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Wenn Alleinsein langsam zum Rückzug wird

Wenn Alleinsein langsam zum Rückzug wird

Es gibt einen großen Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit.

Vielleicht verbringst du sogar gerne Zeit mit dir selbst.

Du brauchst nach einem langen Tag deine Ruhe, genießt einen Abend zu Hause und hast überhaupt kein Problem damit, auch einmal alleine etwas zu unternehmen.

Schwierig kann es werden, wenn aus dieser Freiheit langsam ein Rückzug wird.

Du sagst Treffen ab, obwohl du deine Freunde eigentlich vermisst. Du erzählst niemandem mehr, wenn es dir schlecht geht, weil du deine Probleme sowieso immer selbst gelöst hast.

Und irgendwann fühlt es sich beinahe ungewohnt an, jemanden wirklich in dein Leben hineinzulassen.

Nicht unbedingt, weil du keine Menschen brauchst.

Vielleicht hast du dich einfach daran gewöhnt, ohne sie zurechtzukommen.

Gerade wenn du in schwierigen Momenten häufig auf dich allein gestellt warst, kann Selbstständigkeit irgendwann zu einer Art Schutz werden.

Du erwartest weniger von anderen, fragst seltener nach Hilfe und versuchst lieber, alles selbst zu regeln.

Von außen kann das sogar ziemlich stark wirken.

Für dich selbst kann es jedoch anstrengend werden, wenn du längst nicht mehr zwischen „Ich möchte das alleine schaffen“ und „Ich glaube, ich muss alles alleine schaffen“ unterscheiden kannst.

An diesen 6 Gewohnheiten kannst du merken, dass Alleinsein für dich vielleicht nicht mehr nur Ruhe und Freiheit bedeutet.

6. Du ziehst dich zurück, obwohl du eigentlich Gesellschaft möchtest

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Du bekommst am Freitagabend eine Nachricht:

„Kommst du später noch mit?“

Eigentlich würdest du deine Freunde gerne sehen.

Trotzdem überlegst du sofort, welche Ausrede du benutzen könntest.

Zu müde. Zu viel zu tun. Vielleicht nächste Woche.

Sobald du abgesagt hast, bist du zunächst erleichtert. Du musst dich nicht fertigmachen, nirgendwo hinfahren und kannst einfach zu Hause bleiben.

Ein paar Stunden später sitzt du allerdings auf dem Sofa und fragst dich, warum du eigentlich schon wieder abgesagt hast.

Genau darin kann sich ein Rückzug zeigen, der mit bewusst gewähltem Alleinsein nicht mehr besonders viel zu tun hat.

Du möchtest Nähe, aber gleichzeitig ist sie anstrengend geworden.

Je länger du dich zurückziehst, desto größer kann irgendwann die Hürde werden, wieder auf andere zuzugehen.

5. Du versuchst, jedes Problem allein zu lösen

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Etwas läuft schief und dein erster Gedanke ist nicht:

„Wen könnte ich um Hilfe bitten?“

Du überlegst sofort, wie du das Problem selbst lösen kannst.

Das kann im Beruf genauso passieren wie im Privatleben. Du bist völlig überfordert, hast zu viele Aufgaben gleichzeitig oder weißt bei einer Entscheidung einfach nicht weiter.

Trotzdem fällt es dir schwer, jemanden einzubeziehen.

Vielleicht denkst du, andere hätten selbst genug Probleme. Vielleicht möchtest du niemandem zur Last fallen oder hast in der Vergangenheit erlebt, dass Hilfe genau dann nicht kam, als du sie gebraucht hättest.

Also machst du weiter.

Und meistens bekommst du es tatsächlich irgendwie hin.

Genau das kann den Kreislauf noch verstärken. Schließlich hast du wieder einen Beweis dafür, dass du niemanden brauchst.

Nur bedeutet, etwas allein schaffen zu können, nicht, dass du es immer allein schaffen musst.

Es gibt einen Unterschied zwischen Selbstständigkeit und dem Gefühl, auf niemanden angewiesen sein zu dürfen.

Manchmal wäre dein Leben nicht schlechter oder komplizierter, wenn du jemanden um Hilfe bittest.

Es wäre einfach ein bisschen leichter.

4. Du sprichst kaum darüber, was du brauchst

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„Alles gut.“

Manchmal sagst du diesen Satz sogar dann, wenn eigentlich gar nichts gut ist.

Du bist erschöpft, enttäuscht oder könntest gerade jemanden gebrauchen, der einfach zuhört.

Trotzdem sagst du nichts.

Vielleicht hast du dich so sehr daran gewöhnt, deine Gefühle mit dir selbst auszumachen, dass es sich inzwischen seltsam anfühlt, einem anderen Menschen zu sagen:

„Mir geht es gerade nicht gut.“

Auch Wünsche können schwierig werden.

Du möchtest, dass dein Partner mehr Zeit mit dir verbringt, sagst es aber nicht. Du würdest dich freuen, wenn eine Freundin sich häufiger meldet, möchtest jedoch nicht bedürftig wirken.

Also wartest du darauf, dass andere von selbst merken, was dir fehlt.

Tun sie es nicht, bist du enttäuscht.

Das Problem ist nur: Menschen können nicht immer wissen, was in dir vorgeht.

3. Du lässt andere nur schwer wirklich an dich heran

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Du kannst viele Menschen kennen und dich trotzdem einsam fühlen.

Vielleicht gehst du aus, unterhältst dich, lachst mit anderen und wirkst überhaupt nicht wie jemand, der Schwierigkeiten mit Nähe hat.

Doch sobald ein Gespräch persönlicher wird, hältst du dich zurück.

Über die Arbeit kannst du erzählen. Über den Urlaub, eine lustige Geschichte vom Wochenende oder etwas, das dich im Alltag genervt hat.

Bei den Dingen, die dich wirklich beschäftigen, wird es schwieriger.

Denn echte Nähe bedeutet auch, etwas von sich zu zeigen, bei dem man nicht kontrollieren kann, wie der andere darauf reagieren wird.

Was, wenn jemand deine Gefühle nicht versteht?

Was, wenn du dich öffnest und die Person irgendwann trotzdem verschwindet?

Wenn du lange vieles mit dir selbst ausgemacht hast, kann Abstand sicherer erscheinen.

Nur schützt diese Distanz nicht ausschließlich vor Enttäuschungen.

Sie hält manchmal auch genau die Menschen auf Abstand, bei denen du dich eigentlich gerne fallen lassen würdest.

2. Du fühlst dich unwohl, wenn du nicht funktionierst

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Solange du beschäftigt bist, geht es irgendwie.

Du arbeitest, erledigst deine Aufgaben, kümmerst dich um den Haushalt und beantwortest die Nachrichten, die noch auf deinem Handy warten.

Schwieriger wird es, wenn plötzlich nichts mehr zu tun ist.

Dann merkst du vielleicht erst, wie erschöpft du eigentlich bist.

Trotzdem fällt es dir schwer, einfach zu sagen:

„Heute kann ich nicht.“

Du hast dich daran gewöhnt, weiterzumachen, auch wenn deine Kraft längst nachlässt.

Vielleicht möchtest du auch nicht, dass andere merken, wenn du überfordert bist. Also sagst du weiterhin, dass alles passt, übernimmst noch eine Aufgabe und versuchst, deine schlechte Stimmung mit dir selbst auszumachen.

Von außen wirkst du zuverlässig und selbstständig.

Nur kostet es unglaublich viel Kraft, ständig diese Version von dir aufrechtzuerhalten.

Du musst nicht erst völlig am Ende sein, bevor du eine Pause verdient hast.

Und du musst auch nicht immer der Mensch sein, der alles im Griff hat.

1. Du kannst Ruhe kaum noch genießen

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Eigentlich hast du dir den freien Abend gewünscht.

Keine Termine, keine Verpflichtungen und endlich ein paar Stunden nur für dich.

Doch sobald es ruhig wird, fühlt sich diese Ruhe plötzlich gar nicht mehr so angenehm an.

Du greifst ständig zum Handy, lässt im Hintergrund irgendeine Serie laufen oder suchst dir etwas, das du noch erledigen könntest.

Hauptsache, du bist beschäftigt.

Denn wenn nichts deine Aufmerksamkeit fordert, bekommen Gedanken Platz, die du im Alltag ziemlich gut zur Seite schieben kannst.

Vielleicht merkst du dann, dass dir jemand fehlt. Dass du dich nach einem Gespräch sehnst oder schon viel länger einsam fühlst, als du dir eingestehen möchtest.

Das bedeutet nicht, dass jeder ruhige Abend ein Problem ist.

Alleinsein kann unglaublich guttun.

Schwierig wird es eher, wenn du einerseits immer häufiger den Rückzug suchst, dich andererseits aber kaum noch wohlfühlst, sobald du tatsächlich alleine bist.

Was du für dich tun kannst

Du musst nicht plötzlich jeden Abend verplanen oder dich dazu zwingen, ständig unter Menschen zu sein.

Wenn du lange vieles allein getragen hast, darf Veränderung langsam beginnen.

Melde dich bei einem Menschen, bei dem du dich wohlfühlst.

Nimm eine Einladung an, die du normalerweise aus Gewohnheit absagen würdest. Oder sage einmal ehrlich, dass du gerade Unterstützung gebrauchen könntest.

Achte auch darauf, warum du dich zurückziehst.

Brauchst du heute wirklich Ruhe oder möchtest du einer Situation aus dem Weg gehen?

Tut dir die Zeit allein gerade gut oder fühlst du dich danach noch einsamer?

Diese Unterschiede sind nicht immer sofort leicht zu erkennen.

Du musst deine Selbstständigkeit dabei nicht verlieren.

Es geht nicht darum, plötzlich bei allem die Hilfe anderer Menschen zu brauchen.

Es geht darum, dir wieder zu erlauben, sie manchmal brauchen zu dürfen.