabei ist es völlig normal, Unterstützung anzunehmen. Niemand muss immer alles alleine schaffen.

2. Man wurde ständig dafür gelobt, niemals Probleme zu machen

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Viele Eltern sagen voller Stolz: „Unser Kind war immer so unkompliziert.“

Das klingt zunächst wie ein großes Kompliment.

Doch manchmal steckt dahinter etwas anderes.

Manche Kinder lernen sehr früh, dass sie besonders viel Anerkennung bekommen, wenn sie ruhig sind, keine Wünsche äußern und niemandem zur Last fallen.

Sie unterdrücken Ärger.

Sie verschweigen Sorgen.

Sie kümmern sich lieber um andere als um sich selbst.

Als Erwachsene setzen sie dieses Verhalten häufig fort.

Sie sagen selten Nein.

Sie übernehmen zu viele Aufgaben.

Sie möchten es allen recht machen und vergessen dabei oft die eigenen Grenzen.

Von außen wirken sie hilfsbereit und zuverlässig. Innerlich fühlen sie sich jedoch oft erschöpft, weil sie ständig versuchen, Erwartungen zu erfüllen.

3. Man musste sich schon als Kind um die Gefühle der Eltern kümmern

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Kinder sollten sich darauf verlassen können, dass Erwachsene Verantwortung übernehmen.

Manchmal passiert jedoch genau das Gegenteil.

Ein Kind merkt früh, dass Mutter oder Vater ständig Trost brauchen, ihre Probleme beim Kind abladen oder erwarten, dass es sich wie ein Erwachsener verhält.

So übernimmt das Kind eine Rolle, die eigentlich gar nicht zu ihm passt.

Es versucht, Streit zu schlichten, gute Stimmung zu machen oder Konflikte zu vermeiden.

Dieses Verhalten bleibt häufig auch später bestehen.

Viele dieser Menschen fühlen sich automatisch für das Wohlbefinden anderer verantwortlich.

Sie haben Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen, weil sie glauben, immer helfen oder vermitteln zu müssen.

Dabei trägt niemand die Verantwortung für die Gefühle aller Menschen in seinem Umfeld.

4. Kritik war häufiger als Lob

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Jedes Kind macht Fehler.

Genau dadurch lernt es.

Wenn Eltern jedoch fast ausschließlich kritisieren, entsteht schnell der Eindruck, niemals gut genug zu sein.

Vielleicht war die Note nicht gut genug.

Das Zimmer nicht ordentlich genug.

Oder eine Kleinigkeit wurde sofort zum Anlass für Vorwürfe.

Mit der Zeit entwickelt sich oft ein innerer Kritiker.

Viele Erwachsene zweifeln dann ständig an sich selbst.

Sie haben Angst davor, Fehler zu machen.

Sie vergleichen sich ständig mit anderen und glauben, nie wirklich zu genügen.

Dabei wäre gerade in der Kindheit das Gegenteil wichtig gewesen: Ermutigung, Geduld und das Gefühl, auch mit Fehlern angenommen zu werden.

5. Streit zu Hause war ständig laut und verletzend

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Konflikte gehören zu jeder Familie.

Kinder müssen nicht in einer vollkommen streitfreien Umgebung aufwachsen.

Entscheidend ist vielmehr, wie Konflikte gelöst werden.

Wenn Kinder erleben, dass ständig geschrien, beleidigt oder gedroht wird, übernehmen sie dieses Verhalten oft unbewusst.

Manche reagieren später selbst sehr laut.

Andere ziehen sich komplett zurück und vermeiden jeden Konflikt.

Beides kann Beziehungen belasten.

Kinder lernen nämlich nicht nur durch Worte, sondern vor allem durch das, was sie jeden Tag beobachten.

Ein respektvoller Umgang miteinander vermittelt ihnen, dass Meinungsverschiedenheiten normal sind und trotzdem friedlich gelöst werden können.

6. Gefühle wurden nicht ernst genommen

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„Jetzt stell dich nicht so an.“

„Dafür musst du doch nicht weinen.“

„Hör endlich auf damit.“

Solche Sätze hören manche Kinder immer wieder.

Dadurch lernen sie, dass ihre Gefühle angeblich falsch oder übertrieben sind.

Als Erwachsene fällt es ihnen oft schwer, ihre eigenen Emotionen einzuordnen.

Manche sprechen kaum über ihre Sorgen.

Andere schämen sich dafür, traurig oder enttäuscht zu sein.

Dabei sind Gefühle weder richtig noch falsch.

Sie zeigen lediglich, wie es einem gerade geht.

Wer als Kind erlebt, dass seine Emotionen ernst genommen werden, entwickelt häufig auch später einen gesünderen Umgang mit ihnen.

7. Geschwister wurden ständig miteinander verglichen

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„Warum kannst du nicht so sein wie dein Bruder?“

„Deine Schwester schafft das doch auch.“

Solche Vergleiche mögen harmlos wirken, können Kinder jedoch tief verletzen.

Sie vermitteln den Eindruck, dass Liebe oder Anerkennung von Leistungen abhängen.

Außerdem entsteht leicht Konkurrenz zwischen Geschwistern.

Anstatt sich gegenseitig zu unterstützen, vergleichen sie sich ständig miteinander.

Viele nehmen dieses Gefühl bis ins Erwachsenenalter mit.

Sie glauben, immer besser sein zu müssen als andere oder fühlen sich nie wirklich zufrieden mit ihren eigenen Erfolgen.

Dabei entwickelt sich jeder Mensch in seinem eigenen Tempo.

Vergleiche helfen dabei nur selten.

Fazit

Unsere Kindheit beeinflusst uns oft stärker, als wir zunächst vermuten. Viele Verhaltensweisen, Unsicherheiten oder Glaubenssätze entstehen nicht plötzlich im Erwachsenenalter, sondern entwickeln sich über viele Jahre hinweg.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Eltern absichtlich alles falsch gemacht haben oder dass jeder spätere Konflikt automatisch auf die Kindheit zurückzuführen ist. Die meisten Eltern geben ihr Bestes und handeln nach dem Wissen und den Erfahrungen, die sie selbst mitbringen.

Trotzdem kann es hilfreich sein, die eigene Vergangenheit ehrlich zu betrachten. Wer versteht, warum bestimmte Situationen heute noch so starke Gefühle auslösen oder weshalb manche Verhaltensmuster immer wieder auftreten, kann bewusster damit umgehen. Erkenntnis ist oft der erste Schritt, um etwas zu verändern.

Genauso wichtig ist aber der Blick nach vorne. Niemand ist für immer an die Erfahrungen seiner Kindheit gebunden. Menschen können lernen, gesunde Grenzen zu setzen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und neue Wege im Umgang mit anderen zu finden. Das braucht manchmal Zeit und Geduld, ist aber möglich.

Am Ende entscheidet nicht allein die Vergangenheit darüber, wie das eigene Leben verläuft. Sie kann Spuren hinterlassen, aber sie muss nicht bestimmen, wie die Zukunft aussieht. Wer bereit ist, alte Muster zu erkennen und Schritt für Schritt zu verändern, gibt sich selbst die Chance auf ein zufriedeneres und ausgeglicheneres Leben.

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