Oft stehen uns nicht andere Menschen im Weg.
Wir tun es selbst, ohne es überhaupt zu bemerken.
Denn die Art, wie wir über unser Leben sprechen, verrät oft mehr über unsere innere Haltung, als uns bewusst ist.
Ein Satz wie „Das schaffe ich sowieso nicht“ klingt zunächst harmlos. Wird er jedoch zur Standardantwort auf jede neue Herausforderung, kann daraus mit der Zeit eine Grenze entstehen, die man sich selbst setzt.
Ähnlich sieht es mit Ausreden, ständigen Vergleichen oder dem Gefühl aus, dass andere grundsätzlich mehr Glück haben.
Das Gefährliche daran: Solche Gedanken fühlen sich irgendwann nicht mehr wie Gedanken an, sondern wie Tatsachen.
Dann können sie beginnen, Entscheidungen, Beziehungen und sogar die eigene Zufriedenheit zu beeinflussen.
Diese 7 Sätze können darauf hindeuten, dass jemand seinem eigenen Glück häufiger im Weg steht, als er denkt.
7. „Ich kann nichts dafür“

Natürlich gibt es Situationen, für die wir tatsächlich nichts können.
Nicht jede Trennung lässt sich verhindern. Nicht jedes berufliche Problem entsteht durch einen eigenen Fehler. Und manchmal geraten wir schlicht in Situationen, auf die wir keinen Einfluss hatten.
Schwierig wird es, wenn „Ich kann nichts dafür“ zur automatischen Antwort wird.
Der Streit ist immer wegen des Partners eskaliert. Im Job sind ausschließlich die Kollegen schuld. Eine Freundschaft ist zerbrochen, weil die andere Person sich verändert hat.
Der eigene Anteil taucht in diesen Erklärungen kaum noch auf.
Kurzfristig kann sich das sogar angenehm anfühlen. Wer keine Verantwortung trägt, muss schließlich auch nichts an seinem Verhalten verändern.
Langfristig nimmt man sich damit jedoch etwas Entscheidendes: die Möglichkeit, Einfluss auf das eigene Leben zu nehmen.
Verantwortung zu übernehmen bedeutet schließlich nicht, sich für alles die Schuld zu geben.
Es bedeutet, ehrlich genug hinzuschauen und sich zu fragen: Was davon lag tatsächlich in meiner Hand?
Manchmal ist die Antwort unbequem.
Dort beginnt häufig Veränderung.
6. „Das schaffe ich sowieso nicht“

Der Gedanke kommt oft schneller als der eigentliche Versuch.
Eine neue Aufgabe wirkt kompliziert, eine berufliche Chance verlangt Mut oder ein persönliches Ziel scheint noch weit entfernt und innerlich steht das Ergebnis bereits fest.
„Das schaffe ich sowieso nicht.“
Wer sich diesen Satz regelmäßig sagt, schützt sich damit zunächst vor einer möglichen Enttäuschung. Schließlich kann man kaum scheitern, wenn man gar nicht erst beginnt.
Genau darin liegt jedoch das Problem.
Aus einem einzelnen Zweifel kann mit der Zeit eine feste Erwartung werden. Herausforderungen werden gemieden, Möglichkeiten ausgeschlagen und Ziele immer kleiner gesteckt.
Irgendwann fehlt sogar die Erfahrung, dass etwas gelingen kann, obwohl man sich am Anfang unsicher gefühlt hat.
Selbstvertrauen entsteht schließlich nicht nur dadurch, dass wir uns für stark halten. Es wächst auch in den Momenten, in denen wir etwas versuchen, Fehler machen, daraus lernen und trotzdem weitermachen.
Vielleicht klappt eine Sache tatsächlich nicht und es braucht mehrere Anläufe.
Zwischen „Es könnte schwierig werden“ und „Ich kann das sowieso nicht“ liegt jedoch ein entscheidender Unterschied.
Der erste Gedanke lässt noch eine Möglichkeit offen.
Der zweite schließt die Tür, bevor man überhaupt herausgefunden hat, was dahinter wartet.
5. „Das Leben ist einfach unfair“

Es gibt Momente, in denen das Leben tatsächlich unfair ist.
Menschen verlieren ihren Job, obwohl sie gute Arbeit geleistet haben. Beziehungen zerbrechen trotz aller Bemühungen. Andere bekommen Chancen, auf die man selbst lange gehofft hat.
Enttäuscht oder wütend darüber zu sein, ist menschlich.
Problematisch wird der Satz „Das Leben ist einfach unfair“ erst dann, wenn er zur Erklärung für fast alles wird, was nicht nach Plan läuft.
Dann richtet sich der Blick immer stärker auf das, was andere haben, bekommen oder scheinbar leichter erreichen.
Die eigenen Möglichkeiten geraten dabei schnell in den Hintergrund.
Denn wer überzeugt ist, ohnehin ständig benachteiligt zu werden, findet irgendwann kaum noch einen Grund, selbst etwas zu verändern.
Warum sich noch einmal bewerben, wenn sowieso immer die anderen genommen werden?
Warum etwas Neues versuchen, wenn andere angeblich grundsätzlich bessere Voraussetzungen haben?
Natürlich starten Menschen nicht mit denselben Chancen ins Leben. Manche Hindernisse lassen sich auch mit der positivsten Einstellung nicht einfach beseitigen.
Trotzdem bleibt häufig ein Bereich, auf den wir Einfluss haben.
Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger: „Warum passiert ausgerechnet mir das?“
Hilfreicher kann sein: „Was kann ich trotz dieser Situation jetzt tun?“
An der Vergangenheit verändert diese Frage nichts. An dem, was danach kommt, möglicherweise schon.
4. „Die hatten einfach Glück“

Jemand bekommt die Beförderung, gründet ein erfolgreiches Unternehmen oder erreicht ein Ziel, für das man selbst schon lange kämpft.
Schnell fällt dann ein Satz wie: „Die hatte eben Glück.“
Natürlich spielt Glück im Leben eine Rolle.
Manchmal begegnet man zur richtigen Zeit der richtigen Person. Eine Gelegenheit ergibt sich unerwartet oder eine Entscheidung entwickelt sich besser, als man jemals geplant hatte.
Doch wer fremden Erfolg ständig mit Glück erklärt, sieht meistens nur das Ergebnis.
Unsichtbar bleiben die Jahre davor.
Die Absagen, die niemand mitbekommen hat. Die Abende, an denen weitergearbeitet wurde. Die Entscheidungen, die Mut gekostet haben, und all die Versuche, die zunächst gescheitert sind.
Den Erfolg anderer kleinzureden kann für einen kurzen Moment beruhigend sein. Schließlich muss man sich dann nicht fragen, warum man selbst noch nicht dort angekommen ist, wo man gerne wäre.
Auf Dauer wird genau dieser Vergleich jedoch zur Falle.
Solange die Erfolge anderer ausschließlich auf Glück, Beziehungen oder besseren Voraussetzungen beruhen, gibt es scheinbar wenig, was man selbst beeinflussen könnte.
Fremder Erfolg kann schließlich auch zeigen, was möglich ist, statt nur daran zu erinnern, was einem selbst noch fehlt.
3. „Dafür habe ich keine Zeit“

Zeit ist knapp. Zwischen Arbeit, Familie, Verpflichtungen und dem ganz normalen Alltag bleibt tatsächlich vieles liegen.
Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuhören, wenn „Dafür habe ich keine Zeit“ immer wieder bei denselben Dingen fällt.
Seit Monaten möchte jemand Sport machen, sich beruflich weiterentwickeln, eine alte Freundschaft wiederbeleben oder endlich ein persönliches Projekt beginnen.
Doch irgendwie ist nie der richtige Moment dafür da.
Hinter dem vermeintlichen Zeitproblem steckt dann manchmal etwas anderes.
Eine Veränderung könnte anstrengend werden. Das Ergebnis ist ungewiss. Vielleicht müsste man die eigene Komfortzone verlassen oder riskieren, dass etwas nicht auf Anhieb funktioniert.
Da fühlt sich fehlende Zeit wie eine gute Erklärung an.
Sie klingt vernünftig und erspart gleichzeitig die unangenehme Frage, ob man etwas wirklich nicht schaffen kann – oder ob man es bisher einfach nicht priorisiert hat.
Natürlich lässt sich nicht für alles Platz im Alltag schaffen.
Aber Zeit zeigt oft ziemlich deutlich, was gerade einen festen Platz im eigenen Leben bekommt.
Wer seit einem Jahr „keine Zeit“ für etwas hat, das ihm angeblich wichtig ist, sollte sich deshalb vielleicht eine ehrlichere Frage stellen:
Fehlt mir wirklich die Zeit oder fehlt mir der Mut, damit anzufangen?
Die Antwort darauf kann unangenehm sein.
Sie kann aber auch der Moment sein, in dem aus einer Ausrede endlich eine Entscheidung wird.
2. „Wenn ich so wäre wie sie, wäre mein Leben viel besser“

Der Vergleich beginnt oft ganz harmlos.
Eine Freundin hat die Beziehung, die man sich selbst wünscht. Ein ehemaliger Kollege verdient plötzlich mehr. Auf Instagram scheint jemand ständig zu reisen, erfolgreich zu sein und nebenbei auch noch das perfekte Privatleben zu führen.
Und irgendwann entsteht der Gedanke: „Wenn ich so wäre wie sie, wäre mein Leben viel besser.“
Das Problem dabei ist weniger, andere Menschen zu bewundern.
Schwierig wird es, wenn ihr Leben zum Maßstab für das eigene wird.
Denn meistens vergleichen wir dabei zwei völlig unterschiedliche Dinge: unsere komplette Realität mit dem Ausschnitt, den wir von einem anderen Menschen sehen.
Wir kennen unsere eigenen Zweifel, Fehler und schlechten Tage. Bei anderen sehen wir häufig nur das Ergebnis.
Je öfter dieser Vergleich stattfindet, desto leichter entsteht der Eindruck, im eigenen Leben würde etwas fehlen.
Plötzlich erscheint die eigene Wohnung zu klein, der Beruf nicht erfolgreich genug oder das eigene Leben schlicht weniger aufregend.
Dabei sagt das Glück eines anderen Menschen erstaunlich wenig darüber aus, was einen selbst zufrieden machen würde.
Vielleicht wäre genau das Leben, um das man jemanden beneidet, überhaupt nicht das Richtige für einen selbst.
1. „Ich fange am Montag an“

Montag klingt nach einem perfekten Zeitpunkt.
Dann beginnt die neue Ernährung, das Projekt, die Jobsuche oder endlich die Aufgabe, die seit Wochen auf der Liste steht.
Bis dahin kann alles bleiben, wie es ist.
Aufschieben wird besonders tückisch, wenn es sich wie Planung anfühlt. Schließlich hat man das Vorhaben nicht aufgegeben. Man hat sogar einen konkreten Tag festgelegt.
Nur verschiebt sich dieser Tag erstaunlich leicht.
Aus Montag wird der nächste Monat. Aus „nach dem Urlaub“ wird „wenn es bei der Arbeit ruhiger wird“. Irgendwann wartet man weniger auf einen passenden Zeitpunkt als auf einen Moment, in dem Veränderung plötzlich leichtfällt.
Der kommt jedoch selten.
Neue Gewohnheiten sind anfangs unbequem. Entscheidungen können Angst machen und große Ziele wirken schnell überwältigend, solange man nur auf das Endergebnis schaut.
Deshalb muss der erste Schritt auch nicht beeindruckend sein.
Eine Bewerbung schreiben. Zehn Minuten lernen. Einen Termin vereinbaren. Die erste Seite öffnen.
Oft verändert nicht der perfekte Plan etwas, sondern der Moment, in dem man tatsächlich beginnt.

